Darum gehts
- Oesch's die Dritten stoppen nach Jubiläumstour «Merci» 2028 endgültig
- Tour endet mit Konzerten in Montreux und Bern, Album erscheint 2027
- Seit Gründung 1997 über 30 Jahre Erfolg, viele Veränderungen erlebt
Es fühlt sich richtig guet a, mir lö dr Alltag lah stah» singen Oesch’s die Dritten in ihrem neuen Lied «Es volls Herz». Nun, einen Monat nach dessen Veröffentlichung, bekommen die Zeilen eine neue Bedeutung: Die erfolgreiche Volksmusikgruppe hat bekannt gegeben, dass ihre Jubiläumstour «Merci» zugleich ihre Abschiedstournee sein wird – danach ist Schluss mit Oesch’s die Dritten.
«Ich bin total überwältigt von all den Reaktionen», sagt Sängerin Melanie Oesch (38) zur GlücksPost. «Ich dachte zwar, dass unser Aus etwas auslösen würde. Aber in diesem Ausmass hätte ich es nie gedacht. Wir kriegen herzberührende Nachrichten, die ich fast nicht lesen kann, es ist sehr emotional.» Mit ihren Eltern Hansueli (68) und Annemarie (63) sowie ihren Brüdern Mike (37) und Kevin (35) sass sie zusammen im Elternhaus in Schwarzenegg BE, als sie den Entscheid öffentlich machten. Akkordeonist Urs Meier (45) war beruflich verhindert, aber via Band-Chat dabei. «Darin ist einiges gelaufen. Wir haben untereinander die Nachrichten geteilt.»
Bewusster Abschluss mit Tour
Im Sommer 2025 fing die Band erstmals an, über das kommende 30-Jahr-Jubiläum zu sprechen und darüber, wie sie dieses gestalten wollen und wer welche Wünsche hat. «Für Einzelne war das 30-jährige Jubiläum viele Jahre eine Art Horizont», sagt Melanie Oesch. «Und dass wir einmal auf dem Höhepunkt aufhören wollen, war oft ein Spruch von uns. Und jetzt fühlt es sich irgendwie danach an.» Aufhören, wenn es am schönsten ist und auch selbstbestimmt, das ist allen Mitgliedern wichtig. «Die ‹Merci›-Tour gibt uns nun die Möglichkeit, diese besondere Geschichte gemeinsam mit unserem Publikum zu feiern und ganz bewusst abzuschliessen.»
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
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Der Entscheidungsprozess, mit Oesch’s die Dritten definitiv aufzuhören, habe dann aber schon ziemlich lange gedauert, gesteht die Jodlerin. «Es hat viel Zeit gebraucht, wir hatten auch Zweifel, konnten lange eine richtige Begründung nicht in Worte fassen. Mit gewissen Dingen ist man emotional einfach überfordert.»
Die Anfänge und einige Umbrüche
«I läbe für de Moment, we üsi Lideschaft brönnt.» Wie Mutter Annemarie einst in der GlücksPost sagte, hatten sie als Eltern nie den Traum von einer Familienband. «Als Familie haben wir einfach viel gmusiged.» Für Vätu Hansueli war die Musik immer ein intensives Hobby: Bis zu 100 Auftritte im Jahr absolvierte der frühere Landwirt. 1997 gründen sie mit ihren Kindern Oesch’s die Dritten. Als die Volksmusikgruppe mit dem «Ku-Ku-Jodel» 2007 den Nachwuchswettbewerb Stadlstern des Silvesterstadls gewinnt, wird ihr Leben über Nacht auf den Kopf gestellt und die Musik wird bald zum Hauptberuf.
Im Laufe der Karriere gab es einige Veränderungen: Akkordeonist Urs Meier ersetzte vor 14 Jahren Heinz Haldi (†), Gitarrist Kevin pausierte auf eigenen Wunsch einst für einige Monate und während der Schwangerschaften und der Mutterzeit von Melanie fuhr die Band ihre Auftritte runter. Zuletzt mussten Anfang Jahr wegen Vätus Bandscheibenproblemen Termine verschoben werden. «Das waren jedoch kurze, absehbare Zeitspannen», erklärt Melanie den Unterschied zum jetzigen Entscheid.
In den vergangenen Jahren habe aber nicht nur der Erfolg zugenommen, sondern es habe sich auch das Drumherum verkompliziert, sei aufwendiger geworden – zumal die Band vieles selbst bewältigt. «Auch kamen eigene Kinder und Familien dazu, die ganze Koordination ist herausfordernder», sagt Melanie Oesch. So hätten sie schon ein paar Mal gesagt, dass es ein sehr hoher Preis sei, den sie bezahlen, «auch wenn es natürlich auch ein unglaubliches Privileg ist, dass man so vielen Menschen Freude bereiten darf», so Melanie Oesch. «Dem einen oder anderen von uns ist das Ganze aber bestimmt manchmal etwas zu viel geworden.» Irgendwann seien sie in den Gesprächen an den Punkt gekommen, klar zu sagen: «Wir können mit Oesch’s die Dritten nicht reduzieren. Oesch’s die Dritten gibt es nicht halb und das Familienkonstrukt in der Form kann und will man auch nicht ersetzen.» Wichtig ist ihnen aber, zu betonen, dass es lediglich ein Abschied von der bisherigen Formation ist und keinesfalls von der Musik.
So geht es weiter
«Wir sind so dankbar für diese Lebensschule, die wir zusammen durchgemacht haben. Wir durften sehr viel lernen und auch profitieren, haben Menschen kennengelernt und waren an Orten, an die wir sonst nie gekommen wären. Die Liste ist lang», sagt Melanie Oesch.
Für sie wird es nach dem Ende von Oesch’s die Dritten nicht von 100 auf 0 gehen. Wie alle anderen – Kevin als Heizungsmonteur, Mike im Büro, Urs mit der eigenen Akkordeonfachwerkstatt – war auch sie stets noch auf anderen Bühnen tätig. So werden ihre Engagements als Markenbotschafterin und Kinderbuchautorin («Elin, das Baumzwergenmädchen») weitergehen. «Auch mit Musik und dem Jodeln werde ich weitermachen, da dies zu meinem Leben gehört. Für weitere Gedanken fehlt mir aber aktuell schlicht die Kapazität, denn wir stecken tief in der Planung unserer Jubiläums- und Abschiedstour drin», sagt sie und meint lachend: «Sonst bin ich dann einfach Mami.»
Wie eine letzte Weltmeisterschaft
Ihren Söhnen Robin (6) und Eric (4), die sie mit Partner Armin hat, sowie dem engen Umfeld, hat sie erst kürzlich mitgeteilt, dass Oesch’s die Dritten definitiv aufhören. «Robin meinte nur, dass er unsere Gespräche schon mitverfolgt hätte. Jedenfalls wollen die Buben auf der Abschiedstournee möglichst oft dabei sein.» Diesen Herbst stehen für Oesch’s die Dritten viele Auftritte an, selbst in den USA. Im Januar 2027 erscheint dann das Album «Es volls Herz – 30 Jahre Oesch’s die Dritten» und im Februar startet die «Merci»-Tour, die bis Mai 2028 andauert und mit den letzten Konzerten in Montreux VD und Bern endet. Schliesslich haben Oesch’s die Dritten nicht nur Menschen verbunden, sondern auch den Röstigraben überwunden.
«Diese Tournee brauchen wir aber auch für uns selbst», sagt Melanie Oesch. «Wie bei Profisportlern ist dies nun so eine Art letzte Weltmeisterschaft. Wenn wir diese dann gut über die Bühne bringen, sind wir einfach nur unendlich dankbar für alles Erlebte.» Spätestens danach heisst es wie im Lied «Es volls Herz»: «Jedes für sich u glich dür d’Musig vereint / Es isch Liebi i Tön, unbeschrieblech schön / genau denn isch mis Herz so schön voll.»