Einsteigen, pusten, losfahren: Eine Alkohol-Wegfahrsperre soll den Fahrer daran hindern, trotz Intus den Motor aufzustarten. Doch Alkohol im Blut ist nicht das grösste Sicherheitsproblem auf unseren Strassen – sondern achtlose Autofahrer. Ein eingebauter Promille-Test hält diese nicht von den Strassen fern.
In der EU muss ab nächstem Monat in allen Neuwagen eine Schnittstelle für eine Alkohol-Wegfahrsperre, den sogenannten Alkolock, eingebaut sein. Somit kann in Zukunft in jedem neuen Auto günstig ein Tester montiert werden. Über den Import wird die Schnittstelle automatisch in fast jedem Auto in der Schweiz sein.
Schwere Unfälle wegen Alkohol verhindern diese Alkoholtester jedoch kaum. Denn die Alkolocks werden aktuell vor allem auf richterliche Anweisung an die Schnittstelle angebracht. Also nach einem Verkehrsunfall.
Um die Unfallquote zu senken, braucht es also keine Wegfahrsperre. Und auch nicht – konsequent gedacht – einen Drogen-Schnelltest mit Urinprobe im eigenen Auto.
Denn nicht Alkohol, sondern verantwortungsloses Fahren ist das Problem, wie die Strassenverkehrsunfall-Statistik des Bundes zeigt. Zu den Hauptursachen für Unfälle mit Personenwagen gehören Missachten des Vortritts, Unaufmerksamkeit und Fehlverhalten bei Fahrbewegungen. Kompetenzen, die man in der Fahrschule gelernt haben sollte.
Im Vergleich: Der Zustand des Verkehrsteilnehmers war 2025 rund fünfmal seltener die Hauptursache für Unfälle mit Personenschaden als das Verhalten der Person.
Wie können wir Personenunfälle im Strassenverkehr also effektiv verhindern? Mit umfangreicheren Ausbildungen und strengeren Fahrprüfungen. Mit starken Assistenzsystemen. Und, wenn auch unbeliebt, mit Personenwagen, bei denen die Verkehrssicherheit bereits bei der Gestaltung mitgedacht wird – selbst wenn dafür auf Leistung und Grösse verzichtet werden muss.