Hier entspannen die Stars von Cannes
Das Hotel der Hollywood-Elite

Seit über 100 Jahren ist die «French Riviera» ein Sehnsuchtsort. So pilgern jedes Jahr unzählige Hollywood-Stars ans Filmfestival in Cannes – um sich unter ihresgleichen ein paar Tage dem Flair der Côte d’Azur hinzugeben.
Kommentieren
1/10
Das Hôtel du Cap-Eden-Roc ist eines der Prunkstücke der Oetker Collection und gehört zum Firmenimperium wie Pudding und Backpulver.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Hôtel du Cap-Eden-Roc ist während dem Cannes-Filmfestival Hollywoods Treffpunkt
  • Über 900 Gäste bei amfAR-Gala, darunter Leonardo DiCaprio und Heidi Klum
  • Eine Nacht im Hotel kostet mindestens 1100 Euro
Mariam Schaghaghi
Schweizer Illustrierte

Es ist diese köstliche Stille. Die erhabene, vornehme Ruhe, die einen förmlich überfällt, wenn man kurz nach der Kurve mit dem Blick über die Bucht des Badeorts Golfe-Juan durch das grosse schmiedeeiserne Portal fährt, über den knirschenden Kies, und dann plötzlich vor dem weissen, eleganten Hotelschloss steht. Imposant. Und atemberaubend schön.

Das Hôtel du Cap-Eden-Roc ist eine Legende. In den Tagen, wenn in Cannes das Filmfestival stattfindet, ist es noch mehr: Es ist das inoffizielle Headquarter von Hollywood. Alles, was im Filmbusiness Rang und Namen hat, wohnt während der zwölf tollen Tage im Mai hier. In diesem Jahr werden es wohl sein: Scarlett Johansson, John Travolta, Penélope Cruz und ihr Mann Javier Bardem, Tilda Swinton, Cate Blanchett, Andy García, Catherine Deneuve, Adam Driver, Isabelle Huppert, Julianne Moore – und, und, und.

Das würde Sophie Volant, Direktorin des luxuriösen Hauses und Chefin über 111 Zimmer-Suiten und 580 Angestellte, vorab nie bestätigen. Diskretion ist das oberste Gebot in ihrem Reich. Aber Volant weiss, warum sie im Mai zwölf Tage lang «full house» hat. Der Grund ist nicht nur der Über-Luxus, das Prachtanwesen mit dem spektakulären Blick über das grosse Blau der Côte d’Azur, der riesige Garten mit den hohen Pinien, die breite Allee, die hinunter zum Meer führt und die der Könige würdig wäre (tatsächlich hat Kaiser Karl Lagerfeld hier schon mal ein Chanel-Defilee abgehalten.)

Einfach mal abhängen

Aber warum bleiben die Stars nicht in Cannes, sondern fahren knapp 15 Kilometer kurvige Küstenstrasse bis zum Cap d’Antibes? «Natürlich gibt es sehr schöne Hotels in Cannes», bestätigt Sophie Volant. «Dort findet das Geschäft des Filmfestivals statt, dort arbeiten die Schauspieler: geben Interviews, zeigen sich, lassen sich fotografieren, geben Autogramme, steigen die berühmten Stufen hinauf. Dort sind sie, um gesehen zu werden. Aber das Hôtel du Cap ist ihr Refugium, fernab des Trubels. Hier fühlen sie sich sicher, ungestört, sind total entspannt. Wie zu Hause», so Volant.

Ohne Reservierung – und eine Nacht ist nicht unter 1100 Euro zu haben – kommt man während des Festivals nicht ins Haus. Zumal es bereits Monate vorher ausgebucht ist. Früher genügte allein der Anblick des beeindruckenden Tors, um Zaungäste zu entmutigen. Jetzt ist auch Security unerlässlich, um in der Ära von Smartphone und Social Media Star-Spotting zu vermeiden.

Wie ein Klassentreffen

Hollywood ist hier unter sich. An der Bellini Bar hinter dem Foyer steht man gern, um miteinander zu plaudern. Spätabends ist hier am meisten los, dann, wenn in Cannes das Show-off auf den Partys, Premierenfeiern oder Sponsoren-Soireen vorbei ist. Julianne Moore erzählte einmal, wie sie nur kurz in die Hotellobby runterging, ungeschminkt – und dann bis weit nach Mitternacht blieb, weil immer wieder ein anderer Kollege aufkreuzte. Wie bei einem Klassentreffen der Superstars.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

Völlig ungezwungen und locker, so läuft hier das Festival abseits der Croisette, nach allen Defilees, Pflichten und Protokollen. Einmal, erzählt Volant, wollte sie im Hotelpark dem ausgelassen-albernen Lachen wie von Kindern nachgehen: «Nur, es waren keine Kinder zu Gast. Was ich dann erspähte, waren George Clooney, Matt Damon und Brad Pitt, wie sie auf dem Cricketplatz für Kinder die Mini-Schläger schwangen. Mit einem Heidenspass und mit nackten Oberkörpern.»

Herzlichkeit gibt es hier gratis. Das Haus sieht in den Stars den Menschen. Und so kann es geschehen, dass Meryl Streep ihre Limousine nochmals anhalten lässt, um rauszulaufen und sich persönlich vom lieb gewonnenen Concierge zu verabschieden. Oder dass Robert De Niro – ein Stammgast seit Jahrzehnten – völlig unbeachtet in der Lobby sitzt, bevor er für einen Cocktail in der Eden-Roc Lounge und ein Nachtessen in der Grill Bar dem Meer entlangschlendert.

Frühstück brauchts hier nicht

Der Höhepunkt aber ist die amfAR-Gala. Da vibriert das Haus. Die Aids-Charity von Liz Taylor gilt als Gala der Galas und findet seit 16 Jahren hier statt, in einem Festzelt, das während mehr als zwei Monaten im Park aufgebaut wird. Es kommen über 900 Gäste, darunter Heidi Klum, Demi Moore, Leo DiCaprio und Robbie Williams.

Da während des Festivals viel gefeiert wird, beginnt der Tag hier spät. «Der Frühstücksraum ist meist gähnend leer», verrät Volant. «Da schlafen unsere Gäste. Dafür servieren wir Mittagessen bis 18 Uhr.» Das ist genau die Zeit, wo sich im Foyer alle in Abendrobe und Smoking treffen, um zu den Auftritten am roten Teppich aufzubrechen. Dann ist Hochbetrieb. Startschuss zum Show-off.

Was sagst du dazu?
Meistgelesen