Vergleichsstudie widerspricht Trump
Studie widerlegt Autismus-Risiko durch Paracetamol bei Schwangeren

Eine neue Analyse widerlegt Behauptungen von US-Präsident Donald Trump und Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. über Paracetamol. Das Schmerzmittel ist bei sachgemässer Anwendung in der Schwangerschaft sicher, zeigt eine neue Vergleichsstudie.
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Donald Trump und Robert Kennedy Jr. warnen vor der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft.
Foto: AP

Darum gehts

  • Analyse von 43 grossen Studien findet keinen Zusammenhang von Paracetamol zu Autismus
  • Bei sachgemässer Anwendung ist der Wirkstoff demnach in der Schwangerschaft sicher
  • Paracetamol sollte wie jedes andere Medikament nicht leichtfertig eingenommen werden

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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

US-Präsident Donald Trump (79) und Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. (71) warnen immer wieder vor der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft. Doch eine aktuelle Übersichtsarbeit findet keine Verbindung zu Autismus, ADHS oder geistigen Behinderungen durch den Wirkstoff, der in den USA unter dem Markennamen Tylenol bekannt ist.

Analysiert wurden 43 grosse Studien, wie die Forscher im Fachjournal «The Lancet Obstetrics, Gynecology, & Women's Health» schreiben. «Zusammen mit grossangelegten, geschwisterkontrollierten Studien aus Schweden und Japan, die 2024 und 2025 veröffentlicht wurden, belegen unsere Ergebnisse die Sicherheit von Paracetamol bei sachgemässer Anwendung in der Schwangerschaft», lautet die Schlussfolgerung der Experten.

Auch Swissmedic sieht Paracetamol positiv

Trumps Aussage hält der aktuellen Forschung damit nicht stand. Auch die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic widerspricht dem US-Präsidenten. Laut Swissmedic bleibt das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Paracetamol während der Schwangerschaft unverändert positiv, wie die Behörde im September in einer Stellungnahme schrieb.

Experten warnten, dass unbehandeltes Fieber und starke Schmerzen Mütter und Babys einer ernsten Gefahr aussetzen können. Auch das Team der aktuellen Übersichtsarbeit gibt zu bedenken, dass insbesondere unbehandeltes Fieber der Mutter mit Fehlgeburten, angeborenen Fehlbildungen, Frühgeburten und neurologischen Entwicklungsstörungen in Verbindung gebracht wird.

Trotzdem nicht leichtfertig einnehmen

Die neue Analyse bestätige, dass es keinen klinisch bedeutsamen Anstieg der Wahrscheinlichkeit einer Autismus-Spektrum-Störung, von ADHS oder einer geistigen Behinderung bei Kindern von Schwangeren gebe, die Paracetamol wie vorgeschrieben anwenden, erläutert das Forscherteam.

Dennoch sei klar: Paracetamol sollte wie jedes andere Medikament nicht leichtfertig eingenommen werden. Der deutsche Berufsverband der Frauenärzte rät, dass Schwangere Medikamente grundsätzlich nur nach Rücksprache mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt nutzen sollten. 

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