Darum gehts
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Böse Überraschung für eine Familie nach der Rückkehr aus den Herbstferien: In ihrem Einfamilienhaus wurde eingebrochen. Nicht zum ersten Mal und trotz diversen Sicherheitsvorkehrungen, wie unter anderem Zeitschaltuhren.
Mit einem grossen Stein wurde in der Nacht eine Fensterscheibe eingeschlagen, nachdem die Einbrecher vergeblich bei zwei Fenstern versuchten, diese aufzubrechen. «Ein Nachbar hörte nach Mitternacht den Knall, bemerkte aber nichts Auffälliges. Erst am nächsten Tag, als unsere Haustüre offen stand, informierten Nachbarn die Polizei», sagt Hausbesitzer Daniel Steiger*.
Den 150 Kilo schweren Tresor haben die Einbrecher abtransportiert. Die Beute beläuft sich auf rund 100’000 Franken, zuzüglich Sachschaden. Für die Kosten kommt bei entsprechender Deckung die Versicherung auf. Was den emotionalen Wert des Verlusts angeht, wie Erbstücke mit Erinnerungswert, das kann nicht ersetzt werden. Hinzu kommt Aufwand und Ärger und besonders das ungute Gefühl, dass wildfremde Personen in den privatesten Bereich eingedrungen sind und alles durchwühlt und angefasst haben.
Es bleibt ein Gefühl der Unsicherheit in den eigenen vier Wänden. Das macht besonders Tochter Miriam Steiger* zu schaffen: «Ich war nie gern allein im Haus. Jetzt noch viel weniger. Es bleibt ein ungutes Gefühl.» Das empfindet auch eine andere Betroffene. Der Einbruch liegt schon länger zurück. Ungute Gefühle, wie Unsicherheit und das Wissen, dass Fremde in den persönlichsten Bereichen gestöbert haben, blieben noch einige Zeit. Nicht selten müssen Betroffene nach einem Einbruch psychologische Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen, um den Schock zu verarbeiten.
Absolute Sicherheit gibt es nicht, aber Möglichkeiten, damit Einbrecher kein leichtes Spiel haben. Schon einfache und kostenlose Sicherheitsmassnahmen können Einbrecher abschrecken. Das gilt für das ganze Jahr und kann nicht nur Dämmerungseinbrüche verhindern, die häufig in den frühen Abendstunden in Wohnungen und Häusern verübt werden.
Einfache Schutz- und Verhaltensmassnahmen
- Haus- und Wohnungstüren immer abschliessen
- Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren abschliessen
- Garagen- und Kellertüren schliessen
- Keine Fenster gekippt offen lassen
- Keine Hilfsmittel für Einbrecher wie Leiter oder Werkzeug herumliegen lassen
- Licht in Wohnung oder Haus brennen lassen
- Keine Hinweise, dass niemand zu Hause ist
Ein eingeschaltetes Radio oder TV-Gerät bei Abwesenheit, sowie Zeitschaltuhren können Anwesenheit simulieren und abschrecken. Ein voller Briefkasten kann dagegen darauf hinweisen, dass niemand zu Hause ist. Eine Vertrauensperson, die während der Abwesenheit den Briefkasten leert, findet sich vielleicht in der Nachbarschaft.
Guter Kontakt mit der Nachbarschaft ist grundsätzlich wertvoll für das Zusammenleben und zum Schutz gegen Einbrüche ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor. Aufmerksame Nachbarn können ungewöhnliche Vorkommnisse im Quartier wahrnehmen und der Polizei unter der Notrufnummer 117 melden. Unbekannte Personen, die auffallen, kann man ansprechen. Wer keine schlechten Absichten hat, stört sich daran nicht. Andere Personen, die Örtlichkeiten für Einbrüche auskundschaften sind gewarnt und werden abgeschreckt.
Beratung und Prüfung vor Investitionen in Sicherheit
Neben baulich-technischen Massnahmen wie einbruchsichere Fenster, Türen oder Lichtschachtsicherungen, die sich auch nachrüsten lassen, bieten vielfältige Smart Home-Geräte Schutz- und Sicherheitsmöglichkeiten für das eigene Zuhause. Rollläden lassen sich beispielsweise über Apps vom Handy aus steuern, genauso wie das An- und Ausschalten von Lichtquellen oder Alarmanlagen. In jedem Fall lohnt es sich dabei auf sicherheitsgeprüfte und zertifizierte Produkte zu achten.
Bevor teure oder unnütze Investitionen getätigt werden, kann sich eine kostenlose und unabhängige Sicherheitsberatung durch Sicherheitsberater der Polizei lohnen. Vor Ort wird das Zuhause auf Schwachstellen geprüft und aufgezeigt, welche Schutzmassnahmen das Einbruchsrisko vermindern.
Auch Julien Barbey, Geschäftsstellenleiter Sicheres Wohnen Schweiz (SWS), empfiehlt die kostenlosen und unabhängigen Sicherheitsberatungen der Polizei. Der Verein SWS wird von Dach- und Branchenverbänden im Sicherheitsbereich, von der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD), der Polizei und der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP) getragen. Neben Kursen und Infobroschüren finden sich bei SWS auch ausgebildete Händler und Partner im Bereich Einbruchschutz. Julien Barbey: «Bevor man in den Einbruchschutz seines Zuhauses investiert, ist es wichtig, sich fachkundig beraten zu lassen. Privatpersonen können sich an die Präventionsstellen der Polizei wenden, um eine unabhängige Sicherheitsberatung zu erhalten, oder direkt die Plattform von Sicheres Wohnen Schweiz nutzen, auf der vertrauenswürdige Fachunternehmen und Sicherheitsprodukte aus der ganzen Schweiz zu finden sind. Ziel ist es, passende Sicherheitslösungen zu wählen und unnötige Investitionen zu vermeiden.»
Schnell und richtig Handeln nach Einbruch
Wenn sich trotz aller Vorkehrungen Einbrecher Zugang zu Haus oder Wohnung verschafft haben, muss rasch und richtig gehandelt werden.
- Sofort die Polizei über Notrufnummer 117 informieren
- Tatort nicht verändern
- Gestohlene Bankkarten, Kreditkarten und elektronische Geräte sofort sperren
- Beschädigungen an Türen und Fenstern müssen sofort repariert werden
- Wenn Schlüssel gestohlen wurden, sollten Schlösser ersetzt werden
- Gestohlene Ausweise mit einer Verlustmeldung der Polizei neu bestellen
- Versicherung informieren
Gut zu wissen: Genaue Angaben zu den gestohlenen Gegenständen, etwa Fotos, sind für die Polizei wichtig und hilfreich. So können gefundene Sachen besser den Besitzerinnen und Besitzern zurückgegeben werden. Vielleicht findet so auch ein Erinnerungsstück wieder seinen Platz bei den rechtmässigen Besitzern – ein kleiner Trost nach all dem Ärger.
* Namen bekannt