Hollywoods Pulverfass
So politisch werden die Golden Globes in der Nacht auf Montag

Obwohl sie nie politisch sein wollen, sind sie es doch immer irgendwie: Award-Shows, die von Promis als Plattformen für politische Botschaften genutzt werden. Auch bei den Golden Globes 2026 wird das gesellschaftliche Klima wieder besonders spürbar sein.
Kommentieren
1/10
Die diesjährige Moderatorin Nikki Glaser kündigte schon an: Sie wird auch über Politik sprechen.
Foto: IMAGO/AFF-USA

Darum gehts

  • Golden Globes 2026 reflektieren politisches Klima trotz Bemühungen um Neutralität
  • Konservative Podcasts und Sydney Sweeney ohne Nominierungen
  • Joe Rogan 2025 meistgehörter Podcast, doch keine Nominierung für Golden Globes
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Sophie_Ofer_Redaktorin People Desk_Blick _ Ringier AG_3.jpg
Sophie OferRedaktorin People

In der Vergangenheit wurden Award-Show-Bühnen immer wieder für den einen oder anderen politischen Appell genutzt. Auch die Golden Globes sind hier keine Ausnahme: 2017 etwa nutzte Meryl Streep (76) die Gelegenheit, als sie einen Award für ihr Lebenswerk in Empfang nahm, um den angehenden US-Präsidenten Donald Trump (79) anzuprangern. Ein Jahr später wurde die Veranstaltung zur Plattform, um sich für die MeToo-Bewegung stark zu machen.

2025 wurde es überraschend etwas ruhiger. Obwohl Trump gerade erneut zum Präsidenten gewählt worden war, gab es nur sehr subtile Botschaften des Widerstands. Wie politisch könnten nun die Golden Globes 2026 werden, nach einem ersten Jahr «Trump 2.0» und einem weiteren Jahr Kulturkampf in den USA? Die Comedienne Nikki Glaser (41), die die Preisverleihung moderiert, kündigte jedenfalls schon an: «Ja, wir werden uns mit Politik befassen. Ich meine, wir können es nicht vermeiden. Es ist überall um uns herum ... Nicht jeder hat jeden nominierten Film gesehen, aber jeder lebt irgendwie in diesem Nachrichtenzyklus ... einfach diesem Wahnsinn, der jeden Tag passiert.»

Konservative Formate ausgegrenzt?

Es scheint jedoch, als hätten die Veranstalter bewusst versucht, politische Kontroversen zu vermeiden. 2026 wird die Trophäe erstmals in der Kategorie «Bester Podcast» verliehen. Auf der Shortlist waren einige konservative Podcast-Formate vertreten, darunter «The Tucker Carlson Show», «Candace» von der rechtskonservativen Aktivistin Candace Owens (36) und «The Ben Shapiro Show» vom politischen Kommentator Ben Shapiro (41), Mitbegründer der rechtskonservativen Medienplattform The Daily Wire.

Keines der konservativen Formate erhielt eine Nominierung. Der politisch heftig umstrittene Podcast von Joe Rogan (58), «The Joe Rogan Experience», hat es gar nicht erst in die engere Auswahl geschafft. Dabei konnte er 2025 über alle Plattformen hinweg die meisten Zuhörer für sich verbuchen, wie «The Hollywood Reporter» berichtet.

Nominierungen spiegeln politisches Klima wider

Obwohl man versucht, der Preisverleihung so wenig politischen Zündstoff wie möglich zu bieten, spiegelt sich der Zeitgeist in den Nominierungen deutlich wider. Das Action-Drama «One Battle After Another», mit Leonardo DiCaprio (51) in der Hauptrolle, fragt nach der Notwendigkeit von politischer Gewalt und Revolution. «Sinners» thematisiert die rassistische Vergangenheit der USA und ihr Wirken bis in die Gegenwart. «Bugonia», «The Secret Agent» und «Weapons» handeln von Autoritarismus und sozialer Entfremdung. Fünf Nominierungen gehen an den Netflix-Hit «Adolescence», der sich mit der Radikalisierung von Jugendlichen im Internet auseinandersetzt.

Überraschend gab es keine Nominierung für Sydney Sweeney (28), deren Darstellung der Boxerin «Christy» Martin (57) zwar kein Kassenschlager war, aber stark von der Kritik gelobt wurde. Sweeney, die durch ihren Auftritt in einer «American Eagle»-Werbung Rassismus-Vorwürfe einkassierte, gilt derzeit als eine der kontroversesten Persönlichkeiten Hollywoods.

Setzt Clooney ein Zeichen?

Womöglich wurde auch hier bewusst eine Entscheidung gegen politische Kontroverse getroffen. Bleibt abzuwarten, ob die Preisträger der diesjährigen Golden Globes sich berufen fühlen, auf der Bühne Stellung zum politischen Geschehen zu nehmen.

Bekannt ist jedenfalls bereits jetzt, dass George Clooney (64) einen der Preise überreichen wird; Clooney legte sich vor kurzem öffentlich mit Trump an. In einem Statement schrieb er: «Ich gebe dem aktuellen Präsidenten vollkommen recht. Wir müssen Amerika wieder grossartig machen. Wir fangen im November an.» Er scheint damit auf die bevorstehenden Zwischenwahlen, die sogenannten Midterm Elections, anzuspielen. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen