Darum gehts
- Stefan Büsser freut sich auf die fünfte Staffel ab 8. Februar
- «Late Night Switzerland» erreicht konstant 18 Prozent Einschaltquote
- Politische Themen gewinnen an Bedeutung, erste Folge mit Jacqueline Badran
Endlich! Nach Ansicht von Stefan Büsser (40) dauern die Pausen zwischen den «Late Night Switzerland»-Staffeln jeweils viel zu lange. Der Grund: «Ich vermisse mein Team!» Da dieses nämlich ausschliesslich aus freien Mitarbeitenden besteht, wird während der Produktionswochen zwar intensiv zusammengearbeitet, danach trennen sich die Wege aber vorerst wieder.
Entsprechend gross ist Büssers Vorfreude auf den 8. Februar: Dann geht die mittlerweile fünfte Staffel der SRF-Comedyshow los. TELE fühlt dem Moderator und Comedian kurz vor dem Start den Puls – der erstaunlich tiiiief ist.
TELE: Sie wirken entspannt …
Stefan Büsser: Ich wirke nicht nur so, ich bin es auch!
Weil Sie vier Staffeln lang bewiesen haben: Der Büssi kann Late Night?
(Lacht.) Na, so eingebildet und überheblich bin ich nun wirklich nicht! Schauen Sie, es geht mir weniger darum, was Kritiker denken, sondern vielmehr darum, wie sich die Sendung und mit ihr auch unser Team entwickelt hat. Bei der ersten und zweiten Staffel drehten sich meine Gedanken ununterbrochen um die Show. Wenn wir am Dienstag noch nicht alle Themen beisammenhatten, wurde ich bereits nervös. Heute weiss ich: Bis Sonntag kann noch viel passieren – doch unser Team schafft alles!
Dass die Quote der letzten zwei Staffeln konstant bei fast 18 Prozent lag, hat auch zur allgemeinen Beruhigung beigetragen, oder?
«Late Night Switzerland» ist ja nicht die erste Comedy-Sendung von SRF. Der Sender hat viel Erfahrung: Man war sich voll bewusst, dass ein solches Format Zeit braucht und sich entwickeln muss. Diese Rückendeckung hat man uns stets signalisiert. Darum ist es umso erfreulicher, dass wir uns nun für dieses Vertrauen revanchieren können – mit Inhalten, die offenbar Anklang finden, und guten Quoten.
Was auffällt: Politischen Themen geben Sie inzwischen deutlich mehr Raum in der Sendung. Trauten Sie sich dies zu Beginn nicht zu?
Zu Beginn war ich tatsächlich zurückhaltend. Ich komme aus der Unterhaltung. Entsprechend liegen mir diese Themen und Gäste näher. Zudem hätte man beim Start noch mehr Vergleiche mit «Giacobbo/Müller» angestellt, die in diesem Bereich klar versierter sind als ich.
Warum wagen Sie sich nun doch an die Politik heran?
Weil uns die Reaktionen des Publikums sehr schnell gezeigt haben: Die Menschen erwarten geradezu, dass eine Comedy- oder Satiresendung den Mächtigen dieser Welt auf die Finger schaut und ihr Handeln satirisch hinterfragt. Das hat uns motiviert. In Bezug auf den politischen Talk musste ich aber zuerst eine gewisse Lust entwickeln (lacht).
Und? Ist diese Lust jetzt da?
Sehr sogar! Anhand der Reaktionen darf ich sagen: Sie ist gegenseitig. Auch den Politikerinnen und Politikern macht es Spass, sich bei uns von einer anderen Seite zu zeigen.
Welcher politische Gast war bislang Ihr Highlight?
Mit Albert Rösti einen Bundesrat in der Sendung zu haben, war natürlich grandios – und das gleich in der allerersten Ausgabe. Auch sein Parteikollege, SVP-Präsident Marcel Dettling, war ein sehr dankbarer Gast: Es gibt nichts Cooleres als ein Gegenüber, das austeilt, aber auch einstecken kann und nicht bei jedem Spruch grad beleidigt ist. In der Rangliste unserer politischen Talkgäste stand aber bezüglich Quote jemand anderes ganz oben …
Aha – und wer war das?
Die letztjährige FDP-Nationalratspräsidentin Maja Riniker. Sie war im vergangenen November bei uns. Mit Jacqueline Badran von der SP haben wir übrigens auch zum Start der neuen Staffel am 8. Februar einen Politgast im Studio.
Nun ja, politisch gibt es auch einiges zu besprechen: In die neue Staffel fällt der 8. März und damit die Abstimmung «200 Franken sind genug». Wie werden Sie mit der Initiative umgehen?
Wie mit jeder anderen Initiative: Was die Gemüter bewegt, wird thematisiert. Wir stellen sie sicher nicht in den Vordergrund, nur weil wir selbst davon betroffen sind. Wir schweigen sie aber ebenso wenig tot, quasi aus nobler Zurückhaltung.
Was passiert Ihrer Meinung nach mit Ihrer Sendung, falls die Initiative durchkommt?
Ich persönlich gehe davon aus, dass es «Late Night Switzerland» dann nicht mehr geben wird. Denn ich kann mir nicht vorstellen, wie die Sendung noch finanziert werden sollte. Das ist keine Polemik, sondern schlicht die Realität.