Verein wollte Rúrik Gíslason im Training sehen
«Ich habe die Beerdigung meiner Mama auf Youtube geschaut»

Der unter anderem auch aus «Let's Dance» bekannte Ex-Fussballer Rúrik Gíslason hat vor rund sechs Jahren seine aktive Sportkarriere beendet. Jetzt erhebt er schwere Vorwürfe gegen seinen letzten Klub. Ihm sei indirekt nicht erlaubt worden, die Beerdigung seiner Mutter zu besuchen.
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Frauenschwarm Rúrik Gíslason.
Foto: IMAGO/APress

Darum gehts

  • Rúrik Gíslason wirft dem SV Sandhausen vor, ihn 2020 trotz Beerdigung zurückbeordert zu haben
  • Nach dem Tod seiner Mutter sah Gíslason die Beerdigung allein zu Hause in Deutschland auf Youtube
  • Er beendete 2020 die Karriere, gewann 2021 «Let's Dance» und arbeitet heute im Showbusiness

Der ehemalige Profifussballer Rúrik Gíslason (38) spricht im von Riccardo Basile (34) moderierten Sky-Format «Meine Geschichte» über sein neues Leben abseits des Fussballs und erhebt gleichzeitig schwere Vorwürfe gegen seinen einstigen Klub SV Sandhausen.

Gíslason wird von Basile, der mit Freundin Laura Wontorra (37) sein erstes Kind erwartet, auf sein abruptes Karriereende 2020 angesprochen. «Ja, weil meine Mutter damals gestorben ist», erzählt der 38-Jährige. Das habe ihm die Augen geöffnet, weil er nicht bei seiner Familie sein konnte.

Vertrag wichtiger als die Beerdigung?

Er erinnert sich an den April 2020 zurück. Gíslasons Mutter war an Leukämie erkrankt, und er erhielt einen Anruf von seiner Schwester, die ihm sagte, dass seine Mutter wohl nur noch wenige Tage zu leben habe. Wegen der Covid-Pandemie hätten zu diesem Zeitpunkt sowieso keine Spiele stattgefunden und es habe auch kein Training gegeben. Also trat er die Reise nach Island an.

Drei bis vier Tage habe er dann mit seiner Mutter noch im Hospiz verbringen können, dabei auch ihre Beerdigung geplant. Einer ihrer Wünsche sei gewesen, dass er den Sarg mit aus der Kirche trage, da er stark sei und ihr Sohn. Er gab ihr das Versprechen, konnte es schlussendlich allerdings nicht halten. Denn nach dem Tod der Mutter habe sich sein damaliger Verein gemeldet und ihm erklärt, dass er nun nach Deutschland ins Training zurückkehren müsse. Als er entgegnet habe, dass in wenigen Tagen die Beerdigung stattfindet, sei ihm gesagt worden: «Aber du hast hier einen Vertrag.»

Daraufhin sei Gíslason nach Deutschland geflogen, weil er keine Wahl gehabt habe. Aus Sorge, was passieren würde, sei er damals nicht in Island geblieben. In Deutschland gebe es im Profifussball «diese Drohungen». Es drohten Konsequenzen, wenn man nicht einfach Ja sage. Gíslason prangert die fehlende «Menschlichkeit im Fussball» an, man müsse auch Verständnis für die Gefühle anderer haben. «Ich habe dann am Ende die Beerdigung meiner Mama auf Youtube geschaut, allein zu Hause.» Das sei der «vielleicht schwierigste Moment» seines Lebens gewesen.

«Let's Dance» als grosser Durchbruch

Die Geschehnisse rund um den Tod seiner Mutter waren für ihn ein Wendepunkt. Trotz Angebote aus Schweden, Dänemark und Norwegen entschied er sich mit dem auslaufenden Vertrag bei Sandhausen im Jahr 2020, die Fussballschuhe an den Nagel zu hängen. Er wollte frei sein, seine eigenen Entscheidungen unabhängig von einem Verein treffen und wieder sein eigener Boss sein.

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Im Februar 2021 nahm er dann an der RTL-Show «Let's Dance» teil und holte sich gar den Titel. Damit lancierte er seine Karriere im Showbusiness. Er ist mittlerweile als Schauspieler, Unternehmer, Sänger und Model tätig und ein gern gesehener Gast auf den roten Teppichen und in Unterhaltungsshows. Er lebt in Madrid und träumt davon, in den nächsten fünf Jahren Papa zu werden, wie er Moderator Basile erklärte.

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