Darum gehts
- Amy Winehouse' Ex-Mann Blake Fielder-Civil spricht offen über ihre Beziehung
- Er räumt eigene Verantwortung ein, betont jedoch Winehouses freie Entscheidungen
- Winehouse starb 2011 an Alkoholvergiftung mit 4.16 Promille im Blut
In einem Interview offenbart der Ex-Mann von Amy Winehouse (†27) bisher unbekannte Details aus seiner Beziehung zur 2011 verstorbenen Soul-Sängerin. Blake Fielder-Civil (43), der medial lange als derjenige dargestellt wurde, der die britische Sängerin in die Drogenabhängigkeit führte, schildert im Interview seine Sicht der Dinge.
Zudem erzählt er private Anekdoten aus der Zeit, die er mit Winehouse verbrachte. Auch über die Schweiz verliert er dabei ein paar Worte: Einst hätten die beiden dort gemeinsam während Winehouses Tour ein Mittel zur Behandlung von Opioidabhängigkeit konsumiert.
«Ich drücke mich nie vor Verantwortung»
Auch rund fünfzehn Jahre nach ihrem frühen Tod entwickelt sich die tragische Geschichte von Amy Winehouse weiter. Ihr Ex-Mann Blake Fielder-Civil (43) spricht im Podcast «We Need To Talk» mit Paul C. Brunson (50) über ihre gemeinsame Zeit. Ihm wird seit vielen Jahren vorgeworfen, er habe Schuld an der Alkohol- und Drogenabhängigkeit seiner Ex-Frau und somit indirekt auch an ihrem Tod: Amy Winehouse starb an einer Alkoholvergiftung mit 4,16 Promille im Blut. Dem will Fielder-Civil eine differenzierte Sichtweise entgegenhalten.
Er wolle sich seiner Verantwortung nicht entziehen, sehe jedoch auch nicht die gesamte Schuld bei sich: «Ich weiss, dass viele Menschen der Meinung sind, dass Amys Tod meine Verantwortung ist», sagt er offen. «Ich drücke mich nie vor Verantwortung. Wenn ich etwas getan habe, stehe ich dazu.» Er habe «seinen Frieden» damit gefunden, «eine Rolle gespielt zu haben», betont jedoch, dass Winehouse die ihre Entscheidungen frei treffen konnte. «Amy selbst hatte die Entscheidungsgewalt. Und das ist nicht respektlos ihr gegenüber, wenn ich das sage, aber Amy tat, was sie tun wollte», erklärt er. «Und obwohl das Trinken ihr bereits zu schaden begann, machte sie weiter.»
Die beiden lernten sich 2001 in einem Londoner Pub kennen, lange vor Winehouses grossem Ruhm. Er habe sich sofort zu ihr hingezogen gefühlt: «Ich fand sie wunderschön.» Der gemeinsame Substanzmissbrauch folgte erst Jahre später. Fielder-Civil räumt ein, Winehouse an Heroin herangeführt zu haben, weist jedoch die Vorstellung zurück, dass er die treibende Kraft hinter ihrem Konsum war: «Glauben diese Leute etwa, ich hätte Amy gezwungen, Drogen zu nehmen? So war es einfach nicht. Ich war nicht der Dealer.»
Konsumierten Heroin-Medikament in der Schweiz
Fielder-Civil beschreibt sich und Winehouse als «naive» Drogensüchtige, die sich selbst erst gar nicht als solche wahrnahmen. Dazu führt er ein Beispiel an: «Wir waren mal in der Schweiz. Wir haben uns schlecht gefühlt, waren auf Entzug. Und jemand aus Amys Team hat es geschafft, uns Medikamente zu besorgen.» Es habe sich um ein Medikament mit dem Wirkstoff Buprenorphin gehandelt, das bei Opioidabhängigkeit angewendet wird, um Entzugssymptome zu lindern. «Man legt es unter die Zunge, es löst sich auf. Wir haben es einfach geschluckt, weil wir keine Ahnung hatten, was es war.» Fielder-Civil will damit ausdrücken, dass sie damals «unerfahrene» Drogensüchtige waren.
Als Winehouse 2011 starb, sass Fielder-Civil gerade eine Haftstrafe wegen Einbruchs ab. Die beiden waren zum damaligen Zeitpunkt bereits geschieden, hatten aber Kontakt. «Ich habe jeden Abend gebetet: ‹Bitte lass Amy am Leben bleiben, bis ich rauskomme.›» Unter den Vorwürfen, er sei schuld an ihrem Tod, habe er lange gelitten.
Heute sagt Fielder-Civil, er sei clean, nüchtern und in einer stabilen Beziehung. Er glaubt, dass Winehouse stolz wäre, wenn sie ihn heute sehen könnte: «Ich weiss, Amy würde nicht wollen, dass ich 20 Jahre später immer noch hier sitze und sage, es sei alles meine Schuld», sagte er. «Sie würde sagen: ‹Stell es richtig, Schatz. Komm schon. Sag ihnen die Wahrheit.›»