Darum gehts
- Ex-Bandmitglied Marlon B (†60) am 9.09. auf Jamaika erschossen
- Söhne Mannheims widmen ihm Song beim Konzert am 2.10. in Zürich
- Band distanziert sich weiter von umstrittenem Ex-Mitglied Xavier Naidoo
Es war eine Schocknachricht, die die Söhne Mannheims am 9. September erreichte: Marlon B (†60), ehemaliges Mitglied der deutschen Band, wurde auf Jamaika erschossen. Der Sänger war 2020 während Corona in seine alte Heimat zurückgekehrt und führte dort eine Bar. Über die Hintergründe des kaltblütigen Mordes sind bisher keine Details bekannt.
Die Band war gerade auf dem Weg zu einem Konzert in Österreich, als sie von Marlon Bs Tod erfuhren – durch eine Medienanfrage. «Zuerst konnten wir das nicht glauben, bis uns dann Marlons Familie seinen Tod leider bestätigt hat», erzählt Michael Klimas (48) von Söhne Mannheims im Gespräch mit Blick. Er sei zunächst geschockt, dann extrem traurig gewesen.
Marlon B wird in Zürich in den Gedanken aller dabei sein
Klimas sagt, er sei dankbar für jede Minute, die er mit Marlon B zusammen auf der Bühne hatte – und wirkt zugleich wütend: «Der Mord hat uns die Chance genommen, uns von Marlon zu verabschieden», so der Songschreiber, der seit 2004 Teil der deutschen Gruppe ist. Marlon B sei ein Mensch mit einem grossen Herzen gewesen, der «immer ein Lächeln in den Augen hatte, der immer positiv war und der diesen Vibe mit seiner Performance immer auch auf die Fans übertragen hat». Seit dem Tod von Marlon B widme die Gruppe ihm den Song «Das hat die Welt noch nicht gesehen».
Klimas ist überzeugt, dass Marlon B in den Gedanken aller dabei sein wird, wenn die Söhne Mannheims das Lied am 2. Oktober bei ihrem Konzert im Zürcher Volkshaus anstimmen. Trotz des Schicksalsschlags, den die Band verkraften musste, freuen sie sich auf den Auftritt in Zürich. «In der Schweiz wird immer intensiv mitgefeiert und mitgesungen – deshalb ist es für uns sehr schön, in der Schweiz live zu spielen», so Klimas.
Die Akte Xavier Naidoo
Die Söhne Mannheims wurden 1995 gegründet. Eines der Gründungsmitglieder und namentlich wohl der bekannteste Sohn Mannheims ist Xavier Naidoo (54). Dieser sorgte in den vergangenen Jahren für negative Schlagzeilen wegen fragwürdiger Aussagen beispielsweise bezüglich der Corona-Pandemie gesorgt. Da war er jedoch schon nicht mehr Teil der bekannten Gruppe. «Bereits 2017 hat Xavier entschieden, die Söhne zu verlassen, um seinen eigenen Weg zu gehen», erzählt Klimas. «Anders als in den Medien dargestellt, haben wir ihn nicht aus der Band geworfen und es gab niemals Streit.» Man habe einvernehmlich beschlossen, jeweils eigene Wege zu gehen. Durch seine kontroversen Aussagen geriet Xavier Naidoo über die Jahre in Verruf – doch davon distanzieren sich die Söhne Mannheims. «Was danach passiert ist, belastet uns glücklicherweise immer weniger», sagt Klimas und zeigt sich erfreut, dass die Fans «und auch die Medien wissen, Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims inzwischen zu unterscheiden». Was bleibt, ist das musikalische Erbe, dass die Gruppe noch mit Naidoo verbindet, weshalb sie nach wie vor noch gerne Lieder singen, die Naidoo einst mitschrieb.
Michael Klimas gibt zu, dass die Zeit nach Naidoos Austritt aus der Band nicht leicht war. «Andere Bands hätten vielleicht aufgegeben. Aber nach zwei Jahren Auszeit haben wir 2019 beschlossen, neu zu starten», erinnert er sich. Es habe Zeit und Experimente gebraucht, «um unseren Kompass neu auszurichten». Daher heisse das siebte Studioalbum auch «Kompass». Klimas sagt: «Wir klingen heute anders, aber nicht zuletzt durch unseren mehrstimmigen Gesang ist der Söhne-Geist immer erkennbar.»
Am 2. Oktober in Zürich dabei ist auch die Schweizer Sängerin Tamara Perez, Gewinnerin des kleinen Prix Walo, die mit der Band den gemeinsamen Song «Fragmente» performen wird.