«Wer sagt, dass ich kein ­Alphatier bin?»
Spitzenköchin Elif Oskan über ihren etwas anderen Führungsstil

Mit Feingefühl behauptet sich Elif Oskan in der Küchenwelt und ist bis über die Schweizer Grenze hinaus gefragt. Privat teilt die Spitzenköchin Herd und Herz mit ihrer grossen Liebe, die sie einst bei der Arbeit kennenlernte.
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Trotz Erfolg im TV steht Elif ­Oskan so oft es geht in ihrem Zürcher Restaurant selbst hinter dem Herd.
Foto: Nik Hunger

Darum gehts

  • Elif Oskan ist international gefragte Spitzenköchin
  • Mit ihrem eigenen Führungsstil kann sie sich behaupten
  • Neben dem Kochen ist ihre zweite grosse Liebe ihr Partner Markus
Remo Bernet
Remo Bernet
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Sie ist derzeit die wohl beliebteste Schweizer Fernsehköchin im Ausland. Bereits zum zweiten Mal ist die Zürcherin Elif Oskan (37) in der Sat.1-Show «The Taste» (mittwochs, 20.15 Uhr) als Coach mit dabei und kämpft mit ihrem Team um den Sieg. Neben ihrer jahrelangen Erfahrung in der Sternegastronomie bringt sie auch eine bemerkenswerte Ruhe mit in die Sendung.

In dieser Kochshow tritt sie mit Alexander Herrmann (55), Tim Raue (52) und Steffen Henssler (54) gegen gestan­dene Grössen der Szene an, die gerne den Ton angeben und Sprüche klopfen. Wie sie damit zurechtkommt? Augenzwinkernd fragt sie: «Wer sagt, dass ich kein ­Alphatier bin?» Ihr Führungsstil sei ein anderer, aber den Respekt zeige man ihr trotzdem. «Man muss nicht nur laut sein, um voranzu­kommen.» Dass es in pro­fessionellen ­Küchen oft rau zugeht, hat sie zu Beginn ihrer Karriere nie gestört. Früher sei sie so vertieft ins Lernen ihres Handwerks gewesen, dass der Umgangston zweitrangig war. «Ich habe schon damals so ­gerne gekocht, dass ich immer Vollgas gegeben habe.»

Beruflich und privat ein starkes Team

Als erfolgreiche Unternehmerin definiert sie inzwischen den Umgang ohnehin selbst. Seit sieben Jahren führt Oskan das hochgelobte türkische Restaurant Gül (15 GaultMillau-Punkte) in Zürich. «Meine ­Arbeit ist meine grosse Liebe», sagt sie mit einer hörbaren Freude in der Stimme. Eine weitere grosse Liebe in ihrem Herzen gibt es trotzdem: den deutschen Spitzenkoch Markus Stöckle (39). Die beiden lernten sich vor 15 Jahren in Eng­land kennen, als sie ge­mein­sam in einem renom­mier­ten Restaurant hinter dem Herd standen. Längst ist Stöckle nach Zürich gezogen, und das Paar stemmt das intensive Gastro-­Leben Seite an Seite.

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Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!

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Ob es feste Regeln gibt, um die Beziehung und die Arbeit zu trennen? «Nein, wir gehen das sehr locker an», sagt sie und fügt an: «Und das klappt ja schon seit Jahren wunderbar.» Das Erfolgsrezept klinge banal, sagt Elif Oskan, aber eine Beziehung erfordere viel Ver­trauen, gute Kommunika­tion und die Fähigkeit, dem Gegenüber genügend Platz zu lassen. Doch es harmoniere auch aus einem anderen Grund so gut: «Markus ist mein bester Freund.»

Wie viele Stunden sie pro Woche arbeitet, zählt die passionierte Köchin längst nicht mehr. Feste freie Tage am ­Wochenende kennt sie nicht. Ihre Energie hat sie von ihrer Mutter geerbt, die einst aus der Türkei in die Schweiz kam und sich hier ein neues Leben aufbauen musste. «Lebensfreude, Geduld und einfach viel Resilienz», zählt Elif Oskan auf, wenn sie danach gefragt wird, was sie von ihr mitgenommen habe. Diese innere Stärke schütze sie auch davor, schnell aus der Bahn geworfen zu werden.

Begeistert von Mamas Kartoffelteigtaschen

Ihre Mutter ist es auch, die sie einst dazu inspirierte, ­Köchin zu werden. «Ich liebe ihr Essen», schwärmt die 37-Jährige. Deshalb geniesse sie den ­Luxus, an stressigen ­Tagen für eine leckere Mahlzeit bei ihrem Mami vorbeizuschauen. Als Teenagerin war Elif Oskan noch begeistert von der selbstgemachten Kopie des Fast-Food-Klassikers McChicken, heute schätze sie hin­gegen die Kartoffelteigtaschen von Mutter Fatma.

Überhaupt sind es die ­kleinen, ehrlichen Dinge, mit ­denen man Elif Oskan eine ­riesige Freude bereitet. «Man kann mich auch schon mit ­einem einfachen Butterbrot sehr glücklich machen.» Klar esse auch sie gerne mal in ­einem gehobenen Restaurant. Aber für sie sei das vergleichbar mit einem Besuch in der Oper. «Das braucht man ja auch nicht jeden Tag.»

Zur Ruhe kommt Elif Oskan in der Natur. Sie erzählt: «Ich liebe es, einen Spaziergang zu machen – egal, bei welchem Wetter.» Längst habe sie eine gute Regenjacke und Gummistiefel zu Hause. «Damit kann mir auch schlechtes Wetter nicht die Freude nehmen.»

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