Darum gehts
- Luna Wedler erhält am 24. September den Golden Eye in Zürich
- Erste Schweizerin mit dieser Auszeichnung, verliehen u.a. an Dakota Johnson
- Mit 26 Jahren jüngste Preisträgerin, begann Karriere 2015 am ZFF
Vor elf Jahren betrat eine 15-jährige Zürcherin mit «Amateur Teens» zum ersten Mal die Bühne des Zurich Film Festival – heute gehört sie zu den prägendsten Gesichtern des deutschsprachigen Kinos. Wenn das Zurich Film Festival am 24. September seine Opening Night feiert, schliesst sich für Luna Wedler (26) ein Kreis: Im Rampenlicht ihrer Heimatstadt wird sie mit dem Golden Eye Award geehrt und präsentiert gleichzeitig zwei neue Arbeiten – die Literaturverfilmung «Eurotrash» sowie ihre Sprechrolle im Animationsfilm «De Rägebogefisch».
Mit der Auszeichnung rückt die Zürcherin schlagartig in den Zirkel internationaler A-Lister auf. «Luna Wedler ist die erste Schweizer Schauspielerin, die unseren Golden Eye Award erhält – eine Auszeichnung, die in den vergangenen Jahren an Charlotte Gainsbourg, Eddie Redmayne, Jude Law oder Dakota Johnson ging», betont ZFF-CEO Christian Jungen (53). «Sie ist die jüngste Schauspielerin, die den Golden Eye Award erhalten wird. Mit unserem Preis auf der grossen Bühne wollen wir sagen: Luna, wir sind stolz auf dich.» Auch Festival Director Reta Guetg (43) erinnert sich an die Anfänge dieser einzigartigen Reise: «Lunas Intensität hat mich damals schon umgehauen. Wie keine andere schlüpft sie mit ihrem ganzen Wesen und Körper in ihre Rollen.» Für die Preisträgerin ist die Ehrung ein hochemotionaler Moment: «Vom ZFF ausgezeichnet zu werden, das mich schon seit Anfang meiner Karriere begleitet, ist wunderschön. Diese Anerkennung ist eine unglaubliche Ehre.» Bick stellt die drei Schlüsselrollen ihrer Karriere vor.
«Blue My Mind» (2017)
In Lisa Brühlmanns (45) Coming-of-Age-Drama übernahm Luna Wedler ihre erste Kinohauptrolle. Sie spielt die 15-jährige Mia, die im Lauf der Pubertät einen verstörenden, körperlichen Wandel durchlebt. Wedler überzeugte bereits damals durch eine direkte, physisch fordernde Darstellung. Der Film feierte am ZFF Premiere und gewann das Goldene Auge im Wettbewerb; Wedler selbst wurde für diese Leistung 2018 mit dem Schweizer Filmpreis als Beste Darstellerin ausgezeichnet.
«Je Suis Karl» (2021)
In diesem politischen Drama spielt Luna Wedler die junge Maxi, deren Leben nach einem tragischen Schicksalsschlag völlig aus den Fugen gerät: Bei einem Bombenanschlag verliert sie ihre Mutter und ihre Geschwister. Auf der Suche nach Halt gerät sie an einen charmanten jungen Mann und schliesst sich einer modernen, rechtsextremen Jugendbewegung an, ohne zu ahnen, wer wirklich hinter dem Anschlag steckt. Wedler macht diese schleichende Beeinflussung beängstigend nachvollziehbar. Sie zeigt Maxi extrem verletzlich und zugleich verschlossen – eine Leistung, die ihr eine Nominierung beim Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin einbrachte.
«Silent Friend» (2025)
Einen ihrer bisher grössten internationalen Erfolge feierte Luna Wedler im Wettbewerb der prestigeträchtigen Filmfestspiele von Venedig. Unter der Regie der ungarischen Filmemacherin Ildikó Enyedi (70) übernimmt sie die Rolle der begabten jungen Botanikstudentin Grete im Marburg des Jahres 1908. In einem Drama, das Geschichten aus verschiedenen Epochen rund um einen alten Ginkgo-Baum verwebt, überzeugt Wedler durch ihr feinfühliges, nuanciertes Spiel. Ihre eindrückliche Darbietung belohnte die internationale Jury in Venedig mit dem renommierten Marcello Mastroianni Award als beste Nachwuchsdarstellerin.