Darum gehts
- SRG streicht 20 Prozent der Kaderstellen bis 2026 und reorganisiert Führung
- Lohneinbussen von CHF 1000 werden dementiert, Änderungen je nach neuer Funktion möglich
- Teams künftig mit doppelter Führung; Sparmassnahmen betreffen primär bestehende Formate
Verlieren die Kaderpositionen bei der SRG ihren Status und bis zu 1000 Franken Lohn? Das haben Zeitungen von CH Media am Mittwoch berichtet. Die SRG dementiert die kursierenden Berichte und liefert Blick eine Klarstellung zu ihrer grossen Sparrunde.
Auf Anfrage schreibt SRG-Sprecherin Gianna Blum: «Die derzeit kursierende Aussage einer generellen Lohneinbusse von CHF 1000 können wir so nicht bestätigen.» Und weiter: «Die konkrete Auswirkung hängt von der jeweiligen Funktion und der individuellen Anstellungssituation ab.»
Hintergrund ist die grosse Reorganisation bei der SRG. Über 20 Prozent der Führungspositionen auf den obersten drei Ebenen fallen weg, verglichen mit dem Stand von 2024. Zahlreiche Kaderstellen wurden dabei komplett neu ausgeschrieben. Wer sie bisher innehatte, musste sich auf die eigene Position erneut bewerben.
Keine automatische Herabstufung
Laut SRG ist damit aber keine automatische Herabstufung bestehender Kader verbunden. «Es trifft nicht zu, dass bestehende Führungsfunktionen neu bewertet und deshalb tiefer entlöhnt werden», stellt Blum klar. «Vielmehr wurden die Funktionen und ihre Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten im Rahmen der Neuorganisation grundsätzlich neu geordnet.» Erst wenn sich ein bisheriges Kadermitglied auf eine neu geschaffene Funktion bewerbe und diese auch erhalte, könne es «entsprechende Veränderungen in der Lohneinstufung» geben.
Die SRG betont zudem, dass sich die Anforderungen an die Führungsfunktionen grundsätzlich verändert hätten. «Da sich Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Führungsfunktionen in der Regel verändert haben, wurden sie auch neu ausgeschrieben und bewertet», so Blum. «Entsprechend sind die künftigen, neu besetzten Führungspositionen in den meisten Fällen nicht mit den bisherigen Führungspositionen vergleichbar.»
Bereits in einer ersten Stellungnahme an Blick hatte die SRG festgehalten: «Vor diesem Hintergrund lässt sich eine frühere Kaderzugehörigkeit nicht automatisch auf die neu geschaffenen Führungsfunktionen übertragen. Entscheidend sind vielmehr die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der jeweiligen neuen Funktion.»
Zwei Chefs pro Team
Neu sollen Teams bei der SRG künftig von zwei Personen geführt werden: eine für die fachliche, eine für die personelle Führung. Dies sei keine neue Entwicklung und sei in unterschiedlichen Ausprägungen bereits in der Vergangenheit dort angewendet worden, wo es organisatorisch sinnvoll ist.
Auch fürs Programm dürfte der Sparkurs Folgen haben. Die SRG will primär innerhalb bestehender Formate sparen, statt ganze Sendungen zu streichen. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille (52) sagt dazu in einer Mitteilung: «Wir sind unserem Publikum verpflichtet. Deshalb setzen wir den politischen Sparauftrag so um, dass möglichst viel von jedem Franken der Medienabgabe ins Programm fliesst.» Und weiter: «Dazu hinterfragen wir auch unsere eigenen Strukturen konsequent.»