Muss um jeden Job kämpfen
Christine Neubauer rechnet mit TV-Branche ab

Christine Neubauer ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der deutschen TV-Landschaft. Jetzt verrät die Schauspielerin, dass sie derzeit mit der Branche hadert. Und was hinter den Absagen steckt, die sie immer wieder kassiert.
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Christine Neubauer rechnet mit der TV-Branche ab.
Foto: imago/STAR-MEDIA

Darum gehts

  • Christine Neubauer musste in den letzten Jahren um Jobs kämpfen
  • Ein Filmprojekt über die Liebesgeschichte älterer Menschen wird abgelehnt
  • In der Branche sei man «zu blind» dafür, dass solche Themen interessierten
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Sophie OferRedaktorin People

In Chile drehte Christine Neubauer (64) kürzlich den Film «La Puta Vita». Neubauer spielt darin nicht nur die Hauptrolle, sondern wirkte auch als eine der Co-Produzentinnen am Film mit. Doch dieses Erfolgserlebnis scheint in den letzten Jahren die Ausnahme zu sein. Wie sie der «Abendzeitung München» verrät, muss Neubauer normalerweise um jeden Job kämpfen. Ihr Wunsch, eigene Projekte umzusetzen, wird ihr immer wieder verwehrt.

«Einen Stoff, den ich gerne für das deutsche Fernsehen umsetzen würde, habe ich immer noch in der Schublade», verrät Neubauer. «Das Projekt wurde allerdings abgelehnt, weil die beiden Hauptfiguren – ein Mann und eine Frau mit einer Liebesgeschichte – 60 Jahre alt sind.»

«Sind zu blind dafür»

Neubauer ahnt, warum das Projekt von der Filmindustrie nicht angenommen wird: Man vermutet, das Publikum würde sich nicht für Liebesgeschichten von älteren Menschen interessieren. «Dabei begegnet mir das Gegenteil. Das Publikum kommt auf mich zu und zeigt Interesse an solchen Geschichten. Nur erreicht dieses Interesse offenbar zu selten die Entscheider – oder sie sind schlicht zu blind dafür.»

Neubauer ist dennoch entschlossen, für ihr Projekt zu kämpfen. «Natürlich frustriert mich das. Aber ich war schon immer eine Kämpfernatur. Ich gebe nicht auf und glaube weiter daran, dass vielleicht doch noch ein blindes Huhn ein Korn findet.»

Symptom eines grösseren Problems

Neubauer ist nicht die einzige Schauspielerin, die öffentlich darüber klagt, dass ältere Menschen – insbesondere Frauen – in der TV-Branche fast unsichtbar sind.

Maria Furtwängler (60) engagiert sich mit der Malisa-Stiftung seit Jahren gegen die Diskriminierung älterer Frauen. Die Studien der Stiftung belegten wiederholt, dass Frauen im deutschen Film und Fernsehen ab circa 40 Jahren dramatisch an Präsenz verlieren.

Katja Riemann (62) hat wiederholt in Interviews thematisiert, wie einseitig Rollenangebote ab einem gewissen Alter werden. Oft werde man auf die «kranke Mutter», «verbitterte Ex-Frau» oder Nebenfiguren ohne eigenes Begehren reduziert.

Hollywoodstar Meryl Streep (77) etwa berichtet, dass ihr nach ihrem 40. Geburtstag binnen eines Jahres gleich drei Rollen als Hexe angeboten wurden. Maggie Gyllenhaal (48) sorgte 2015 für grosses Aufsehen, als sie öffentlich machte, dass ihr ein Hollywood-Produzent mit 37 Jahren sagte, sie sei zu alt, um die Geliebte eines 55-jährigen Mannes zu spielen.

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