«Es gab richtig widerliche Formulierungen»
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Jasmin Wagner über Bravo:«Es gab richtig widerliche Formulierungen»

«Die würden heute alle gefeuert werden»
Blümchen-Star Jasmin Wagner schiesst gegen Bravo

Das Teeniemagazin «Bravo» machte «Blümchen»-Sängerin Jasmin Wagner in den 90ern berühmt. Doch bei einigen Artikeln, die damals über sie veröffentlicht wurden, empfindet Wagner heute Ekel.
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«Blümchen»-Sängerin Jasmin Wagner spricht über ihr Unbehagen über Schlagzeilen, die in den 90ern von «Bravo» über sie verfasst wurden.
Foto: imago/Chris Emil Janßen

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jasmin Wagner, 46, kritisiert in ARD-Doku «Bravo»-Berichterstattung der 90er-Jahre
  • Schlagzeilen wie «Blümchens Knospen blühen» seien verletzend und unangemessen gewesen
  • «Bravo» verkaufte einst 1,6 Mio. Exemplare/Woche, heute nur 50'000/Monat
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Sophie OferRedaktorin People

In den 1990er-Jahren wurde sie als «Blümchen» zur Teenie-Ikone. Mit ihrem Hit «Herz an Herz» ging sie 1996 durch die Decke. Heute ist Jasmin Wagner, die hinter «Blümchen» steckt, 46-jährig und hat einen anderen, reflektierteren Blick auf die damalige Zeit entwickelt.

Insbesondere manche Schlagzeilen über sie, die vom damals noch sehr erfolgreichen deutschen Teeniemagazin «Bravo» verfasst wurden, bereiten ihr Unbehagen. In einer neuen ARD-Doku stellt sie die Zeitschrift an den Pranger.

Artikel waren verletzend

Ihr Verhältnis mit der «Bravo» in den 1990er-Jahren ist ein zweischneidiges Schwert für Wagner. Sie sei sich durchaus bewusst, dass sie der Zeitschrift eine enorme Reichweite zu verdanken hatte: «Bravo war essenziell für den Erfolg. Ohne hätte niemand wahrgenommen, dass es mich gibt», erzählt sie in der ARD-Doku-Serie «Bravo – Headlines, Hypes und Herzschmerz». 

Dennoch habe sie die grundsätzlich gute Zusammenarbeit mit der Redaktion «nicht davor geschützt, dass Geschichten veröffentlicht worden sind, die mir nicht gepasst haben, die mich verletzten oder die einfach unwahr waren», betont Wagner. «Es war mehr Effekthascherei durch Headlines.»

«Die würden heute alle gefeuert werden»

Wagner geht darauf ein, dass es Schlagzeilen gegeben habe, die in Bezug auf die damalige Teenagerin sehr unangemessen waren: «Es gab wirklich widerliche Formulierungen», erinnert sie sich. «‹Blümchens Knospen blühen›, wie furchtbar. Die würden alle gefeuert werden, wenn sie das heute schreiben würden. Das ist heute 'ne mega Red Flag.» Doch ihre Zeit sei voll gewesen «von Dingen, die wir heute nicht mehr okay finden».

Mit ihrer Meinung darüber, wer schuld an solchen Schlagzeilen hatte, hält Wagner in der Doku-Serie nicht hinterm Berg: «Das waren halt ältere Herren, die mit uns jungen Menschen unterwegs waren», so ihre Erklärung. «Denen war halt nix heilig.»

«Wie eine Kuh, die gemolken wurde»

In der ARD-Doku sprechen auch andere deutsche Stars, wie Angelo Kelly (44), Jeanette Biedermann (46) und Oli P. (47) über ihre Erfahrungen mit dem Jugendmagazin. Auch Kelly findet nicht nur wohlwollende Worte für «Bravo»; durch habe sich der Kelly-Family-Spross damals gefühlt «wie 'ne Kuh, die gemolken wurde». 

Das Jugendmagazin «Bravo» erscheint seit 1956. Zu seinen besten Zeiten verkaufte sie sich bis zu 1,6 Millionen Exemplare pro Woche. Heute soll die Auflage nur noch bei rund 50'000 Exemplaren pro Monat liegen. Schon in den 2000er-Jahren nahmen die Verkaufszahlen immer mehr ab.

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