SRF-Fitze und Scherrer putzen Schlafzimmer von Hausi Leutenegger
7:27
Jan Fitze zu Reto:«Sind die berühmtesten Thurgauer»

Jan Fitze bei «SRF bi de Lüt»
«Bis auf die Unterhosen blamieren möchte ich mich nicht»

Jan Fitze taucht ein in fünf Schweizer Regionen: Glarus, Graubünden, St. Gallen, Wallis und Berner Oberland. TELE verrät er, wieso er sich bei SRF einst für «Eco» bewarb.
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Ab heute Freitag übernimmt SRF-Moderator Jan Fitze «SRF bi de Lüt».
Foto: Christoph Kaminski

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jan Fitze (43) begeistert mit TV-Formaten und startet beim Zürich Marathon
  • 2025 erreichte «Fitze übernimmt» über 30 Prozent Marktanteil in drei Staffeln
  • Fitze drehte 2025 an 109 Tagen und war dreimal auf dem Üetliberg
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Miriam Zollinger
Tele

Die Spannung steigt. Ist Jan Fitze (43) wirklich so selbstironisch und offenherzig wie im Fernsehen? Zeigt er sein breites Lachen? Ja, tut er, sobald er mit dem Velo auf der Zürcher Josefwiese einfährt. Kaum abgestiegen, erzählt Fitze vom Gravelbike, das er bestellt hat, und dass er sich aus einer Laune heraus für den Zürich Marathon angemeldet hat.

Zwischen zwei Fotosujets erwähnt er, er sei noch auf der Suche nach Häusern für das nächste «Ding Dong», teilt bei läufig mit, dass er neulich den «Literaturclub» schaute – nicht ganz zu Ende zwar, doch so begeistert, dass er fast eins der besprochenen Bücher gekauft hätte. Eher wider Erwarten legt Fitze beim Reden auch mal Pausen ein, überlegt, ergänzt, präzisiert. Gut Ding will Weile haben.

Ein Artikel aus «Tele»

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

Erstaunlich hohe Quoten

Das fanden auch die SRF-Verantwortlichen, die früh das Potenzial ihres Redaktors/VJs erkannten, ihm jedoch erst Jahre nach dem ersten Arbeitstag «Fitze übernimmt» auf den Leib schneiderten. Seither ist er der nette Junge von nebenan, der ganz schön viel kann. Das ist schlechter gereimt als gemeint. Der 43-jährige Thurgauer macht vor der Kamera des Fotografen genauso eine gute Falle wie in seinen diversen TV-Formaten («Ding Dong», «Fitze übernimmt», «SRF bi de Lüt: Hüttengeschichten», «Einfach Retour»). Das zeigen die hohen Quoten.

Kommen wir aber zurück auf den Marathon: Hat er sich das gut überlegt? «Oh Gott, am 12. April!» Und tags darauf gehe es ab zum nächsten «Ding Dong»Dreh. «Nicht die allerbeste Konstellation.» Fitze grinst. Aber so, wie er sich kenne, ziehe ers durch und fange hoffentlich bald mit dem Training an, das sei bitter nötig. Dabei ist der Mann unübersehbar fit. Nicht von ungefähr: Er war Stürmer im U 21-Team des FC St. Gallen und wollte Profi werden. Obwohl gleich gross wie Lionel Messi, sei der Plan gescheitert. Der Grund? Fitze ging auch gern in den Ausgang, studierte parallel Internationale Beziehungen an der HSG, bis zum Master.

Praktikum bei Nik Hartmann

Wobei er irgendwann gemerkt habe, dass das nicht seine Welt ist. Aber wenigstens waren seine Eltern beruhigt. «Es kann Segen und Fluch sein», sagt er dazu, «wenn man immer alles durchzieht.» Verloren waren die Jahre allerdings nicht, sie hätten vielmehr sein Durch haltevermögen gestärkt. «Und da ich das Studium nicht ganz so enthusiastisch absolvierte, musste ich mich jeweils in kürzester Zeit auf meine Prüfungen vorbereiten.» Das wiederum war im Rückblick eine geradezu ideale Voraussetzung für «Fitze übernimmt», wo er ebenfalls so rasch wie möglich mit neuen Situationen klarkommen muss. Von der HSG ins Leutschenbach – wie kam es dazu?

Fitze bewarb sich während eines Austauschsemesters in Bangkok für ein Praktikum bei «Eco». Nach dem Vorstellungsgespräch befand man, er passe trotz wirtschaftlich orientiertem Studium besser in die Unterhaltung. «Was vielleicht gut war für alle Beteiligten.» Am 1. März 2011, daran erinnert er sich genau, begann sein zweijähriger Ausbildungslehrgang bei SRF. Eigentlich. «Denn da bin ich schon mal nicht aufgetaucht …» Fitze brach sich am Vortag den Arm, lag im Spital, Handyakku leer, und konnte nicht über sein Nichterscheinen informieren. Tags darauf trabte er an. Mit Gips. Aus dem Praktikum wurde eine Festanstellung bei «SRF bi de Lüt». Fitze wanderte mit Nik Hartmann (53), begleitete Landfrauen auf ihren Reisen und einiges mehr. Doch wie gesagt: Fitze blieb bis 2020 hinter der Kamera. Eine lange Zeit, findet auch er, «aber es hat mir einen Rucksack voller wertvoller Erfahrungen beschert».

Seine Vorgesetzten sahen sein Potenzial

Ja, und dann fing das mit «Ding Dong» an, er wurde Sidekick von Viola Tami (44). Fitze lacht schallend, als er erzählt, wie ihm manchmal Wildfremde auf die Schulter tippen und «Ding Dong!» sagen. Er habe Potenzial für mehr, fanden seine Vorgesetzten, als sie 2023 über seine Zukunft sprachen. Resultat: Er erhält seine eigene Sendung und besucht in «Fitze übernimmt» Menschen aller Art, taucht völlig unvorbereitet in deren Leben ein. Und übernimmt sich, der Sendungstitel ist Programm, auch mal selbst. «Ich habe schon gern, wenn ich die Leute zum Lachen bringe», sagt er dazu, «aber bis auf die Unterhosen blamieren möchte ich mich dann doch wieder nicht.» Sein Ehrgeiz nämlich ist beträchtlich, obwohl er damit kokettiert, er könne vieles, aber nichts so richtig. «Damit bin ich in diesem Format bestens aufgehoben – es ist ein Glück für mich, eine grosse Chance.» Die hat er längst genutzt. Marktanteil in den bislang drei Staffeln: über 30 Prozent!

Fitze nimmt, das ist kein Geheimnis, gern den Mund etwas voll. «Eine gute Ausgangslage, um mir ohne schlechtes Gewissen Aufgaben zu stellen, bei denen ich auf die Schnauze falle.» Dann wird es lustig fürs Fernsehpublikum – und meistens auch für ihn. Wirklich unwohl war ihm nur einmal: als Beifahrer in einer Rallye. Obwohl die Produzentin damals glaubte, sie erfülle ihm einen Bubentraum. «Weit gefehlt!», Fitze verzieht das Gesicht, «da steige ich lieber auf einen Berg, wo ich mein Schicksal selber beeinflussen kann.» Berg gesucht, Berg gefunden, wie nun in der neuen Staffel zu sehen ist. «Du machsch scho jeda Schissdrägg mit», sagt der Bergführer anerkennend, als Kletternovize Fitze auf dem Piz Badile steht, 3308 Meter über Meer, total ausserhalb seiner Komfortzone und genau darum auf Betriebstemperatur. Beim Klettertraining drei Tage zuvor war das noch anders: Da machte sich eine Lebensmittelvergiftung bemerkbar. «Mir wurde immer übler, ich dachte aber, das sei wegen der Höhe.» Wieder unten, ging gar nichts mehr. Auch nicht, als er einen Tag nach dem Training mit Kundinnen auf ein Lama-Trekking musste. «Da war die Gefahr, etwas auszuspucken, bei mir grösser als bei den Lamas.»

«Das Leben ist ernst genug»

Fitze nimmt nach besonders herausfordernden Aufgaben aber auch vieles mit. «Wo sonst erhält man die Gelegenheit, in so viele verschiedene Tätigkeitsbereiche hineinzuschauen?» Dabei lerne er vor allem auch, Verständnis für andere Lebensentwürfe aufzubringen. «Das finde ich wertvoll an dieser Sendung, das Publikum hoffentlich ebenfalls.» Ein Wermutstropfen bei so viel Positivem: die arbeitsbedingten Absenzen. 109 Drehtage waren es letztes Jahr. Fitze ist ja auch noch Familienvater, Tochter Lily zweijährig. «Das gibt schon nicht immer Luftsprünge», sagt er. Umgekehrt würden aber auf Phasen längerer Abwesenheit zum Glück auch solche folgen, in denen er das kompensieren kann. «Ohne verständnisvolles Umfeld geht das alles nicht.» Dafür steckt er selber auch zurück: Seine Mountainbike-Ausflüge auf den Zürcher Hausberg im letzten Jahr könne er an einer Hand abzählen. «Tragischerweise war ich da nur dreimal auf dem Üetliberg.» Er schneidet eine mitleiderregende Grimasse.

Um die Stimmung wieder zu heben, wird hurtig nach seinem Lebensmotto gefragt. Ein eher heiteres, oder? Fitze überlegt lange. «Das Leben ist ja ernst genug, da muss ich es nicht auch noch sein. Ich habs schon lieber heiter.» Was aber nicht bedeutet, dass er sich nicht über sehr viele Dinge Gedanken macht. Aber natürlich wolle er seine Energie vor allem dort einsetzen, wo er etwas bewirken kann. Mit anderen Worten: Den Menschen daheim ein bisschen Freude in die Stube bringen – ja, das liegt Jan Fitze sehr am Herzen. Wenn ihm das gelingt, ist er happy. «Dann weiss ich, dass ich etwas gut gemacht habe.» 

«SRF bi de Lüt: Fitze übernimmt» läuft am Freitag, 13. März, um 20:10 Uhr auf SRF 1. 

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