Darum gehts
- Collien Fernandes (44) erhebt Vorwürfe gegen Ex-Mann Christian Ulmen (50)
- Fernandes: Ulmen gab sich online als sie aus, führte sexuelle Chats
- Anzeige in Spanien 2025 eingereicht, deutsche Justiz stark kritisiert
Der Fall Collien Fernandes (44) beschäftigt gerade ganz Deutschland. Am Freitagabend bekommt die Schauspielerin die grosse TV-Bühne: Sie tritt in den ARD-«Tagesthemen» auf! Ab 21.45 Uhr wird das Interview mit Collien Fernandes ausgestrahlt. Dort legt sie ihre Erfahrungen und Vorwürfe gegen Ex-Ehemann Christian Ulmen (50) offen.
Die «Tagesschau» (20.15 Uhr) zeigte am Freitagabend Ausschnitte des Gesprächs. Fernandes betonte dort: «Ich habe das Gefühl, dass von vielen noch nicht so richtig begriffen wurde, dass digitale Gewalt reale Gewalt ist. Dass Opfer da massiv drunter leiden, nicht nur ich, auch andere und in intensive psychotherapeutische Behandlung müssen.»
«Deutschland ist ein absolutes Täterparadies!»
Nach der «Tagesschau» wurde ein längerer Auszug des Interviews in den «Tagesthemen» ausgestrahlt. Dort erklärte Fernandes: «Ich äussere mich ja nicht jetzt erst zu diesem Sachverhalt, sondern bereits seit Jahren. Und dass ich mittlerweile weiss, wer der Täter ist, soll daran nichts verändern. Mir ist einfach wichtig, darauf hinzuweisen, welche gesetzlichen Schutzlücken es gibt. Ich habe selbst Erfahrungen damit gemacht, dass man das Thema zur Anzeige bringt, diese Anzeigen nicht weiter verfolgt werden.»
Besonders in Deutschland sei dies ein Problem, fügte sie hinzu. «Der Täter lebt mit seinem Hauptsitz in Spanien. Also hatten wir dadurch eben die Möglichkeit, diesen Sachverhalt in Spanien anzuzeigen. Und dort sind die Gesetze wesentlich schärfer. Das zeigt ja, dass Deutschland ein absolutes Täterparadies ist, wenn der Täter ein sehr umfangreiches Schreiben vorlegt, in dem es nur darum geht, dass bitteschön Deutschland zuständig sein soll. Das zeigt doch ein grosses Versagen, eine grosse Schutzlücke in der Justiz.»
Nichtsdestotrotz sei sie aber froh, mit der Angelegenheit an die Öffentlichkeit gegangen zu sein. «Grundsätzlich hilft es, damit nicht mehr alleine zu sein. Ich glaube, dass der gesellschaftlicher Spiegel auch als Korrektiv funktionieren kann, gerade auch bei Tätern, die überhaupt gar kein Unrechtsbewusstsein haben.» Schwierig war die Zeit für sie selbstverständlich trotzdem. «Natürlich hat all das wahnsinnig viel mit mir gemacht. Ich musste das sehr intensiv therapeutisch aufarbeiten und war deswegen lange in Behandlung. Wenn man sieht, um was es hier geht, kann man sich vorstellen, dass es nicht leicht war für mich. Ich hoffe, dass all das auch etwas Gutes bewirken kann, dass man eben sieht, was digitale Gewalt bedeutet.»
Das ist passiert
Das Thema gewinnt an Brisanz, nachdem Fernandes in der aktuellen Ausgabe des «Spiegel» und auf Instagram berichtet hat, Ulmen habe sie «virtuell vergewaltigt». Laut Fernandes soll er sich jahrelang im Internet als sie ausgegeben und sexuelle Chat-Kontakte mit fremden Männern in ihrem Namen geführt haben. Fernandes zeigte ihren Ex-Mann Ende 2025 in Spanien an.
Das frühere Ehepaar war 14 Jahre verheiratet und hat eine 13-jährige Tochter. Die Scheidung wurde vor wenigen Monaten vollzogen. Während Fernandes offen spricht, schweigt Ulmen zu den Vorwürfen. Sein Anwalt Christian Schertz reagierte mit einem Schreiben. Darin heisst es, die Berichterstattung sei «nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig» und man werde rechtliche Schritte gegen den «Spiegel» einleiten. Es würden «unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung» verbreitet.