Helene Fischer ganz offen
«Ich bin gerade sehr glücklich»

Nach langer Absenz kehrt Helene Fischer diesen Sommer mit ihrer «360° Stadion Tour» zurück auf die grosse Bühne. Sie sei voller Vorfreude, müsse sich aber zuerst wieder fit machen, sagt die Zweifach-Mutter im grossen Interview mit der GlücksPost.
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Schlagerstar Helene Fischer spricht mit der «Glückspost» über ihre 20-jährige Bühnenkarriere.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Helene Fischer startet am 14. Juli ihre Tournee in Zürich
  • Die Sängerin feiert ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum und freut sich sehr
  • Letzigrundstadion-Konzert erwartet Tausende Fans, Tickets bereits ab CHF 89 erhältlich
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Dominik Hug, GlücksPost
Glückspost

Treffpunkt ist ein Fünf-Sterne-Hotel in Zürich. Helene Fischer (41) sitzt kerzengerade an einem Tisch. Sie ist sorgfältig geschminkt und frisiert. Ihre Begrüssung ist herzlich. Nach wenigen Sekunden gibt sich die bekannteste Sängerin Deutschlands sehr entspannt.

GlücksPost: Bald gehts los mit der Tournee, die Sie am 14. Juli auch ins Zürcher Letzigrundstadion führt. Schon nervös?
Helene Fischer:
Nervös nicht, aber voller Vorfreude. Nach meiner längeren Pause schwingt natürlich auch viel Respekt vor dieser grossen Tournee mit. Immerhin war ich ein paar Jährchen weg. Ich muss mich wieder fit machen, damit zum Tourneestart auf der Bühne alles ganz leichtfüssig wirkt.

Verlernt haben Sie das Tanzen aber nicht, oder?
Nein, denn das ist ja eigentlich wie Fahrradfahren. Hat man es mal raus, vergisst man es nie wieder. Zu Beginn muss man sich aber einfach wieder etwas reinfinden. Auch die Stimme ist nach all der Zeit in eine Art Schlafmodus gefallen und muss jetzt neu aktiviert werden.

Sie feiern mit der Tour das 20-Jahr-Bühnenjubiläum ...
Wenn ich die Zahl höre, denke ich mir: «Wie bitte? So alt fühle ich mich doch noch gar nicht.» Wenn ich aber Videos aus diesen 20 Jahren anschaue, bin ich schon beeindruckt, was ich alles erleben durfte.

Von den Diskotheken auf die grossen Bühnen: Hätten Sie je gedacht, dass Sie mit Ihrer Karriere so weit kommen könnten?
Nein, ich hatte Gott sei Dank aber auch nie ein konkretes Ziel in Bezug auf Erfolg. Ich hatte nicht das Ziel, eines Tages Stadien zu füllen, sondern habe schon immer sehr intuitiv auf mein Herz gehört. Sei es, neue Musik auszuprobieren oder Shows zu kreieren, die irgendwie anders sind. Das stand für mich im Fokus, nicht der Ruhm.

Aber davon mal leben zu können, war sicher ein Traum?
Das schon. Als ich mit der Musical-Ausbildung anfing, haben meine Eltern zuerst gezögert und sich für mich eher einen sicheren Beruf gewünscht. Aber nach den ersten Auftritten und dem schnellen Interesse von Plattenfirmen nach meiner Ausbildung fühlte ich mich bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Und auch meine Eltern waren dann beruhigt.

Und dann kam «Atemlos» und Ihre Karriere explodierte.
Richtig, das war mein endgültiger Durchbruch. Ich habe danach aber schnell gesagt: «Wir dürfen uns nicht nur auf diesen einen Titel reduzieren. Mir war wichtig, auch andere weitere Facetten von mir zu zeigen, auch wenn das vielleicht nicht immer gleich erfolgreich ist.» Und das hat wunderbar funktioniert. Aber ich bin mir natürlich bewusst, dass ich in einer anderen Zeit gross geworden bin.

Andere Zeit?
Ich durfte langsam wachsen und mich entfalten. Ich war von Anfang an in vielen Fernsehsendungen und hatte auch viele Auftritte im kleineren Rahmen. So konnte ich lernen, wie es ist, wenn man alleine auf der Bühne das Publikum unterhalten darf. Ich hatte von Anfang an mein eigenes Tempo, das ich beibehalten habe und mir deshalb auch mal eine Auszeit nehmen kann. Heute müssen junge Künstler gleich direkt abliefern. Peng, klappt es nicht, gibt es oft keine zweite Chance.

Die Auszeit von Helene Fischer hat vor allem damit zu tun, dass sie Mutter geworden ist. Seither schützt sie ihr Privatleben rigoros. Über ihre beiden Mädchen und auch deren Vater ist kaum etwas bekannt. 

Warum ist das so?
Ich habe mein Privatleben eigentlich schon immer geschützt und mich früh entschieden, nicht permanent im Blickfeld sein zu wollen. In Bezug auf die sozialen Medien kann man einerseits sehr transparent sein und die Fans täglich glücklich machen mit neuen Fotos von sich oder der Familie. Aber das widerstrebt mir. Und so habe ich einen anderen, etwas zurückhaltenderen Weg eingeschlagen. Und das haben die Fans auch akzeptiert. Ich finde es wichtiger, authentisch zu sein und das zu machen, was für mich sinnvoll erscheint, als immer die Erwartungen von anderen zu erfüllen. Ich muss nicht mit dem Strom schwimmen, nur weil das viele andere tun.

Persönlich: Helene Fischer

Mit einem Auftritt im «Hochzeitsfest der Volksmusik» legte Helene Fischer (41) im Jahr 2005 den Grundstein für ihre Überfliegerkarriere. Mit dem Moderator der Sendung, Florian Silbereisen (44), war sie danach zehn Jahre zusammen. 2013 machte sich Fischer mit dem Lied «Atemlos durch die Nacht» zum Superstar. Der Titel öffnete ihr zahlreiche Türen ausserhalb der Schlagerszene. Es folgten ausverkaufte Stadion- und Arenatourneen. Bei «Forbes» rangierte Fischer 2018 unter den zehn bestverdienenden Künstlerinnen der Welt – als einzige Europäerin. Seit 2018 ist sie mit dem früheren Akrobaten Thomas Seitel (40) zusammen. Im Dezember 2021 kam die gemeinsame Tochter Nala (3) zur Welt, in diesem Sommer bekam sie eine Schwester.

Helene Fischer hat mit dem ehemaligen Akrobaten Thomas Seitel zwei gemeinsame Kinder.
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Mit einem Auftritt im «Hochzeitsfest der Volksmusik» legte Helene Fischer (41) im Jahr 2005 den Grundstein für ihre Überfliegerkarriere. Mit dem Moderator der Sendung, Florian Silbereisen (44), war sie danach zehn Jahre zusammen. 2013 machte sich Fischer mit dem Lied «Atemlos durch die Nacht» zum Superstar. Der Titel öffnete ihr zahlreiche Türen ausserhalb der Schlagerszene. Es folgten ausverkaufte Stadion- und Arenatourneen. Bei «Forbes» rangierte Fischer 2018 unter den zehn bestverdienenden Künstlerinnen der Welt – als einzige Europäerin. Seit 2018 ist sie mit dem früheren Akrobaten Thomas Seitel (40) zusammen. Im Dezember 2021 kam die gemeinsame Tochter Nala (3) zur Welt, in diesem Sommer bekam sie eine Schwester.

Wie gross ist eigentlich der Druck, der auf Ihnen lastet, auch in Anbetracht dieser grossen Tournee, die ansteht?
Der Druck ist da, denn es steht und fällt alles mit mir. Diese Verantwortung ist gross, aber ich versuche, mich davon nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen. Was die Aussenwahrnehmung angeht, war ich schon immer ziemlich entspannt. Ich versuche einfach immer, das Beste herauszuholen, mich selbst dabei aber nicht verrückt machen zu lassen.

Macht Erfolg süchtig?
Oh, bestimmt. Man wird geliebt und bekommt viel Anerkennung. Das ist für jeden Künstler traumhaft. Am wertvollsten ist mir aber der zwischenmenschliche Austausch. Ich erachte es noch immer als Riesengeschenk, dass mein Beruf zugleich meine grösste Leidenschaft ist und ich diese auch voll ausleben darf. Geradezu Luxus ist es, dass ich heute sehr bewusst entscheiden kann, was ich mache.

Dieses Wählerische hat vielleicht auch mit dem Alter zu tun.
Sicherlich auch. Man wird ruhiger mit den Jahren, auch ausgeglichener, und lässt sich weniger verunsichern. Man muss nicht mehr alles gleich sofort ausprobieren. Und das finde ich sehr gesund. Jede Phase im Leben hat ihre eigene Geschwindigkeit. Ich will das Maximum herausholen, aber nicht um jeden Preis.

Was macht Sie heute glücklich?
Ich bin gerade sehr glücklich. Insgesamt. Natürlich bin auch ich oft in einem Strudel gefangen. Alles muss unter einen Hut gebracht werden und das möglichst schnell, gerade im Alltag.

Was machen Sie in solchen Momenten?
Innehalten, durchatmen, mir selbst ganz bewusst einen Augenblick gönnen, der nur mir gehört. Etwa, wenn ich morgens in Ruhe meinen Kaffee warm trinke und ohne Stress den Tag in Angriff nehmen kann.

Völlig unerkannt?
Das nicht. Aber ich habe das Glück, an einem Ort zu leben, wo man mich so sein lässt, wie ich bin. Dort ist niemand aufgeregt, wenn man mich sieht. Und das geniesse ich total. Man kann ja auch ein wenig steuern, wo man hingeht. Ich habe mich bewusst fürs Land entschieden und nicht für die Grossstadt.

Gibt es etwas, was Sie bedauern?
Eigentlich nicht. Denn nichts, was ich getan habe, würde ich aus jetziger Sicht anders machen. Es ist alles sehr gut ausgegangen. Aber allgemein gilt schon, dass jeder Fehler einen auch weiterbringt, denn man reflektiert mehr im Nachhinein. Man reift an den Dingen, die nicht ganz so rund gelaufen sind. Ich versuche stets, das Positive zu sehen und das Beste aus allem zu machen.

Waren Sie schon immer so optimistisch?
Ja, das habe ich von meinen Eltern übernommen. Meine Mutter ist durch ihr positives Denken so etwas wie das Herz der Familie. Von meinem Vater, einem Sportlehrer, bekam ich die Disziplin, das Durchhaltevermögen. Für diese Gaben kann ich beiden Eltern nicht genug danken. Und auch dafür, dass sie bis heute eine riesige Stütze in meinem Leben sind.

Haben Sie noch Träume?
Ich bin unglaublich zufrieden mit dem, was ich mir beruflich aufgebaut habe, aber auch privat erleben darf. Vor ein paar Jahren träumte ich davon, ein englischsprachiges Projekt zu realisieren und so meinen Horizont zu erweitern. Dieser Traum ist inzwischen auf Eis gelegt, was aber nicht weiter schlimm ist, denn ich kann ihn mir ja immer noch erfüllen. Bleibt man offen für Neues, erlebt man immer wieder tolle Sachen. Ich bin überzeugt, da kommt noch ganz viel Tolles.


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