Darum gehts
- Studien aus Deutschland bekräftigen die Hoffnung auf Leben auf Saturnmond Enceladus
- Mikroben könnten im Ozean Methan produzieren, Nachweis in Fontänen möglich
- ESA erwägt Enceladus-Mission für 2040er, Flug dauert zehn Jahre
Eismonde sind schon lange heisse Kandidaten für ausserirdisches Leben. Zwei deutsche Studien befeuern die Hoffnung auf ausserirdische Mikroben im unterirdischen Ozean des Saturnmondes Enceladus.
Im Gewässer unter der Eiskruste wies die Raumsonde Cassini schon vor rund zwanzig Jahren Salze und organische Verbindungen nach. Diese sind wesentliche Voraussetzungen für Leben. Die Raumsonde fand diese Stoffe, als sie durch Fontänen aus der südpolaren Region von Enceladus flog, die Eispartikel weit in den Weltraum schleudern.
Mikroben könnten überleben
Eine neue Studie der Freien Universität Berlin zeigt nun, dass sich Ozeantröpfchen während ihres Transports durch Risse in der Eiskruste möglicherweise langsamer abkühlen als bislang angenommen. Dies könnte es zukünftigen Raumsonden erleichtern, Spuren von Leben in den Fontänen nachzuweisen.
Vielversprechend ist auch die Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München: Sie zeigt, dass eine methanbildende Mikrobe unter simulierten Bedingungen, wie sie auf Enceladus angenommen werden, überleben und Methan produzieren konnte.
Raumsonde in den 2040er-Jahren?
Beide Studien zusammen sind «gute Nachrichten für die Suche nach Leben im All», schreibt die Freie Universität Berlin in einer Mitteilung vom Freitag. Doch für einen Nachweis ausserirdischen Lebens müsste eine Raumsonde zum Mond fliegen.
Die Raumfahrtbehörde ESA erwägt für die 2040er-Jahre eine neue Mission zu Enceladus. Allein der Flug dauert zehn Jahre – Forscher brauchen also noch viel Geduld.