Fast jeder Haushalt kennt das Problem: Mit der Zeit bekommt die beschichtete Bratpfanne kleine Kratzer. Vielleicht ist beim Kochen eine Gabel über den Boden geschrammt oder beim Reinigen ein zu rauer Schwamm zum Einsatz gekommen. Irgendwann bleibt das Essen leichter haften und die Pfanne verliert ihre Antihaftwirkung.
Im Internet kursiert deshalb ein ungewöhnlicher Tipp: Milch soll die Oberfläche wieder glatter machen. Die Erklärung klingt zunächst plausibel, denn Milch enthält Proteine, die beim Erhitzen gerinnen. Doch ob damit tatsächlich Kratzer in einer Teflonbeschichtung verschwinden, ist nicht belegt.
So funktioniert der angebliche Milch-Trick
Die Methode ist einfach: Zuerst soll die Pfanne mit warmem Wasser und etwas Spülmittel gereinigt und anschliessend getrocknet werden. Danach wird so viel Milch hineingegossen, dass der Pfannenboden bedeckt ist.
Die Milch wird auf mittlerer Stufe erhitzt, bis sie leicht kocht. Anschliessend soll sie einige Minuten köcheln und danach in der Pfanne vollständig abkühlen. Zum Schluss wird die Flüssigkeit ausgegossen und die Pfanne mit warmem Wasser und einem weichen Schwamm gereinigt.
Manche Varianten des Tipps empfehlen zusätzlich, die Oberfläche mit etwas Pflanzenöl einzureiben. Das kann bei geeigneten Pfannen Teil der Pflege sein, stellt eine beschädigte Beschichtung aber ebenfalls nicht wieder her.
Können Milchproteine Kratzer auffüllen?
Milch enthält unter anderem das Protein Kasein. Beim Erhitzen können sich Proteine verändern und zusammenlagern. Daraus folgt jedoch nicht, dass sie eine Antihaftbeschichtung dauerhaft reparieren oder deren ursprüngliche Eigenschaften wiederherstellen.
Die Beschichtung einer Teflonpfanne wird bei der Herstellung aufgebracht. Ist sie beschädigt, lässt sie sich mit Milch nicht wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen. Der Trick ist daher keine verlässliche Methode, um eine zerkratzte Pfanne zu retten.
Wann muss eine Pfanne ersetzt werden?
Nicht jede Gebrauchsspur bedeutet, dass eine Pfanne sofort ausgedient hat. Laut Pflegehinweisen von Tefal können leichte oberflächliche Abriebspuren bei beschichtetem Kochgeschirr normal sein und die Funktion zunächst unbeeinflusst lassen. Die Pflegehinweise des Herstellers empfehlen jedoch, tiefe Kratzer und Beschädigungen zu vermeiden.
Anders sieht es aus, wenn sich die Beschichtung ablöst, abblättert oder grössere beschädigte Stellen sichtbar sind. Dann sollte die Pfanne ausgetauscht werden. Ob sie ersetzt werden muss, hängt auch von den Pflegehinweisen des jeweiligen Herstellers ab.
So hält die Antihaftpfanne länger
Mit einigen einfachen Gewohnheiten lässt sich unnötiger Verschleiss vermeiden:
- Keine scharfen Küchenhelfer: Verwende möglichst Küchenutensilien aus Holz oder geeignetem Kunststoff und schneide nicht direkt in der Pfanne.
- Schonend reinigen: Ein weicher Schwamm und Spülmittel reichen in der Regel aus. Stahlwolle und scheuernde Schwämme können die Oberfläche beschädigen.
- Nicht leer stark erhitzen: Zu hohe Temperaturen und das Erhitzen einer leeren Pfanne können die Beschichtung belasten.
- Pfannen geschützt stapeln: Ein Pfannenschutz oder ein weiches Tuch zwischen den Pfannen hilft, Kratzer beim Verstauen zu vermeiden.
Die Milch-Methode mag verlockend klingen, wenn die alte Pfanne nicht mehr richtig funktioniert. Eine beschädigte Antihaftbeschichtung kann sie aber nicht wiederherstellen. Besser ist es, die Pfanne sorgfältig zu pflegen und bei deutlichen Schäden gemäss den Herstellerempfehlungen zu ersetzen.
Dieser Artikel erschien erstmals auf zena.blic.rs, dem Lifestyle-Portal des serbischen Mediums Blic, das zur internationalen Ringier-Gruppe gehört.