Darum gehts
- Metallica begeistern 50'000 Fans im Zürcher Letzigrund mit besonderem Moment
- Bassist Trujillo singt Polo Hofers «Alperose» auf Berndeutsch, Publikum euphorisch
- Konzert mit Schweizer Rocklegende Chris von Rohr (74) und Traumwetter
Nach sechs Jahren Pause sind die Metal-Giganten aus Kalifornien zurück im Zürcher Letzigrund – und reissen rund 50'000 Fans von den Sitzen. Der Höhepunkt des Abends: Als Metallica-Bassist Robert Trujillo (61) plötzlich Polo Hofers (1945–2017) Kultlied «Alperose» anstimmt – auf Berndeutsch, mitten in einem Metal-Konzert –, dreht das Letzigrund durch.
Einer, der diesen Moment ganz nah miterlebt: Chris von Rohr (74), Mitgründer und Bassist der Schweizer Krokus, der die Band sogar persönlich backstage trifft. Kein Wunder, denn die Verbindung reicht weit zurück – wie der Musiker im Gespräch mit Blick erzählt.
Krokus, die Hardrock-Legende aus der Schweiz, gehörte in den frühen 80er-Jahren zu den grossen Namen des europäischen Metals – mit Alben wie «Hardware» oder «Headhunter» rockten sie die internationale Bühne und füllten Hallen rund um den Globus.
Und wer spielte damals in San Francisco in ihrem Vorprogramm? Eine noch weitgehend unbekannte Band aus der Bay Area namens Metallica. «Unglaublich! So was verbindet – und seither sind wir immer mal wieder im Kontakt», sagt von Rohr. Dass aus der einstigen Vorband heute wohl die grösste Metal-Band der Welt geworden ist, macht die Freundschaft nur noch etwas spezieller.
Von Rohr brachte Geschenke
Vor der Show trifft von Rohr die Band backstage. Gesprochen wird über vieles: «Natürlich über Musik, Instrumente, Shows, Privates – und über das ‹Hawaii-Klima› in Zürich.» Und er kommt nicht mit leeren Händen. «Ich brachte Kirk, dem Gitarristen, einen schönen Schweizer Bergkristall. Er und seine Frau feiern spezielle Steine ab. James (62), dem Dauerqualmer vom Dienst, überreichte ich einen Stumpen aus Schokolade. Die Freude war gross.»
Persönlich erlebt er die Weltstars so, wie man es sich wünscht: «Absolute super Typen ohne Allüren – auch Lars und der Bassist. Einfach tolle Menschen mit Haltung und Herz.» Besonders hängen geblieben ist ihm ein Detail auf den Backstage-Pässen der Band – darauf steht schlicht: «Be nice or leave.»
Grossen Respekt für die Band
Seinen Respekt für Metallica trägt von Rohr schon lange. «Das schwarze Album und ‹Master of Puppets› sind Riesendinger. Live sind Metallica eh ne Wucht.» Und wer die Band noch tiefer kennenlernen will, dem empfiehlt er: «Ihren Therapie-Film ‹Some Kind of Monster› – ein Klassiker. Auch im Streit bewahrten sie Haltung.»
Und dann war da noch dieser eine Moment: «Polo Hofer hätte seine wahre Freude gehabt. ‹Alperose› in Metal – das hatte schon was. Der Bassist hat unseren Slang super gemeistert, Respekt!»
Für von Rohr war es ein Abend, der alles hatte: «Ein absoluter Hammerabend. Ein Metal-Rendezvous der Extraklasse – genialer Bandtreff, bombastisches Konzert, Megaproduktion, überall gute Stimmung bei einem Traumklima. Was will man mehr – Metallfest erster Güteklasse.»