Darum gehts
- Mickey Rourke (73) lebt nach Karriereproblemen und Schicksalsschlägen zurückgezogen in Los Angeles
- Nach Mietstreit von 60'000 CHF lebt er jetzt in einem Hotel
- Er dreht weiterhin Filme, kämpft aber mit Spätfolgen des Boxsports
Er war der Mann, der in den 80er-Jahren alle in den Bann zog: schön, unberechenbar, wild, gefährlich. Doch wer Mickey Rourke (73) heute in den Strassen von Los Angeles (USA) begegnet, erschrickt: Mit feuerrot gefärbten Haaren, violetter Cowboy-Bluse und Knautsch-Gesicht wurde er jüngst in Beverly Hills fotografiert. Anfang Jahr hat er nach einem erbitterten Rechtsstreit um Mietrückstände von über 60'000 Franken seine Wohnung verloren. Rourke verweigerte die Zahlung wegen einer Rattenplage und zog in ein Hotel.
Doch Mitleid oder Almosen verbietet er sich rigoros. Als sein Management eine Spenden-Kampagne startete, schritt er wütend ein: «Ich habe ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. Ich will keinen Cent.» Es ist genau dieser Stolz, der ihn einst ausmachte, als er in «9 ½ Wochen» mit seiner erotischen Arroganz zum Hollywood-Beau wurde. Doch Rourke langweilte der Ruhm schnell. Er stieg in den Boxring, suchte den Schmerz und zahlte einen hohen Preis: gebrochene Rippen und eine zertrümmerte Wange. Die anschliessenden Operationen, die sein Gesicht rekonstruieren sollten, entstellten ihn fast bis zur Unkenntlichkeit. Rückblickend sagt er: «Ich ging einfach zum falschen Typen, um mein Gesicht zusammenzuflicken.»
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
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«Ich dachte schon, meine Karriere wäre vorbei»
Aus den Trümmern seiner Existenz schuf Rourke dann ein emotionales Meisterwerk: «The Wrestler». Die Story eines gealterten, einsamen Kämpfers. So als spielte er sein eigenes Leben vor der Kamera. «Ich dachte schon, meine Karriere wäre vorbei. Ich stand schliesslich zehn Jahre lang auf der schwarzen Liste in Hollywood. Und das tat verdammt weh», sagte er nach dem grandiosen Comeback. Heute lebt der Rebell abseits des Rampenlichts, ist seit über einem Jahrzehnt Single, kinderlos und findet Halt bei seinen geliebten Hunden. Die Spätfolgen des Boxsports zeigen sich nicht nur äusserlich, sondern auch in Gedächtnislücken. Doch Rourke ist noch nicht k. o. und dreht fleissig Action-Filme. Es scheint, als kämpfe er immer weiter, mit der Wut im Bauch und der Würde eines Mannes, der alles verloren hat – ausser sich selbst.