Darum gehts
- Mira Weingart entdeckt in «Zwei Reisen» exotische Länder wie Südkorea.
- Staffel 1 hatte 29 Prozent Marktanteil, Staffel 2 startet bald.
- Weingart probiert Walfleisch und surft auf den Lofoten, Norwegen.
Ähnlich wie auf dem Bild links blickt Mira Weingart auch jetzt sehr entspannt in die Kamera. Die Haare hat sie aber hochgesteckt, trägt weder Mütze noch Handschuhe. Die erklärte Wärmeliebhaberin macht nämlich gerade Ferien in Thailand. Passt perfekt zum Anlass für den Videoanruf: Auftakt zu Staffel 2 von «Zwei Reisen».
«Mira wie?», fragten sich bei der Premiere Ende März 2025 wohl einige. Sicher aber nicht die Hörerinnen und Hörer von SRF Virus. Dort nämlich ist die 29-Jährige schon länger ein fester Wert am Mikrofon. Die Chance, sich neben Jonny Fischer in der SRF-Dokusoap vor Publikum zu zeigen, nahm sie aber gerne wahr. Weingart überzeugte von der ersten Einstellung an mit ihrer offenen, herzlichen Art, war spontan, locker und je nach Kontext auch mal ernst und emotional. Halt die ganze Palette, die es braucht, um zu punkten beim Publikum.
Grünes Licht für zweite Staffel
Durchschnittlicher Marktanteil der vier Folgen: tolle 29 Prozent und somit grünes Licht für eine zweite Staffel. Erneut reisen Weingart und Fischer in je zwei gegensätzliche, ihnen bislang unbekannte Regionen bzw. Länder. Während es den Komiker vom Cabaret Divertimento nach Indien und Bolivien verschlägt, fliegt Weingart auf die Lofoten, später nach Südkorea. Oder in ihren Worten: «In die unfassbare, raue Einsamkeit der Inselgruppe im hohen Norden und ins wuselige, blinkende asiatische Big-City-Life.» Ein grösserer Kontrast ist kaum möglich! Was gibt es Neues in dieser Staffel? Die zwei sind zeitgleich unterwegs und haben regelmässigen Kontakt auf ihrer Reise. Als sich etwa die Luzernerin in einem Laden nicht zwischen zwei Pullovern entscheiden kann, tut sie in der Not etwas gar nicht so Naheliegendes: Sie ruft Jonny Fischer in Indien an.
«Das war mega, da es uns das Gefühl gab, jeweils am anderen Ende der Welt zu sein!», schwärmt Weingart. Und entschieden hat sie sich auch, wie man auf dem Bild sieht. Ebenfalls anders: Die Bucketlist mit Aufgaben wird nur noch am Anfang eingeblendet, ihr Abhaken steht aber nicht mehr im Zentrum. «Stattdessen passiert viel mehr drum herum», erklärt Mira. Das wiederum bewirkt, dass die beiden Reisenden mehr ins fremde Land eintauchen – ein Plus an Tiefgang also. Mitzuerleben ist das etwa, als Mira Weingart am 17. Mai, dem norwegischen Nationalfeiertag, unverhofft zu einer Party eingeladen wird. «Die Kids waren so erfrischend – das isch mer sehr blibe.»
Sympathischerweise muss Weingart die Lofoten als Erstes googeln, als sie erfährt, wohin sie reist. «Ich wusste einzig, dass das kein Land ist», räumt sie ein, «in Geographie hatte ich einen Fensterplatz und weiss leider wirklich fast nichts über den Norden.» Das blieb auch so, denn «die Arbeits-Mira», wie sie sich nennt, landete bewusst uninformiert und entsprechend unvoreingenommen auf der Inselgruppe vor der Nordküste Norwegens. «So bleibt vieles eine Überraschung.» Die private Mira aber ist das pure Gegenteil: Die plant jede Reise akribisch genau und bereitet sich so gut wie möglich vor.
«Privat reise ich eigentlich fast nur wegen des Essens»
«Ich erstelle jeweils Listen», erläutert sie, «und reserviere vorgängig gerne schon mal einen Tisch in jenen Restaurants, wo ich essen möchte.» Davon kann auf den Lofoten aber nicht die Rede sein: Sichtbar widerwillig beisst Weingart in den sauren Apfel – Walfleisch! «Ich weiss doch auch nicht, was da richtig oder falsch ist», sagt sie, bevor sie von der umstrittenen Delikatesse kostet. «Privat reise ich eigentlich fast nur wegen des Essens», nun lächelt sie in die Kamera, «einmal wollte ich unbedingt in ein bestimmtes Lokal und habe die ganze Ferienplanung darauf ausgerichtet.» Wenig erstaunlich also, steht auf Weingarts Wunschjob-Liste eine kulinarische TV-Reisesendung. Nach dem Wal ist vor dem Wellenreiten. Die Lofoten sind bekanntlich einer der nördlichsten Surfspots weltweit – und sie eine blutige Anfängerin. Was man sogleich merkt, als sie sich in den Kinder-Neoprenanzug zu zwängen versucht. Beim Surfen selbst natürlich ebenfalls. «Ich habe es einfach nicht hingekriegt», kichert sie, «es war so schwierig!» Und das Wasser eiskalt, sie häufiger drin als auf dem Brett. «Aber es war trotzdem sehr lustig.»
Lustige Momente gibt es auch sonst einige in den ersten zwei Folgen. Zum Beispiel, wenn sie frei heraus kommentiert, was um sie herum läuft. Aber auch wegen Begegnungen wie jene mit dem wortkargen Fischer («en Chnuuschti wie us em Bilderbuech»). In Thailand ist es mittlerweile 18.30 Uhr geworden – und Mira Weingart weilt bekanntlich in den Ferien. Also düsen wir gedanklich nur noch rasch in ihre Nähe, nach Südkorea (Folgen 3 und 4). Ein Land ganz nach ihrem Gusto! «Ich werde schnellstmöglich auch privat dorthin reisen, einfach mega, sehr eindrücklich!» Es folgt eine längere Aufzählung von Sehenswürdigkeiten, Bemerkungen zu Kultur, Mode, Musik und nicht zu vergessen zu dem feinen Essen, namentlich Streetfood. «Es nimmt dir den Ärmel rein!»
Wird es eine dritte Staffel geben?
Was ihr ganz wichtig ist: Obwohl es ein Traumjob sei, «Zwei Reisen» zu machen, ja ein Privileg, «Ferien sind das nicht!». Nach den Drehs sei sie jedes Mal «körperlich und emotional ausgepumpt». Denn der Job als Reisende in einem unbekannten Land verlangt auch, jede Emotion in Worte zu fassen, das Innere nach aussen zu stülpen. «Und damit macht man sich verletzlich.» Weingart möchte darum neben Südkorea auch ins eine oder andere besuchte «Zwei Reisen»-Land zurückkehren, um es aus privater Perspektive zu betrachten. Und um wie immer, wenn sie reise, zu verstehen, «wie und warum andere Menschen so leben, wie sie leben». Sobald Mira Weingart mehr als drei Tage am Stück frei hat, fährt sie weg.
Oft nach Barcelona, da ihr Freund dort lebt. Zuoberst auf ihrer Reiseliste stehen aber zwei asiatische Destinationen, die sie noch gar nicht kennt: Japan und die Philippinen. Obwohl Mira Weingart nach wie vor tiefenentspannt wirkt, will man ihr nicht noch mehr Zeit stehlen und nur kurz in die Zukunft gucken. Wird es eine 3. Staffel von «Zwei Reisen» geben? Sie weiss es nicht, das entscheide sich erst später. «Mich würde es jedenfalls wahnsinnig freuen», sagt sie dazu nur. «Jonny und ich hoffen, es läuft noch ganz lange, denn in einer allfälligen Jubiläumsstaffel würden wir gern zusammen verreisen.»