Küche und Haushalt
Induktion oder Gas? Warum viele wieder auf den Klassiker setzen

Induktionsherde gelten als modern, effizient und pflegeleicht. Doch eine britische Journalistin möchte nach zwei Jahren wieder auf Gas kochen. Was sie an der Technik stört und welche Vor- und Nachteile die beiden Herdarten tatsächlich haben.
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Bei Gasherden lassen sich einzelne Komponenten wie Topfträger oder Brennerdeckel separat ersetzen.
Foto: Magda Ehlers
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Induktionsherde sind aus modernen Küchen kaum wegzudenken. Sie erhitzen Pfannen und Töpfe schnell, lassen sich einfach reinigen und gelten als energieeffizient. Trotzdem ist nicht jeder mit der Technik glücklich. Die britische Journalistin Holly Walsh berichtet im Wohnmagazin «Ideal Home», weshalb sie nach zwei Jahren mit einem Induktionsherd über die Rückkehr zum Gasherd nachdenkt.

Als sie mit ihrer Familie in ein neues Zuhause zog, gehörte ein Induktionskochfeld zu ihren Wünschen. Zuvor hatte sie einen Gasherd mit fünf Brennern genutzt. Gerade mit zwei kleinen Kindern war ihr das Reinigen der Gitter, Fettflecken und eingebrannten Essensreste zunehmend lästig geworden. Eine glatte Glasfläche, die sich einfach abwischen lässt, erschien ihr deshalb als ideale Lösung.

Diesen Vorteil schätzt sie bis heute. Allerdings hat sie im Alltag auch einige Nachteile entdeckt, die sie zunehmend stören.

Ein kleiner Glasschaden kann teuer werden

Das erste Ärgernis kam, als am Rand des Kochfelds ein kleines Stück Glas absplitterte. Der Schaden war überschaubar, doch an der beschädigten Stelle sammelten sich Fett und Schmutz. Zudem stellte sich die Frage nach den Reparaturkosten.

Bei manchen Induktionskochfeldern kann selbst ein kleiner Glasschaden einen kostspieligen Austausch der gesamten Glasfläche erforderlich machen. Bei Gasherden lassen sich dagegen häufig einzelne Komponenten wie Topfträger oder Brennerdeckel separat ersetzen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Reparaturen bei Gas grundsätzlich günstiger sind. Die Kosten hängen vom Modell, der Art des Schadens und der Verfügbarkeit von Ersatzteilen ab. Wer einen neuen Herd kauft, sollte deshalb auch die Reparaturmöglichkeiten und Ersatzteilpreise im Blick behalten.

Touch-Bedienung ist nicht immer praktisch

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Steuerung. Viele Induktionskochfelder werden über Sensorflächen bedient, statt über klassische Drehknöpfe. Die Temperatur lässt sich durch Antippen oder Wischen einstellen. Das sieht aufgeräumt aus, kann im Küchenalltag aber unpraktisch sein.

Holly Walsh berichtet, dass Flüssigkeiten auf der Bedienfläche die Steuerung ihres Geräts beeinträchtigen können. Gerade beim Kochen, wenn Wasser überläuft oder Spritzer auf das Kochfeld gelangen, ist das lästig.

Auch die Leistung kann eine Rolle spielen. Bei ihrem Modell beobachtete sie, dass die Heizleistung teilweise zurückging, wenn sie alle vier Kochzonen gleichzeitig verwendete.

Das muss allerdings kein Defekt sein. Je nach Modell ist die Gesamtleistung begrenzt. Werden mehrere Zonen gleichzeitig auf hoher Stufe betrieben, verteilt die Elektronik die verfügbare Leistung entsprechend. Wer häufig mehrere grosse Töpfe gleichzeitig verwendet, sollte deshalb vor dem Kauf prüfen, wie das jeweilige Kochfeld die Leistung aufteilt.

Beim Gasherd vermisst Walsh diese Art der Steuerung nicht: Die Flamme ist sichtbar, und ihre Stärke lässt sich über einen Drehknopf unmittelbar verändern.

Nicht jeder Topf funktioniert auf Induktion

Wer von Gas auf Induktion umsteigt, muss unter Umständen auch neues Kochgeschirr kaufen. Denn Induktionsherde erzeugen mithilfe eines elektromagnetischen Felds Wärme im Topfboden. Dafür braucht es geeignetes, magnetisierbares Material.

Ob die eigenen Pfannen und Töpfe kompatibel sind, lässt sich einfach prüfen: Hält ein Magnet gut am Boden, ist das ein Hinweis darauf, dass das Kochgeschirr für Induktion geeignet ist. Entscheidend ist allerdings auch die Kennzeichnung des Herstellers.

Walsh stellte zudem fest, dass sich verschiedene Pfannen unterschiedlich verhalten. Manche werden sehr schnell heiss, während andere mehr Zeit benötigen. Das hängt unter anderem vom Material, vom Bodenaufbau und von der Konstruktion des Kochgeschirrs ab.

Was ihr ebenfalls fehlt, ist eine bestimmte Kochtechnik: Bei einem Gasherd kann man geeignete Pfannen oder Bräter nach dem Garen im Backofen direkt über die Flamme stellen und Bratensatz mit etwas Flüssigkeit lösen, um daraus eine Sauce zuzubereiten. Bei Induktion ist das nur möglich, wenn das Kochgeschirr dafür geeignet ist und der Boden mit dem Kochfeld kompatibel ist.

Das ständige Piepsen geht ihr auf die Nerven

Nicht zuletzt stören Walsh die akustischen Signale ihres Kochfelds. Induktionsherde können beim Einschalten, bei der Bedienung oder bei bestimmten Warnmeldungen piepsen. Auch Flüssigkeiten oder Gegenstände auf der Sensorfläche können je nach Modell Signaltöne auslösen.

Wenn gleichzeitig Waschmaschine, Geschirrspüler und Mikrowelle Geräusche machen, kann das im Alltag schnell lästig werden. Bei manchen Geräten lassen sich bestimmte Signaltöne leiser stellen oder ausschalten. Ob das möglich ist, hängt vom jeweiligen Modell ab.

Warum Induktion trotzdem viele Vorteile hat

Walshs Erfahrungen zeigen, dass nicht jede moderne Küchentechnik zu jedem Haushalt passt. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Induktionsherde generell an Beliebtheit verlieren oder vor dem Aus stehen.

Induktion hat gegenüber Gas mehrere Vorteile. Die Wärme entsteht direkt im geeigneten Topfboden, statt dass zunächst eine Flamme und die Umgebungsluft erhitzt werden. Dadurch arbeitet die Technik effizient, und die Kochzone reagiert schnell auf Änderungen der Leistungsstufe. Weil keine offene Flamme nötig ist, entfällt zudem das entsprechende Brandrisiko.

Auch die Reinigung ist meist einfacher als bei einem Gasherd mit Gittern und Brennerteilen. Die Glasfläche rund um den Topf bleibt vergleichsweise kühl, kann sich aber durch die Wärme des Kochgeschirrs ebenfalls erhitzen.

Gas wiederum punktet bei Menschen, die den sichtbaren Flammenkontakt, klassische Drehregler und ihre gewohnte Kochweise schätzen. Wer häufig mit verschiedenen Pfannen arbeitet oder die Hitze unmittelbar anhand der Flamme beurteilen möchte, empfindet das möglicherweise als Vorteil.

Für die Entscheidung zählt deshalb weniger, welcher Herd gerade als modern gilt, sondern welcher zum eigenen Kochalltag passt. Wer ein neues Kochfeld anschafft, sollte neben dem Anschaffungspreis auch Energieverbrauch, vorhandenes Kochgeschirr, Bedienkomfort, Reparaturkosten und die eigenen Kochgewohnheiten berücksichtigen.

Das Wichtigste ist der Alltag

Fazit: Induktion ist nicht für alle die beste Lösung. Die Technik bietet viele praktische Vorteile, doch auch Gas hat seine Anhänger. Ein persönlicher Erfahrungsbericht zeigt vor allem eines: Bei der Küchenausstattung entscheidet nicht allein die neueste Technik, sondern ob sie im Alltag wirklich funktioniert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.

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