Darum gehts
- Am 11. Januar 2026 finden die 83. Golden Globe Awards statt
- 2021 gab es Vorwürfe zu Rassismus in der Hollywood Foreign Press Association
- Seit 1944 wurden Schweizer dreimal bei den Golden Globes ausgezeichnet
Am Sonntag ist es wieder so weit: In Beverly Hills (USA) werden zum 83. Mal die Golden Globe Awards verliehen. Nach den Academy Awards ist es die wichtigste Preisverleihung für Filmschaffende in Hollywood.
Seit sie 1944 ins Leben gerufen wurden, gab es so einiges an Pannen, Skandalen und grossen Erfolgen. Blick hat fünf denkwürdige Geschichten für euch zusammengefasst.
2021 gerieten die Golden Globes massiv in die Schusslinie. Die «Los Angeles Times» berichtete, dass unter den 87 Mitgliedern der Hollywood Foreign Press Association (HFPA), der Organisation hinter den Golden Globes, keine Menschen schwarzer Hautfarbe vertreten waren. Die Mitglieder der HFPA stimmen für die Gewinner der Preisverleihung ab. Die darauffolgende Kritik an der Organisation war heftig: Vorwürfe reichten von mangelnder Diversität bis Rassismus. Auch Prominente äusserten sich im Protest: Tom Cruise (63) etwa gab alle seine Golden-Globe-Trophäen zurück. Der US-amerikanische Sender NBC verkündete, dass er die Preisverleihung 2022 nicht ausstrahlen würde.
In der Golden-Globe-Geschichte kam es immer wieder zu Pannen. 2017 fiel der Teleprompter aus, als Late-Night-Entertainer Jimmy Fallon (51) die Show moderierte. Als die Grande Dame Hollywoods, Meryl Streep (76), 2012 einen Preis entgegennahm, hatte sie ihre Brille vergessen und kommentierte es mit einem ausgedehnten «Shiiiiiit» – ein Unding im amerikanischen Live-Fernsehen. Und Leonardo DiCaprios (51) nervöser Blick, als Lady Gaga (39) 2016 an ihm vorbei Richtung Bühne lief, ist in die Internet-Meme-Geschichte eingegangen.
Doch die Krone der Peinlichkeit trägt wohl «Bridget Jones»-Darstellerin Renée Zellweger (56). Als ihr Schauspielkollege Hugh Grant (65) bei der Verleihung 2001 auf der Bühne steht, um ihr den Preis zu überreichen, ist sie nirgendwo aufzufinden. «Ist sie unter dem Tisch?», fragte Grant die Menge. «Renée ist betrunken, meine Damen und Herren. Wo ist sie? Was ist passiert?»
Dann stellt sich heraus: «Sie ist auf der Toilette ... okay. Was sollen wir tun?» In diesem Moment kam Zellweger auf die Bühne gerannt, umarmte Grant herzlich und bedankte sich dann für einen Moment, «den ich nie vergessen werde – einen Moment, den ich fast verpasst hätte!»
2018 berichtete der Schauspieler Brendan Fraser (57) in einem Interview, dass der ehemalige HFPA-Vorsitzende Philip Berk (92) ihn 2003 während eines Mittagessens im Beverly Hills Hotel sexuell belästigt habe. Deshalb entschied sich der Schauspieler 2023, trotz seiner Nominierung als bester Schauspieler in einem Drama nicht an der Verleihung teilzunehmen. Er erklärte, seine Mutter habe ihn «nicht zu einem Heuchler erzogen».
2018 standen die Golden Globes ganz im Zeichen von Hollywoods Missbrauchsdebatte rund um Harvey Weinstein (73). Kurz zuvor war ans Licht gekommen, dass Weinstein zahlreiche Frauen sexuell belästigt, missbraucht und vergewaltigt haben soll, was schliesslich die weltweite #MeToo-Bewegung auslöste. Praktisch alle anwesenden Schauspielerinnen trugen während der Verleihung schwarze Kleider. Damit wollten sie auf die fehlende Gleichberechtigung von Frauen hinweisen.
2025 feierte der Basler Filmregisseur Tim Fehlbaum (44) einen grossen Erfolg: Er war als erster Schweizer für einen Golden Globe in der Kategorie Bestes Drama nominiert, für seinen Film «September 5 – The Day Terror Went Live». Der Film wurde auch für einen Oscar für das beste Originaldrehbuch nominiert. Am Ende gewann er keinen der beiden Preise, wurde aber mit neun Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet.
Den ersten Golden Globe gewinnt ein Schweizer 1946. Leopold Lindtberg (1902–1984) wird mit dem Flüchtlingsdrama «Die letzte Chance» in der Kategorie Bester Film zur Förderung der Völkerverständigung ausgezeichnet. Die Schweizer Schauspielerin Marthe Keller (80) wurde 1976 als Beste Nebendarstellerin für den Film «Der Marathon-Mann» nominiert.