Dank seiner neuen TV-Serie
Kacey Mottet Klein liebäugelt mit echter Polizeikarriere

Als Knirps träumt der preisgekrönte Schauspieler Kacey Mottet Klein von einer Karriere als Polizist. In der neuen TV-Serie «Uniformes» spielt er einen – und will sich tatsächlich bei der Genfer Polizei bewerben.
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«Die Polizisten hielten mich für verrückt, als ich sagte, ich wolle auch in den Polizeidienst.» Kacey Mottet Klein über seinen Wunsch nach einem Berufswechsel.
Foto: Julie de Tribolet

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Text Didier DanaFoto Julie De Tribolet
Schweizer Illustrierte

Blau steht ihm. Besonders das frische Polizeiblau der Genfer Polizeiuniform. Kacey Mottet Klein (27) ist die Hauptfigur in der neuen TV-Serie «Uniformes», die ab 26. April auf dem welschen Fernsehsender RTS läuft.

Leutschenbach zieht nach. SRF bestätigt, dass die Serie zu einem späteren Zeitpunkt auf Deutsch ausgestrahlt wird. Ein Sendetermin steht allerdings noch nicht fest. Eine Kollegin von Mottet Klein im fiktiven Genfer Polizeikorps ist hiesigen Zuschauern bestens bekannt: Anna Pieri Zuercher, die im Zürcher «Tatort» die Ermittlerin Isabelle Grandjean spielt.

Schön die Hand am «Föhn»: Kacey Mottet Klein als Polizeibeamter Lewis Anderson in der neuen RTS-Serie «Uniformes».
Foto: Julie de Tribolet

Die Serie «Uniformes» dreht sich um den Alltag der Beamtinnen und Beamten, mischt Emotionen und Humor mit dramatischer Spannung. Vor allem jedoch geht es um die Menschen hinter der Uniform. Auf Sensationshascherei habe man bewusst verzichtet, betonen die Macher um Regisseur Romain Graf. Im Fokus stehen Mechanismen, die zu einem Drama führen, Routine, Egos, Müdigkeit, Kollegialität und die Frage, was kollektive Verantwortung bedeutet.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Er spielte schon als Kind den Flic

Polizeiarbeit fasziniert Kacey Mottet Klein im richtigen Leben seit je: «Schon beim Spielen auf dem Pausenplatz war ich immer der Polizist.» Tatsächlich überlegt er sich ernsthaft, umzusatteln und sich für die Polizeischule zu bewerben. Noch zögert er, seine Karriere als Schauspieler aufzugeben.

Er gäbe in der Tat viel auf. Der Lausanner Kacey Mottet Klein spielte schon als Siebenjähriger 2008 im Kinofilm «Home» an der Seite von Isabelle Huppert – und bekam den Schweizer Filmpreis als «bestes schauspielerisches Nachwuchstalent». Zwei Jahre später mimte er den jungen Serge Gainsbourg, 2012 folgte «Winterdieb» mit Léa Seydoux. Dafür gabs einen zweiten Schweizer Filmpreis sowie eine Nominierung für den César, das französische Pendant zum Oscar. In rund 30 Kino- und TV-Filmen wirkte Mottet Klein bislang mit.

Chaos vs. Ordnung

Er ist hin- und hergerissen: «Ich bräuchte grad Stabilität im Leben und möchte anderen helfen. Ich träumte immer davon, Polizist zu werden.» Zunächst faszinierte ihn die Action, später realisierte er, wie viel Sozialarbeit die Schweizer Polizeikorps leisten. «Als Teenager bekam ich es selber schon mit der Polizei zu tun. Aber ich habe Ordnung, Respekt vor Autorität und dem Gesetz immer geschätzt», sagt er. «Ein solches Leben ist das genaue Gegenteil meines instabilen und chaotischen Schauspielerlebens. Darum zieht es mich so an.»

Umso glücklicher ist er über seine Rolle als Lewis Anderson, Schürzenjäger in einem Genfer Polizeikorps. Einen Vorgeschmack auf die Realität hat er bekommen. Sechs Monate tauchte Mottet Klein vor den Dreharbeiten in den Alltag verschiedener Dienststellen ein, unter anderem im Pâquis, dem Genfer Rotlichtviertel mit Kriminalität, Prostitution und Drogen.

In lebendiger Erinnerung hat Kacey Mottet Klein die aufgereihten kugelsicheren Westen, den Gang mit vier Zellen und der Kantine dahinter: «Es war ein wenig surreal, beim Mittagessen hörte man das Gezeter aus den Zellen, während die Polizistinnen und Polizisten bei einem Hamburger für eine halbe Stunde dem oft gewalttätigen Alltag entflohen.»

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