Tipps für den Eigenanbau auf dem Balkon
So gelingt die eigene Ernte vom Balkon

Auch wer keinen Garten hat, kann sich auf dem Balkon über seine eigene Ernte freuen. Nicht nur Kräuter eignen sich für den Balkon, sondern auch Beeren, Obst und Gemüse. Alles, was man dazu wissen muss.
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Süsskartoffeln: reichlich Ertrag auch bei wenig Platz. Geht gut im Hochbeet.
Foto: Picturegarden

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Für den Anbau von Gemüse, Beeren, Kiwi und Äpfel reichen Töpfe oder Hochbeete auf dem Balkon
  • Regelmässiges Giessen und Düngen ist besonders wichtig beim Ambau in Töpfen
  • Heidelbeeren sind Trend - viel Ertrag von Süsskartoffeln
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Corine Turrini FluryRedaktorin Wohnen

Salat mit frischem Schnittlauch und Petersilie, Tomatensalat mit frischem Basilikum, Pesto mit eigenem Basilikum, Grillfleisch mit frischem Thymian: Kräuter brauchen wenig Platz, sind gesund und längst kein Geheimtipp mehr für den Eigenanbau im Hochbeet oder in Töpfen auf dem Balkon. 

Es gibt aber noch viel mehr und weniger Bekanntes, das sich für den Anbau auf Balkon oder Terrasse eignet. Wichtig: Was nicht in den Boden gepflanzt wird, sondern in Töpfen, braucht unbedingt regelmässig Wasser. «Staunässe muss aber vermieden werden», sagt Othmar Ziswiler vom Verband Jardin Suisse. Ein weiterer Tipp vom Gartenprofi: Töpfe mit Wasserreservoir kaufen, die im Fachhandel erhältlich sind. Ausserdem: Regelmässiges Düngen ergibt eine bessere Ernte. 

Bewährte Lieblinge

Besonders geeignet und beliebt für den Balkon sind Tomaten, Chili oder Paprika. Dafür ist auch auf einem kleinen Balkon noch Platz. «Tomaten sollten einen sonnigen, aber vor Regen geschützten Bereich haben», rät Ziswiler. Ist ein geschützter Standort nicht gewährleistet, sind die gegen Kraut- und Braunfäule besonders resistenten Setzlinge mit der Bezeichnung «Pi-resistente» Tomaten empfehlenswert. Sie sind in Gärtnereien und Gartencentern erhältlich. Eine ganze Palette verschiedener geschmackvoller Sorten ist inzwischen im Handel: von der Cocktailtomate bis zur länglichen Mini-San-Marzano. Durch die reduzierte Krankheitsanfälligkeit sind sie ideal für den biologischen Anbau im Gemüsegarten oder auf Balkon und Terrasse. 

Zusatztipp für eine verträgliche Kombination auf dem Balkon: einen etwas grösseren Topf mit Cherrytomaten, Erdbeeren und Basilikum bepflanzen. Dieses Trio verträgt sich gut. 

Noch weniger bekannt für den Eigenanbau sind Kapern, die ebenfalls gut in Töpfen angepflanzt werden können. Othmar Ziswiler: «Sie haben schöne Blüten. Die Knospen werden geerntet und können beispielsweise in Essig eingelegt und gelagert werden.» 

Hochbeete

Immer beliebter auf Balkon oder Terrassen sind Hochbeete. Sie sind in verschiedenen Grössen und Ausführungen erhältlich. Ideal zum Anpflanzen und ernten im Hochbeet sind zum Beispiel Rüebli, Krautstiel oder Kohlrabi. Ziswilers Liebling im Hochbeet ist die Süsskartoffel. «Ein bis zwei Jungpflanzen auf etwa einem Quadratmeter Fläche, ergeben etwa eine Kiste mit gegen sechs Kilo Süsskartoffeln, die problemlos eingelagert werden können», weiss er. Süsskartoffeln auf dem Teller sind inzwischen bekannt. Die gesunden, süssen Knollen haben mit klassischen Kartoffeln nichts am Hut. Es handelt sich um ein wärmeliebendes und robustes Windengewächs aus Südamerika. Dass sie auch hierzulande angebaut werden können, ist noch weniger geläufig. Seit Jahren sind hell- und dunkellaubige Ziersorten verbreitet, die sich als kriechend-hängende Strukturpflanzen um klassische Balkonblüher schmiegen. Diese Ziersorten machen zwar nur kleine Knollen, beim Abräumen der Kistchen im Herbst wundert man sich dennoch nicht selten über die unerwartete Ernte. Zudem kann das Laub wie Spinat zubereitet werden. Es sollte aber nicht zu viel auf einmal abgeerntet werden, um die Pflanzen nicht zu schwächen. Gegenüber Kartoffeln haben Süsskartoffeln einige Vorteile: Sie sind robuster und brauchen kaum Pflege. Nur mit Wasser giessen und regelmässig düngen. Ab Mitte Mai die jungen Pflanzen in die Erde drücken, und los gehts. Othmar Ziswiler: «Zu den Süsskartoffeln können gut ein paar Radieschen gepflanzt werden. Sie können im Herbst geerntet und gelagert werden.»

Auch Salat im Hochbeet geht gut. Ziswiler empfiehlt beispielsweise, Kopfsalat oder Ende Juli, Anfang August Endivien auszupflanzen. Jungpflanzen von Nüsslisalat können im Herbst ausserdem im Hochbeet noch angepflanzt werden. 

Obstbäume

Mini-Obstbäume oder Zwergobstbäume sind klein bleibende Bäume und Pflanzen mit kompaktem Wachstum und begrenzter Höhe. Obstbäume im Kübel benötigen viel Sonnenlicht und stehen gern geschützt. Im Frühling erscheinen wunderschöne Blüten am Baum – im Herbst schöne Blattfarben! Statt auf Aprikosen- oder Pflaumenbäumchen zu setzen, rät Ziswiler zu Apfel- oder Birnenbäumchen. «Sie sind weniger krankheitsanfällig», so der Fachmann. Ausserdem rät er, die Bäume in einen Kübel von mindestens 40 Zentimetern Durchmesser zu pflanzen, damit der Wurzelraum genug gross ist. 

Zitronenbäume und Co.

Sehr beliebt für Balkone sind auch Zitronen- oder Mandarinenbäumchen. Dankbar und einfach in der Pflege seien Zitronenbäume, so der Gartenprofi. Wer sich aber ein Zitrusbäumchen anschafft, muss auch an die Überwinterung denken: Sie brauchen ein Winterlager. Geeignet dafür ist ein Kellerraum mit Fenster oder, wenn dort erlaubt, ein Treppenhaus. Tipp: Wenn kein passendes Winterlager zur Verfügung steht, bieten einige Gärtnereien auch Plätze zum Überwintern der Pflanzen an. 

Rankhilfe

Kiwi und Trauben in Töpfen können ebenfalls gut auf dem Balkon gedeihen. Beide brauchen aber eine Rankhilfe oder ein Rankgitter und müssen zurückgeschnitten werden. Vorteil neben dem Nascheffekt: Mit ihren saftigen Blättern sorgen Trauben und Kiwi für etwas Schatten und sind ein natürlicher Sichtschutz gegen Nachbars Blicke. Die kleinen Arguta Kiwis müssen vor dem Verzehr nicht einmal geschält werden. Die süssen Minikiwis mit viel Vitamin C können ab August bis Oktober geerntet werden. Gut zu wissen: Auch Vögel mögen Trauben. Ein Netz schützt Trauben vor Vögeln. 

Eigene Beeren

«Ein Riesentrend sind Heidelbeeren. Sie brauchen wenig Pflege und geben ziemlich viel Ertrag», weiss Ziswiler. Für Heidelbeeren muss Substrat verwendet werden. Sie mögen saure Böden. Optimal werden sie mit Regenwasser gegossen und nicht mit Leitungswasser. Gut zu wissen: Auch Heidelbeeren schmecken den Vögeln. Wie Trauben sollten sie daher mit einem Netz vor ihnen geschützt werden. Weniger bekannt sind dagegen noch Maibeeren. Othmar Ziswiler: «Sie schmecken ähnlich, wachsen aber weniger stark.» Zusatztipp vom Profi: zwei verschiedene Sorten kaufen. Die frühe Ernte der Beeren startet schon im Mai. 

Passend für Balkone sind zudem verschiedene Erdbeersorten im Topf. Sie sind zum Teil in Hängetöpfen erhältlich, was zusätzlich Platz spart. Ebenfalls im Topf sind Minihimbeeren erhältlich. Sie brauchen weniger Platz als die üblichen Himbeersträuche für Gärten, die oft wuchern. Sie brauchen kaum Pflege, und frische Himbeeren können bis in den Herbst geerntet werden.

Wenig bekannt sind bei uns Andenbeeren oder Physalis. Sie eignen sich sehr gut auf dem Balkon. Der Busch wird etwas über einen Meter gross. Von Ende Juli bis im Herbst können die gelben Früchte, die oft auf Desserts verwendet werden, geerntet werden. Im Winter sollte der Topf aber eingepackt und möglichst nah an der Hauswand stehen, denn Frost bekommt der Pflanze nicht. 

Durstlöscher

Nicht zu vergessen: Auch gegen den Durst sind Kräuter gewachsen, die in Töpfen angepflanzt werden können – zum Beispiel Pfefferminze oder Melisse für kalten oder warmen Tee. 

Auch wenn man von der eigenen Ernte vom Balkon nicht satt wird, kann man sich doch daran erfreuen: als gesunde Nascherei, als kleiner Snack oder zur Bereicherung von Mahlzeiten mit frischen Kräutern. Zudem können Kinder gut und gern beim Anpflanzen mithelfen und lernen, was sie gesät und gepflegt haben. Aus eigenem Anbau und eigener Ernte schmeckt doch alles einfach besser. 

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