Das Gegenteil von gut ist nicht schlecht, sondern gut gemeint. Welche absurden Züge das Gutgemeinte annehmen kann, zeigt seit einer Woche die Sommerposse um den Frauen-FKK-Bereich im Berner Marzilibad. Eine Transfrau – notabene mit Körperbehaarung und Penis – bestand auf ihrem Recht, in dem von Männern abgeschirmten Frauenbereich der Badi zu bleiben. Dies, obwohl sich andere Frauen verunsichert und gestört fühlten.
Nun tobt, dem Sommerloch sei Dank, eine ideologische Debatte um soziale und biologische Geschlechter. Herumgehackt wird auf vermeintlich zimperlichen Frauen und ungeschultem Badipersonal. Das ist, mit Verlaub, eine Frechheit.
Wie fast alle Frauen kenne auch ich das: In Parks, U-Bahnen oder aus Autos präsentiert man uns ungefragt männliche Geschlechtsteile. Und wenn sich abends ein Mann nähert, fühlen wir uns unwohl und wechseln allenfalls die Strassenseite.
Das Unwohlfühlen ist unabhängig von den tatsächlichen Absichten. Es ist allein den biologischen Kräfteverhältnissen geschuldet: Im Ernstfall ist man als Frau wehrlos. Schlicht deshalb, weil Männer im Schnitt 40 Prozent mehr Muskelmasse haben. Do the math!
Deswegen sind Frauenbadis, Frauensaunen und weibliche FKK-Bereiche wichtig. Weil es Orte sind, an denen wir uns nicht überlegen müssen, welche Absichten eine «männlich gelesene Person» hat. Das «soziale Geschlecht» lässt sich hier nicht ablesen.
Entsprechend gilt: Wäre die Transfrau operiert gewesen, hätte es ziemlich sicher keine Beschwerden gegeben. Es geht bei dem Streit nicht um Transfeindlichkeit, sondern um die banale Erkenntnis: Biology matters! Definitiv, wenn man sich nackig macht.