Darum gehts
- Joel Basman zeigt sich in der SRF-Talkshow «Gredig direkt» offen wie selten
- Zur Sprache kommen seine Karrierekrise und seelische Verletzungen
- Punkto Drogen habe er seine Erfahrungen gemacht und seine Grenzen gefunden
Schauspieler Joel Basman (36) ist am Donnerstag, 11. Juni, Gast in der SRF-Talkshow «Gredig direkt». Aktueller Aufhänger ist das Theaterstück «Sonja – ein Junkieleben», in dem Basman eine heroinabhängige Frau im Zürich der 1990er-Jahre verkörpert.
Zu Beginn möchte Urs Gredig (56) von Basman wissen, weshalb es in jüngster Zeit so ruhig um ihn geworden sei. «Manchmal ist es in diesem Beruf einfach so: Es waren keine passenden Rollen da», sagt Basman.
Tatsächlich sei er in einer Krise gewesen. Doch habe er auch nicht jedes mögliche Engagement annehmen können. Er habe sich grundsätzliche Fragen gestellt: «Bis zu welchem Punkt geht meine Kompromissbereitschaft? Und ab wann gibt es Qualitätsschäden?»
«Das war verletzend»
Basman erwähnt «schockierende» Angebote, die er erhalten habe. «Will ich als Schauspieler auf ein Schiff in die Karibik? Mehr brauche ich glaub nicht zu sagen ...», sagt er über eine mögliche Rolle in einer bekannten deutschen TV-Serie.
«Schockierend» sei auch gewesen, zu realisieren, dass er «als selbständig erwerbender Künstler keine Chance habe in diesem Land». Er erhalte keine Arbeitslosengelder und habe dann unter anderem im Security-Bereich gearbeitet. «Ich war auch bei einer Sozialversicherung. Dort sagte man mir, ich müsse den Job wechseln. Das war verletzend, baute in mir aber wieder neue Energie auf.»
Diese äussert sich jetzt im laufenden Stück, das er mit Regisseur Michael Steiner (56) erarbeitete – ihrem Theaterdebüt. «Am liebsten möchte ich nur noch so arbeiten», sagt er. Doch wenn ein Filmdrehbuch wirklich gut sei, werde er auch nicht lange zögern. «Egal, wie viele Drehtage ich hätte und ob ich ein Hausmeister oder Agent wäre.» Dieses Jahr könne er wieder «etwas Grosses» drehen. Darüber sprechen dürfe er noch nicht.
«Habe vieles ausprobiert»
Immer wieder kehrt Gredig im Gespräch mit Basman zu «Sonja – ein Junkieleben» zurück und will wissen, ob diese Rolle Parallelen zu seiner Biografie aufweise. «Ich bin ein Mensch, der weiss, dass er ein Suchtmensch ist», meint Basman dazu.
Er habe vieles ausprobiert und sei ja schliesslich auch schon 36. Auf die Frage von Gredig, ob er labil sei oder sich im Griff habe, sagt Basman: «Ich habe meine Grenzen herausgefunden. Und es ist nicht so, dass ich einmal durchs ganze Drogenalphabet gegangen bin. Es gibt Teufel, mit denen darf man nicht tanzen.»
Kürzlich habe er ein Tagebuch gefunden, in dem er als 13-Jähriger seinen Wunsch äusserte, später einmal einen Oscar gewinnen zu wollen. Dieser Traum sei noch immer da. Er habe an anderer Stelle schon gesagt, dass er auf eine gesunde Art grössenwahnsinnig sei. «Dieser Satz gilt immer noch. Ich will bescheiden bleiben, aber auch hungrig.»
Und wer an Basmans Talent und Potenzial zweifeln sollte, dem sei George Clooneys (65) Aussage in der SRF-Sendung «Glanz & Gloria» von 2014 empfohlen. Der Hollywood-Star sagt dort über Basmans Leistung im Film «Monuments Men»: «Ihr solltet stolz auf ihn sein. Er ist ein wundervoller Schauspieler.»