Darum gehts
- Sonya Kraus tanzt ab 27. Februar bei «Let’s Dance» mit
- Mit 14 musste sie Ballett wegen ihrer Körpergrösse aufgeben
- Kraus ist 177 cm gross und finanziell unabhängig durch Immobilien
Sie werde «jede Blase an den Füssen geniessen», betont Sonya Kraus im Gespräch mit Tele – «jede einzelne!». Für die Moderatorin geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Ab dem 27. Februar schwingt sie sich bei RTL über das «Let’s Dance»-Parkett. «Irgendwie ist in den letzten zwanzig Jahren immer etwas dazwischengekommen», die 52-Jährige lacht.
Dann sprudelt es regelrecht aus ihr heraus: «Bei den ersten Staffeln hatte ich zeitlich keine Kapazität, dann wurde ich schwanger, dann hatte ich ein Baby, dann wurde ich wieder schwanger, dann hatte ich Kleinkind und Baby, dann kam Corona und dann war ich ziemlich schwer krank.» In diesem Jahr passe es aber perfekt. «Ich habe alle Termine aus meiner Agenda geschmissen und gönne mir ‹Let’s Dance› wie andere sich einen Traumurlaub!»
«Ich mache das für mich selbst»
Sie habe derzeit ohnehin zwei «testosterongeladene Monster» zu Hause, wie sie ihre 13- und 15-jährigen Söhne augenzwinkernd nennt. Die beiden befänden sich in einer Phase des Loslassens, was toll und wichtig sei, aber auch öfter zu innerfamiliären Krawallen führe. «Die beiden sind froh, wenn die nervige Mutti mal eine Weile mit sich selber beschäftigt ist.» Genau das wird Kraus in den nächsten Wochen sein, denn viel mehr als «eins, zwei, drei, Cha-Cha-Cha» hat sie nach eigenen Angaben nicht im Repertoire. Moment mal, aus ihrer Vita geht aber hervor, dass sie bis ins Teenageralter Ballett getanzt hat, etwa an der Musikhochschule Frankfurt. «Ja, Ballett!», ruft sie laut ins Telefon, «aber doch nicht Gesellschaftstanz!» Das seien zwei ganz unterschiedliche Kaliber.
Den Traum vom Tanzen musste sie mit 14 aufgeben, da sie mit ihrer Körpergrösse von 177 Zentimetern schlicht zu gross dafür war. Vor sechs Jahren hat sie wieder damit angefangen. «Seniorenballett» nennt sie ihr Hobby und schmunzelt bei der Erinnerung an den schmerzhaften Einstieg. «Nach der ersten Lektion bin ich auf allen vieren hinausgekrochen, nach der dritten hatte ich bereits eine Adduktorenzerrung.» Dennoch blieb sie tapfer dran.
Flackert da etwa ein gewisser Ehrgeiz auf, der ihr bei «Let’s Dance» zum Sieg verhelfen könnte? Das sei ihr völlig egal, winkt sie ab. «Ich mache das nur für mich selbst.» Ihr Favorit für den ersten Platz ist übrigens der Schweizer Ninja-Warrior Joel Mattli, wie sie beiläufig verrät (siehe Box Seite 10). Dass der Gedanke an die kommenden Wochen sie geradezu beflügelt, ist in jedem Satz spürbar. Dabei hätte sie auch ohne die Show genug zu tun. Im Fernsehen sah man Kraus zuletzt zwar nicht mehr so häufig wie in den Nullerjahren, als sie mit Formaten wie «Glücksrad», «Talk, Talk, Talk», «Die Alm» oder der Heimwerkersendung «Do It Yourself – S. O. S.» fast schon omnipräsent war.
«Unabhängigkeit ist mein grösster Luxus»
Untätig war sie aber beileibe nicht. «Als meine beiden Kinder kamen, war für mich klar, dass ich nicht mehr so viel arbeiten und reisen möchte. Daher baute ich mir privat ein kleines Paralleluniversum auf – finanziell unabhängig von der Medienbranche und ohne jegliches Scheinwerferlicht.» Seit Jahren investiert Kraus in Immobilien und baut diese bis heute oft und gern selber um, wie sie erzählt. «Diese Selbstbestimmung und Unabhängigkeit ist mein grösster Luxus.»
Komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat sie sich aber nie. Sie brachte mehrere Bücher heraus und übernahm diverse Gastrollen – etwa in der ZDF-Polizeiserie «Notruf Hafenkante» oder der Comedyreihe «Im Knast» (ZDF neo) – und war vier Staffeln lang als strenge Schulleiterin Susanne Meyer-Stäblein in der Joyn-Webserie «Das Internat» zu sehen. Zudem übernahm sie 28 Jahre nach ihrem TV-Debüt im «Glücksrad» in der Neuauflage (seit 2023 sporadisch bei RTL2) erneut die Co-Moderation. Zuletzt sah man sie im Januar beim «TV total Turmspringen» (Pro 7) wieder einmal als rasende Reporterin: ein Job, den sie schon zwischen 2004 und 2012 regelmässig übernommen hatte. Und nun also «Let's Dance». Sonya Kraus will ohne jeglichen Druck an dieses Abenteur herangehen.
Sie nimmt das Älterwerden gelassen
Wovor sie Respekt habe, sei das Alter: «Meine Seele ist zwar noch immer ein quirliges Eichhörnchen, aber natürlich merke auch ich, dass es hier und da etwas heftiger knackt.» Als tanzbegeisterter Mensch möchte sie einfach, «dass es schön aussieht, wenn ich mein altes, welkes Fleisch bewege.» Solche Sprüche fallen im Gespräch immer wieder, begleitet von einem herzhaften Lachen. Das ist nicht etwa Sarkasmus – sie nimmt das Älterwerden tatsächlich sehr gelassen. «Mit meiner Geschichte», sagt sie, «wäre alles andere vermessen.» Denn vor rund vier Jahren machte Kraus eine Brustkrebs-Erkrankung öffentlich, heute gilt sie als krebsfrei.
Irgendwelchen Gedanken darüber, ob die Krankheit eines Tages zurückkehrt, mag sie keinen Raum geben. «Sollte es passieren, kann ich damit umgehen. Das habe ich mir in der Vergangenheit selber bewiesen.» Sie vertraut auf ihre eigene Stärke. Und redet ohnehin lieber über die Zukunft: «Das mag eigenartig klingen, aber ich habe ziemlich konkrete Pläne für die Zeit, wenn meine Jungs ausgezogen sind und ihren eigenen Weg gehen.» Ihre Bucketlist sei länger als jede Klopapierrolle! «Daher bin ich dankbar für jeden Tag, an dem ich älter werden darf.»
Sonya Kraus überlegt einen Moment: «Wissen Sie, ich was immer schlecht darin, Nein zu sagen. Heute höre ich stärker auf meine innere Stimme und mache nur noch, was mich erfüllt – ein Riesenprivileg!» Ihr Fokus liege längst nicht mehr auf der Arbeit, «sondern schlicht und einfach auf dem Leben.»