«Das ist nicht gut für die königliche Familie»
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«Nicht gut für Königsfamilie»:Das sagen Norweger vor dem Prozess gegen Marius Borg Høiby

Borg Høibys Anwältin findet klare Worte
«Er kommt hier als unschuldiger Junge an»

Ab heute muss sich Marius Borg Høiby vor Gericht verantworten. Die Gerichtsverhandlungen gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit beginnen. Die Vergewaltigungs-Vorwürfe bestreitet er. Blick tickert live.
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Am Dienstag beginnt der Gerichtsprozess gegen Marius Borg Høiby.
Foto: IMAGO/Bestimage

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marius Borg Høiby steht ab 3. Februar 2026 in Oslo vor Gericht
  • Er ist in 38 Punkten angeklagt, darunter vier Vergewaltigungen
  • Das Verfahren umfasst 24 Verhandlungstage mit 53 Zeugen bis März 2026
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Ab heute Dienstag ist es so weit: Der royale Skandal rund um Marius Borg Høiby (29) wird vor Gericht verhandelt. Einen Tag vor Prozessstart wurde bekannt, dass Borg Høiby am Sonntagabend in Gewahrsam genommen wurde. Er soll eines seiner mutmasslichen Opfer am Wochenende mit einem Messer bedroht haben. Bis am 2. März muss er in Untersuchungshaft bleiben, da die Gefahr bestünde, dass er rückfällig werden könnte. Am Montagabend wurde der 29-Jährige dann im Krankenhaus untersucht – erschien kurz nach 09:30 Uhr aber dennoch vor Gericht. Blick tickert live vom ersten Prozesstag.

03.02.2026, 11:17 Uhr

Schuldig oder unschuldig?

In diesen Fällen bekennt sich Marius Borg Høiby schuldig:

  • Ein Fall von sexuell übergriffigem Verhalten
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis

  • Schweres Drogenvergehen

  • Verstoss gegen einstweilige Verfügung

  • Zu schnelles Fahren

In diesen Fällen bekennt sich Marius Borg Hoiby teilweise schuldig:

  • Schwere Körperverletzung
  • Rücksichtsloses Verhalten
  • Verstoss gegen einstweillige Verfügung
  • Verstoss gegen die Strassenverkehrsordnung

In diesen Fällen bekennt sich Marius Borg Hoiby nicht schuldig:

  • Schikane von Polizeibeamten und Verweigerung von persönlichen Angaben gegenüber Amtsträgern

  • Fünf Fälle von sexuell übergriffigem Verhalten

  • Bedrohungen

  • Missbrauch in engen Beziehungen

  • Vergewaltigung mit Geschlechtsverkehr

  • Drei Fälle der Vergewaltigung ohne Geschlechtsverkehr

In diesen Fällen waren seine Antworten nicht verständlich:

  • Zwei Schadensfälle
  • Körperverletzung

03.02.2026, 15:48 Uhr

Erster Prozesstag beendet

Nachdem dem Gericht die Videoaufnahmen zur angeblichen Vergewaltigung eines der Opfer vorgeführt wurden, ist der Prozessauftakt für heute beendet. Am Mittwoch, 4. Februar, wird Marius Borg Høiby selbst im Zeugenstand erwartet.

03.02.2026, 14:40 Uhr

«Das ist das Letzte, was ich will»

Während die erste Frau unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagt, hört ihr Borg Høiby von einem anderen Raum aus zu, ebenso die Pressevertreter, die einen Teil ihrer Aussagen unter gewissen Bedingungen wiedergeben dürfen. Bei der Frau handelt es sich um jene, die 2018 nach einer Party von ihm vergewaltigt worden sein soll. Wie es für sei, hier zu sein, will der Staatsanwalt von ihr wissen? «Das ist das Letzte, was ich will. Ich finde es ziemlich surreal. Es überfordert mich total. Ich will nicht weinen. Ich finde die ganze Sache unglaublich unangenehm. Es ist unfair, dass ich da hineingezogen wurde», sagt sie und beginnt laut «vg» dann doch zu weinen. «Ich sitze hier und zittere». 

Die Frau berichtet von ihrem ersten Treffen mit Borg Høiby bei einer Party vor einigen Jahren. Er sei «super nett, charmant, freundlich, höflich» gewesen. 

03.02.2026, 14:10 Uhr

Eröffnungsplädoyer beendet

Nach dem Erföffnungsplädoyer von Borg Høibys Anwältin gibt es nun eine kurze Pause. Danach wird eines der mutmasslichen Opfern angehört. 

03.02.2026, 14:03 Uhr

«Alle hatten zuerst einvernehmlichen Sex mit Marius»

Die Verteidigung betont, sie werfe keinem der mutmslichen Opfer vor, «über die Erlebnisse gelogen zu haben». Alle Betroffenen hätten vor den in der Anklage beschriebenen Vorfällen «einvernehmlichen Sex» mit Marius Borg Høiby gehabt. Zudem habe sich alles in einem Umfeld mit hohem Alkohol- und Drogenkonsum abgespielt, in dem «Sex eine sehr grosse Rolle spielt – es kann überraschend sein, wie er sich äussert und welche Formen er annimmt», so seine Anwältin gemäss «vg». Auch die intensive Medienberichterstattung habe möglicherweise zur Eskalation des Falls beigetragen.

03.02.2026, 13:51 Uhr

Anwältin von Marius Borg Høiby meldet sich zu Wort

«Wie jeder andere ist auch er unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist. Das Urteil wird in diesem Gerichtssaal und nirgendwo sonst verkündet. Nur Sie allein entscheiden darüber», sagt Borg Høibys Anwälttin Ellen Holager Andenæs gemäss «vg». Sie fährt dann fort die Rolle der Medien anzusprechen. «Das Problem ist, dass Marius in den letzten anderthalb Jahren eine alles andere als normale Behandlung erfahren hat. [...] Meiner Meinung nach hat kein Versuch, an das Anstandgefühl der Medien zu appellieren, irgendeinen Zweck erfüllt».

Borg Høiby spüre gemäss ihr «den ganzen Druck, der auf ihm lastet und die Angst, völlig chancenlos zu sein». So sei er zwar noch nicht verurteilt, in ihren Augen sei das infolge der ganzen Medienberichterstattung allerdings nur noch Formsache. «Was ich in diesen einleitenden Bemerkungen betonen möchte, ist, dass unser Mandant im Vorfeld der Hauptverhandlung in keiner Weise eine normale Behandlung erfahren hat. Er hat ganz sicher keine positive Sonderbehandlung erhalten, wie manche behaupten».

Für die Anwältin ist für den anstehenden Prozess eines wichtig zu betonen: «Ausgangspunkt muss sein, dass Marius unschuldig ist. Er kommt hier als unschuldiger Junge an». 

03.02.2026, 13:31 Uhr

Opfer-Anwalt ergreift das Wort

John Christian Elden, der Anwalt dreier mutmasslicher Opfer, äussert sich vor Gericht. «Keine der von mir erwähnten Klientinnen hat darum gebenten, hier zu sein. Keine von ihnen hat Anzeige ersttatet. Es ist die Polizei, die im öffentlichen Interesse Ermittlungen eingeleitet und Anklage erhoben hat», wird er von «vg» zitiert. Für die drei Frauen sei der Prozess eine grosse Belastung. Er fordere für die drei Frauen Schadenersatz, für zwei von ihnen zusätzlich eine Entschädigung für den Verdienstausfall. 

03.02.2026, 13:10 Uhr

Vor Gericht in Oslo geht es weiter

Nach der Mittagspause erscheint Marius Borg Høiby in bereits seinem dritten Look. Trug er zu Beginn der Verhandlung noch einen dunklen Pulli zu grüner Kakihose, so war es nach der Znünipause ein dunkelgrauer Pulli über einem weissen Hemd. Am Nachmittag verabschiedete er sich nicht nur von seiner Brille, sondern auch vom Pullover, erscheint in einem weissen T-Shirt welches den Blick auf seine tätowierten Arme freilässt. 

03.02.2026, 12:18 Uhr

Mittagspause in Oslo

Nach der Beweisaufnahme verabschiedet sich das Gericht in die Mittagspause.

03.02.2026, 12:04 Uhr

Zeugen und Beweise

Die mutmasslichen Vergewaltigungsfälle werden kurz geschildert und dabei die für die Fälle wichtigen Beweismittel und Zeugen erwähnt. So auch im Falle Nora Haukland, Borg Høibys Ex-Freundin. Ihm wird vorgeworfen, sie wiederholt gewürgt, geschlagen und getreten zu haben. Staatsanwalt Sturla Henribsbo gab an, dass der Nachrichtenaustausch zwischen den beiden im Prozess als Beweismittel vorgelegt werde. Borg Høiby bekannte sich bei der Verlesung der Anklageschrift im Fall «Missbrauch in engen Beziehungen» nicht schuldig.

03.02.2026, 11:52 Uhr

Mutmassliche Vergewaltigung im März 2024

Eine weitere mutmassliche Vergewaltigung soll sich bei einer After-Party 2024 ereignet haben. Davon existieren mehrere Videos, zitiert «vg» Staatsanwalt Sturla Henriksbo. Diese seien in einem Hotel in Oslo aufgenommen worden. Während die namentlich nicht genannte Frau auf dem ersten Video noch wach zu sein scheine, liege sie in den anderen Aufnahmen scheinbar regungslos da. Bevor es zu der mutmasslichen Vergewaltigung gekommen sei, sollen die beiden einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt haben, so der Staatsanwalt. 


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Wer ist Marius Borg Høiby?

Marius Borg Høiby ist der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit. Sie brachte ihn aus einer Beziehung vor ihrer Ehe mit Kronprinz Haakon (52) mit. Sein Vater ist der Unternehmer Morten Borg. Marius wuchs zunächst bei seiner Mutter, später bei dem Königspaar auf – mit seinen Halbgeschwistern Prinzessin Ingrid Alexandra (22) und Prinz Sverre Magnus (20). Marius Borg Høiby trägt keinen Adelstitel und gehört nicht zur Thronfolge. Trotzdem steht er als Mette-Marits Sohn in der Öffentlichkeit und wird als «Skandal-Prinz» bezeichnet.

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Warum genau steht er vor Gericht?

Marius Borg Høiby ist in 38 Punkten angeklagt, darunter vier Vergewaltigungen, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, illegales Filmen, Verstösse bei Kontaktverboten, Sachbeschädigung und Bedrohungen. Dem Staatsanwalt Sturla Henriksbø zufolge haben die Straftaten im Zeitraum von 2018 bis 2025 stattgefunden. Es wird weiter gegen Høiby ermittelt. Die ersten Anschuldigungen gegen Mette-Marits Sohn waren 2024 laut geworden und bestimmen seither regelmässig die Schlagzeilen.

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Wann und wo findet der Gerichtsprozess statt?

Der Prozess beginnt am 3. Februar 2026 im Bezirksgericht Oslo (Norwegen). Das öffentliche Verfahren soll planmässig sieben Wochen dauern und aus 24 Prozesstagen bestehen, während der 53 Zeugen angehört werden – darunter auch Ex-Freundinnen des Angeklagten. Das voraussichtliche Ende des Prozesses wäre in diesem Fall der 19. März 2026. Die Verhandlungen finden jeweils dienstags bis freitags statt. Es ist zu erwarten, dass das Urteil erst einige Wochen nach Ende des Prozesses verkündet wird.

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Welche Strafe droht ihm?

Für die schwersten Anklagepunkte (insbesondere die Vergewaltigungen) drohen Marius Borg Høiby nach norwegischem Recht bis zu zehn Jahre Haft. Dies gilt im Falle einer Verurteilung. Falls er für mehrere dieser schwerwiegenden Straftaten schuldig gesprochen wird, könnte er auch über zehn Jahre Haftstrafe bekommen.

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Was sagt Marius Borg Høiby selbst zu den Anklagepunkten?

Marius Borg Høiby hat seine Schuld in einzelnen Anklagepunkten zugegeben. Dabei geht es vor allem um Vorwürfe im Zusammenhang mit Drogen. Schon im Sommer 2024 räumte er ein, unter Alkohol- und Kokaineinfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Gegenstände in ihrer Wohnung beschädigt zu haben. In einer Stellungnahme berichtete er damals von psychischen Problemen; ausserdem habe er schon länger mit Drogenmissbrauch zu kämpfen. Die schwerwiegendsten Anklagen bezüglich Gewalt- und Sexualstraftaten weist er bis heute zurück und wird diese vor Gericht bestreiten.

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Hat das norwegische Königshaus Stellung bezogen?

Bisher waren die Stellungnahmen eher verhalten. Man betonte die Trennung von Familienangelegenheiten und Justiz. Man habe Mitgefühl mit allen Betroffenen. Ausserdem seien die Ermittlungen noch am Laufen. Mutter Mette-Marit und Kronprinz Haakon werden im Übrigen nicht als Zeugen vor Gericht geladen. Laut dem Staatsanwalt gebe es keinen Anlass, das Paar unnötig in den Fall zu verwickeln.

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