Darum gehts
- Neue Autos brauchen ab Juli 2026 eine Schnittstelle für Alkohol-Wegfahrsperren
- Pflicht ist nur die Vorbereitung für eine kostengünstige Nachrüstung
- Ziel: Verkehrstote in der EU bis 2050 schrittweise auf null senken
Die EU macht Ernst mit einer weiteren Auflage im Automobilbau: Ab Juli 2026 müssen alle Neuwagen eine Schnittstelle für eine Alkohol-Wegfahrsperre haben. Die Verunsicherung ist gross: Heisst es nun bald «erst blasen, dann fahren» für alle Autofahrer?
Eine kleine Entwarnung: Zumindest das aktuelle Gesetz sieht keinen serienmässigen Einbau des Messgeräts vor. Pflicht ist nur die technische Vorbereitung, damit eine Nachrüstung kostengünstig möglich ist.
Immer mehr Assistenten
Sogenannte Alkolocks werden in europäischen Ländern vor allem auf richterliche Anweisung eingesetzt. So müssen beispielsweise in Italien Alkoholsünder seit Februar auf eigene Kosten Wegfahrsperren in ihre Autos einbauen lassen.
Klar ist: Die EU drückt aufs Gas. Mit dem Programm «Vision Zero» will Brüssel die Verkehrstoten bis 2050 auf null senken. Dafür werden immer mehr Assistenten zur Pflicht. So brauchen neue Autos bereits Notbremsassistenten und Spurhalteassistenten.
Sperre trifft Unschuldige
Die Alkolocks sind umstritten. Zwar zeigen Studien, dass erwischte Alko-Sünder danach seltener betrunken fahren. Doch Gegner kontern: Die Zahl der schweren Alkohol-Unfälle sinke dadurch kaum.
Dazu kommt das Problem mit der Verhältnismässigkeit: Eine verhängte Sperre gilt für alle, die mit dem Auto fahren wollen. Also müssen auch Partner, Familienangehörige oder Kollegen blasen, die sich den Wagen ausleihen.
In der Schweiz wird die Alkolock-Schnittstelle nicht Pflicht, wie das Astra gegenüber Blick betont. Doch weil 95 Prozent der hierzulande verkauften Autos nach EU-Vorschriften gebaut sind, werden auch diese über die neue Ausrüstung verfügen.