Flüchtlinge aus dem Val d'Ossola überschreiten die Schweizer Grenze bei Gondo, 1944. Bild mit Stempel Schweizer Zensurbehörde; Unbekannt © StAAG/RBA1-10-72
Foto: RDB

Fundstück aus dem Bildarchiv
Tag der Pressefreiheit

Blick-Fotografinnen und -Fotografen dokumentieren seit Jahrzehnten den Alltag in der Schweiz. In der Kolumne «Blick zurück» zeigen wir Archiv-Fundstücke – diese Woche ein zensuriertes Bild von 1944, das italienische Flüchtlinge zeigt.
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Flüchtlinge aus dem Val d'Ossola überschreiten die Schweizer Grenze bei Gondo, 1944. Bild mit Stempel Schweizer Zensurbehörde; Unbekannt © StAAG/RBA1-10-72
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Die Pressefreiheit ist in der Schweiz heute gut geschützt, wie das Ranking von Reporter ohne Grenzen zeigt, in dem sie 2025 Platz neun von 180 Ländern erreichte. Während der Weltkriege war das anders, denn damals unterlag die Presse der Zensur. So wurden Texte nachträglich geprüft und Pressefotos mussten vorab genehmigt werden. Das heutige Bild von 1944, das Flüchtlinge an der Grenze bei Gondo zeigt, wurde von der Zensurstelle ausdrücklich zur Veröffentlichung verboten und durch einen Stempel dementsprechend markiert.

Flüchtlinge aus dem Val d'Ossola überschreiten die Schweizer Grenze bei Gondo, 1944. Bild mit Stempel Schweizer Zensurbehörde; Unbekannt © StAAG/RBA1-10-72
Foto: StAAG/RBA

Heute vor vierzig Jahren ereignete sich der Reaktorunfall von Tschernobyl. Bei einem Test führte ein unerwarteter Leistungsanstieg zur Explosion von Block 4. Grosse Mengen radioaktiver Stoffe gelangten in die Umwelt und breiteten sich über Europa aus. Auch in der Schweiz wurden erhöhte Strahlenwerte gemessen, wobei am Luganersee zeitweise ein Angelverbot galt. Die Katastrophe entfachte die politische Debatte über Atomenergie neu. Das heutige Bild zeigt einen Demonstranten bei der Anti-AKW-Demo vom 21. Juni 1986 vor dem Kernkraftwerk Gösgen.

Foto: StAAG/RBA

Grosse Strassenbauprojekte sorgen oft für Diskussionen und erfordern viel Aufwand. So auch beim Umfahrungsstrassenprojekt in Adliswil in den 1960er-Jahren. Zwei gefährliche Bahnübergänge und zunehmender Verkehr machten eine neue Lösung nötig. Dafür mussten sieben Häuser, in denen 20 Familien wohnten, weichen. Die Sprengungen erfolgten im Rahmen einer Übung des Luftschutzbataillons. Das Foto zeigt den Moment der Zerstörung eines dieser Gebäude.

Foto: RDB

Am Tag der bemannten Raumfahrt widmen wir unser Bild Claude Nicollier, dem ersten und bisher einzigen Schweizer im All. Er absolvierte in sieben Jahren vier Raumflüge und verbrachte über 42 Tage im Weltraum. Bundesrat Adolf Ogi gratulierte ihm mit den legendären Worten «Freude herrscht, Monsieur Nicollier» direkt ins All. Auch nach seiner Rückkehr blieb der Waadtländer der Astronautik verbunden. Das heutige Bild zeigt ihn mit dem Ensemble des erfolgreichen Weltraum-Musicals «Space-Dream».

Foto: UIG via Getty Images

Obwohl der Osterhase keinen direkten Bezug zum Osterfest hat, gehört er fest zum Schweizer Brauchtum. Heute suchen wieder viele Kinder nach ihrem vom Hasen versteckten Nest, den flinken Hasen selbst sehen sie kaum. Anders war es 1957 in Unterseen im Kanton Bern, wo Kinder dem Osterhasen persönlich begegneten. Während die Kinder auf dem Foto von damals überglücklich wirken, sorgt der Anblick des Hasen heute bei genauerem Hinsehen eher für ein Erschaudern.

Heute wurde die Uhr wegen des Beginns der Sommerzeit eine Stunde vorgestellt. Wir verlieren eine Stunde Schlaf, was manche kaum spüren und andere sich wiederum müde und erschöpft fühlen lässt. Wir hoffen, Sie überstehen die Zeitumstellung gut und müssen nicht, wie der Soldat auf unserem Bild beim Manöver der 8. Division im Emmental im Jahr 1958, ein Nickerchen machen.

Foto: ATP

Ursula Andress war die wohl bekannteste Schweizerin in Hollywood. Als Bond-Girl Honey Ryder im Film «007 jagt Dr. No» schuf sie mit ihrer Strandszene einen der berühmtesten Momente der Bond-Geschichte. Die Bernerin erhielt dafür einen Golden Globe und wurde weltweit begehrt. Unser Bild zeigt sie 1966 bei der Eröffnung des Herrensalons ihrer Schwester in Bern. Am 19. März feierte sie ihren 90. Geburtstag.

Foto: StAAG/RBA

Vor 75 Jahren ereignete sich der Lawinenwinter 1951. Extreme Schneefälle lösten in der Schweiz zahlreiche Lawinen aus, die auch an unüblichen Orten zu Tal gingen. Die Schneemassen richteten erhebliche Schäden an und forderten zahlreiche Menschenleben. In gefährdeten Regionen mussten Evakuierungen erfolgen. Das heutige Bild vom 16. März 1951 zeigt eine solche Situation im Bedrettotal im Tessin.

Am heutigen Internationalen Frauentag würdigen wir Leni Robert, die erste Regierungsrätin des Kantons Bern und Umweltpionierin der Schweiz, die am 6. März ihren 90. Geburtstag feierte. Nach Konflikten mit der FDP gründete sie die Partei Freie Liste und wurde 1983 in den National-, später in den Regierungsrat gewählt. Das Foto zeigt sie 1986 bei einer symbolischen Aktion im Nationalrat für fairen Bananenhandel.

Foto: StAAG/RBA

Der heutige Tag erinnert an Äthiopiens Sieg über Italien in der Schlacht von Adua am 1. März 1896, der Italiens koloniale Pläne in Ostafrika vorerst stoppte. In den 1930er-Jahren griff Mussolini Äthiopien erneut an und besetzte Teile des Landes. Unser Foto zeigt Kaiser Haile Selassie 1954 bei seiner Ankunft in Basel, wo ihm die Schweiz einen aufwändigen Empfang bereitete.

Foto: RDB

Mit der heutigen Abschlussfeier enden die 25. Olympischen Winterspiele, die von den Maskottchen Tina und Milo begleitet wurden. Offizielle Maskottchen gehören mittlerweile bei Grossanlässen dieser Art selbstverständlich dazu. Vor 50 Jahren jedoch war das eine Neuheit: Bei den Winterspielen in Innsbruck wurde mit dem «Schneemandl» erstmals ein Maskottchen für Winterspiele präsentiert und war ein grosser kommerzieller Erfolg. Auf dem Foto ist das Maskottchen mit Silbermedaillengewinner Bernhard Russi zu sehen.

Foto: RDB

Die Luzerner Fasnacht startete am Donnerstag um 5 Uhr mit dem Urknall und geht morgen am Güdismontag weiter. In dieser närrischen Zeit bleibt kein Thema verschont – auch nicht die Presse. Das Foto zeigt einen Fasnachtswagen, der sich über die damals neue Zeitung Blick lustig macht, die im Jahr zuvor erstmals
erschienen war. Damals nahm die junge Zeitung die Aktion noch mit wenig Humor, denn die Aufnahme wurde im hauseigenen Fotoarchiv unter «Anti-Blick-Aktionen» abgelegt.

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