Darum gehts
- SRF 2 Kultur verliert Hörerzahlen nach Programmkürzungen, Kritik an Konzept wird laut
- SVP unterstützt Kulturauftrag, fordert ernsthaften Umgang mit Gebührengeldern
- SRF-Direktor Elsener soll Profil schärfen, Kulturprogramm stärken, neue Richtung vorgeben
Nathalie Wappler und Susanne Wille ernten, was sie als SRF-Kulturmanagerinnen gesät haben. Wer Sendungen zusammenstreicht, darf sich über halbierte Hörerzahlen bei Radio SRF 2 Kultur nicht wundern.
Der neue SRF-Direktor Roger Elsener hat bei Tele Züri bewiesen, dass weniger Budget nicht zwingend weniger Schlagkraft bedeutet. Im Gegenteil: Er war schneller, klarer, näher am Publikum. Genau darin liegt seine Chance. SRF 2 Kultur muss kein Massenprogramm sein – aber ein profilierter Nischensender. Kultur war nie für alle, aber immer für jene, die mehr erwarten. Diese Nische braucht Tiefgang, Haltung und Ambition – nicht weiteren Rückbau.
Rückendeckung von der SVP
Unerwartete Rückendeckung kommt ausgerechnet von der SVP. Medienminister Albert Rösti und Nationalrat Gregor Rutz kritisieren den lieblosen Umgang mit dem Kultursender. Rutz bringt es auf den Punkt: Gebührengelder sind kein Reichweitenbonus, sondern ein Auftrag. Ein Auftrag, der auch Kultur einschliesst – und zwar ernsthaft.
In der neuen Konzession gehört dieser Kulturauftrag geschärft. Ein Kultursender darf nicht im Podcast-Geplapper versanden, sondern muss dem kulturellen Leben der Schweiz ein anspruchsvolles, eigenständiges Forum bieten.
Kultur darf nicht zur Kulisse verkommen
Roger Elsener kann jetzt zeigen, wofür er steht. Nicht mit kosmetischen Korrekturen, sondern mit einem klaren Bruch: Fehler benennen, Kurs ändern, Profil schärfen. SRF 2 Kultur braucht keine weitere Abrissbirne, sondern jemanden, der den Sender wieder ernst nimmt – und ihm den Mut zurückgibt, relevant zu sein. Sonst bleibt von der Kultur nur noch die Kulisse.