Darum gehts
- Nach Haralds Tod am 28. August ist Haakon mit 53 Norwegens König
- Königin Mette-Marit fällt aus, ihre beiden Kinder zieht es ins Ausland
- Trotz früherer Krisen vertrauen ihm laut Umfrage 88 Prozent
Kaum hat Norwegen einen neuen König, wird es eng um ihn herum. Haakon VIII. (53) muss nicht nur den Verlust seines Vaters verkraften, sondern auch eine Monarchie repräsentieren, während seine Familie mit Krankheit, Trauer und eigenen Lebenswegen beschäftigt ist.
Am 28. August starb sein Vater König Harald († 89) nach 35 Jahren auf dem Thron. Für Haakon hat damit eine neue, anspruchsvolle Lebensphase begonnen. Und ausgerechnet jetzt fehlt ihm ein grosser Teil seiner Familie an seiner Seite.
Öffentlicher Druck
Seine Ehefrau, Königin Mette-Marit (53), erholt sich nach ihrer Lungentransplantation. Bis zum kommenden Sommer soll sie keine offiziellen Termine wahrnehmen, wie der Palast vor wenigen Tagen bekannt gegeben hat.
Ihr Sohn Prinz Sverre Magnus (20) studiert in Lissabon. Tochter Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) kehrt im Februar 2027 für ihr Studium nach Australien zurück. Haakons Mutter Königin Sonja (89) muss nach dem Tod ihres Mannes erst ihren neuen Platz finden.
Wie sehr der König unter öffentlichem Druck leiden kann, hat er in seiner Biografie «Haakon – Geschichten über einen Thronfolger» offenbart. Als seine Beziehung zu Mette-Marit Ende 2000 die norwegischen Medien beherrschte, versuchte der Palast, die Lage bei einem Treffen mit Journalisten zu beruhigen.
Alles ist Chaos
Doch die Spekulationen um ihre Vergangenheit skalierten erst recht. Haakon zog sich für eine halbe Stunde in ein leeres Büro im Aussenministerium zurück. «Ich habe im Nebenraum geweint», schilderte er die Situation. «Ich war so müde und traurig», erinnerte er sich.
«Okay, alles ist Chaos», habe er gedacht. Der öffentliche Druck rund um seine Liebe zu Mette-Marit setzte ihm schwer zu. Schon als Bub haderte der heutige König mit seiner Sonderrolle.
Seine Schwester Prinzessin Märtha Louise (55) erzählte in ihrem Buch «Haakon» von 1998, ihr Bruder habe sich gewünscht, lieber ein armes Strassenkind in Brasilien zu sein. Dann, so seine Hoffnung, würden ihn die Menschen vielleicht um seiner selbst willen akzeptieren – und nicht bloss, weil er ein Prinz war.
Das meint das Volk
Ist Haakon besonders empfindsam? Seine eigenen Schilderungen und die Erinnerungen seiner Schwester legen nahe, dass ihn die Erwartungen an seine Rolle stark beschäftigten. Seine Verletzlichkeit macht die aktuelle Situation umso bemerkenswerter.
Der Mann, der einst am liebsten unerkannt geblieben wäre, muss nun eine Monarchie repräsentieren – während seine Frau gesundheitlich kämpft und er gleichzeitig um seinen Vater trauert.
Immerhin: Im Volk steht Haakon gut da. Laut einer im September veröffentlichten Umfrage haben 88 Prozent grosses oder ziemlich grosses Vertrauen in ihn. Auch die Zustimmung zur Monarchie stieg nach Haralds Tod.
Die Unterstützung ist also da. Die Frage ist, wie Haakon die gewaltige Aufgabe bewältigt, wenn die Menschen, die ihm privat am nächsten stehen, derzeit kaum an seiner Seite sein können.