Darum gehts
- Arthur Miller sprach in Tonbändern über Ehe mit Marilyn Monroe
- Monroes Kinderwunsch und Drogenabhängigkeit belasteten die Beziehung stark
- Monroe starb 1962 mit 36 an Überdosis, Miller sah Ende voraus
1955 begann die leidenschaftliche Affäre zwischen Marilyn Monroe (1926–1962) und dem erfolgreichen Dramatiker Arthur Miller (1915–2005). Nur ein Jahr später heiratete das Paar überstürzt.
In neu aufgetauchten Tonbandaufnahmen verrät Miller düstere Details über seine kurzlebige und aufreibende Ehe mit der grössten Hollywood-Ikone aller Zeiten.
«Wollte einen Vater, einen Liebhaber, einen Freund»
Bereits nach wenigen Monaten habe Miller gemerkt, dass die Ehe mit Monroe ein Fehler war. «Ich war nicht wirklich auf das vorbereitet, worauf ich hätte vorbereitet sein müssen, nämlich dass sie buchstäblich keine inneren Ressourcen hatte», verrät er in den Aufnahmen seinem Freund und Biografen Christopher Bigsby (84), wie «The Guardian» berichtet.
«Sie wollte einen Vater, einen Liebhaber, einen Freund, einen Agenten, vor allem aber jemanden, der sie niemals für irgendetwas kritisieren würde, sonst hätte sie das Vertrauen in sich selbst verloren. Ich weiss nicht, ob es einen solchen Menschen überhaupt gibt.» Das Kind, das sich Monroe zeitlebens gewünscht habe, sei «ein zusätzliches Problem» gewesen.
«Der Tod schwebte immer über ihr»
Miller hatte das Gefühl, «dass der Tod immer über ihr schwebte – immer». Während der nur viereinhalb Jahre andauernden Ehe wusste er, dass er sich um Monroe kümmern musste, da sie sonst ein «katastrophales Ende» finden würde. Monroe, die 1962 mit 36 Jahren an einer Überdosis starb, war schon damals drogenabhängig.
«Einmal habe ich Ärzte geholt, um ihr den Magen auszupumpen, weil sie genug geschluckt hatte, um sich umzubringen», so Miller. «Wie sich herausstellte, dauerte es zwar einige Jahre, aber es ist passiert. Es lag weder in meiner Macht noch in der eines anderen, sie davon abzuhalten.»
Ihr Ende war unausweichlich
Monroes Tod sei unausweichlich gewesen: «Es war ihr unmöglich zu leben, geschweige denn mit jemandem zusammen. Man konnte nicht weitermachen mit dieser Intensität des Lebens und diesen Drogen und dabei überleben.»
Grund für die Veröffentlichung der Aufzeichnungen, die ab Mitte der 70er-Jahre entstanden, ist Christopher Bigsbys neues Buch «The Arthur Miller Tapes: A Life in His Own Words», in dem er die Gespräche transkribiert.