Darum gehts
- Ariana Grande zieht sich ab 1. September aus der Öffentlichkeit zurück
- Jameela Jamil kritisiert Schönheitsideal nach Musikvideo «Petal»
- Tournee-Ende in London nach 34 Shows im Jahr 2026
Die Debatte um das Erscheinungsbild von Ariana Grande (33) erreicht einen neuen Höhepunkt. Zuletzt meldete sich die britische Schauspielerin Jameela Jamil (40) öffentlich zu Wort. Nach der Veröffentlichung von Grandes neuem Musikvideo «Petal» kritisierte Jamil das Styling der Künstlerin und warnte vor der Kategorisierung solcher Bilder als gesundes Schönheitsideal. «Diese arme Frau stirbt möglicherweise direkt vor unseren Augen», schreibt sie auf Instagram. Jamil betonte zwar das Dilemma, dass öffentliche Kommentare über fremde Körper die mentale Gesundheit belasten können, wies jedoch auf die Signalwirkung für junge Fans hin.
Unter dem Musikvideo selbst häufen sich besorgte Kommentare. Eine Nutzerin schreibt: «Ihr Hals sieht knochig aus, ebenso ihre Arme.» Ein anderer Fan richtet seine Kritik direkt an Grandes Umfeld: «Wie viele Fachleute mussten dieses Video schon prüfen, und trotzdem wurde es veröffentlicht?» Ein weiterer Kommentar bringt die Besorgnis vieler Fans auf den Punkt: «Sie sieht buchstäblich krank aus. Sie muss sich Hilfe holen.»
Gewichtsabnahme hängt mit einem Kontrollbedürfnis zusammen
Auch in Fachkreisen schaut man besorgt auf die Entwicklung. Regine Rust, Geschäftsleiterin der Stiftung für Suchthilfe, sieht in der Normalisierung extremer Schlankheit in den Medien eine erhebliche Gefahr für Jugendliche: «Das sind Vorbilder, die Massstäbe setzen. Als Institution, die viel mit Jugendlichen arbeitet, sehen wir das als sehr gefährlich an, weil es extrem hohe Ansteckungseffekte hat.» Das Phänomen erinnere sie an die Neunzigerjahre und den damaligen «Heroin Chic» bei Models wie Kate Moss (52).
Dass Betroffene oder ihr Umfeld Signale anders wahrnehmen als die Öffentlichkeit, ist für Suchtexpertin Regine Rust nicht ungewöhnlich. «Eine starke Gewichtsabnahme hängt oft mit einem Kontrollbedürfnis zusammen – etwa nach traumatischen Erlebnissen wie dem Anschlag auf Grandes Konzert im Jahr 2017. Gewichtsabnahme hat bei Phänomenen, die man von der Magersucht kennt, viel damit zu tun, Dinge unter Kontrolle zu haben. Während Betroffene dies selbst oft als positiv erleben, löst das äussere Erscheinungsbild – wie etwa das stark abgemagerte Gesicht oder die dünnen Arme – bei Erwachsenen Erschrecken aus.»
Sprecher: «Gesund und erfolgreich auf höchstem Niveau»
Gleichzeitig gibt Rust zu bedenken, wie immens der Druck durch ständige Körperbewertungen von aussen ist: «Egal ob im Positiven oder Negativen – es ist ein schmaler Grat, und der Druck muss immens sein. Es ist nachvollziehbar, dass man versucht, da die maximale Kontrolle zu behalten. Sobald ein Foto in der Welt ist, hat man keine Kontrolle mehr darüber.»
Grande wird sich nach dem Ende ihrer aktuellen «Eternal Sunshine Tour» am 1. September in London vorerst aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, berichtet das US-Magazin «People». Grund für die Auszeit sei der «unaufhörliche öffentliche Druck und die ständige Beobachtung», denen Grande seit Monaten ausgesetzt ist. Ein Sprecher aus dem Umfeld von Ariana Grande wies Spekulationen über gesundheitliche Probleme zurück. Die Sängerin absolviere ihre körperlich anspruchsvolle Tournee «gesund und erfolgreich auf höchstem Niveau».