Travel Guide
Alles, was du für eine Reise nach Albanien wissen musst

Seit Jahren gilt Albanien als Alternative zu den bekannten Mittelmeer-Beachdestinationen. Doch das Land an der Adria überzeugt zudem mit Kultur, und Bergschönheiten. In diesem Travel Guide erfährst du alles Wissenswerte für eine Reise in das Land des Doppeladlers.
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Albanien mausert sich seit einigen Jahren zur Bade-Alternative am Mittelmeer.
Foto: zm_photo - stock.adobe.com
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Christian BauerReise-Journalist

Anreise: Wie komme ich nach Albanien?

Von allen grossen Schweizer Flughäfen aus wird Albanien direkt angeflogen: In die Hauptstadt Tirana geht es ab Zürich mit SWISS und Chair, ab Genf mit easyJet und ab Basel mit Wizz Air.

Die Anreise mit dem eigenen Auto zieht sich. Schneller geht es mit der Fähre vom italienischen Ancona nach Durrës.

Einreise: Welche Bestimmungen gelten?

Schweizer und EU-Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum: ID oder Reisepass genügen. Die Reisedokumente müssen bei der Einreise noch drei Monate gültig sein.

Unterwegssein: Wie bewege ich mich vor Ort?

Albanien ist ein «Roadtrip-Land». Sprich: Die einfachste Möglichkeit, das Land zu bereisen, ist ein Mietwagen. Am Flughafen in Tirana sind alle grossen und auch lokale Anbieter vertreten.

Wichtig: Die Strassen sind nicht immer in tadellosem Zustand, und der Fahrstil kann hier und da spürbar ruppiger ausfallen. Dellen, Kratzer und Steinschlag sind keine Seltenheit. Daher sollte man unbedingt eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung abschliessen. Vermietungsportale bieten oft einen besseren Deal als eine Direktbuchung bei den Vermietern.

Bus und Furgon: Zwischen den grossen Städten verkehren Busse. Jedes Dorf ist zudem mit einem Furgon, einem Sammeltaxi, erreichbar. Letztere starten allerdings teilweise erst, wenn genügend Passagiere vorhanden sind. Tickets sind sehr günstig; zudem bieten Busse und Furgons eine gute Möglichkeit, Land und Leute intensiv zu erleben. Der Nachteil: Das Reisen ist weniger flexibel und kostet mehr Zeit.

Taxi und Apps: In den grösseren Städten sind Taxis die beste und schnellste Wahl. Wer sich Preisverhandlungen ersparen möchte, nutzt am besten die Taxi-Apps VrapOn oder Speed Taxi Albania.

Kosten: Wie teuer ist Albanien?

Albanien ist ein günstiges Reiseland – auch wenn die Preise an den beliebten Beachdestinationen im Sommer mittlerweile merklich anziehen können. Mit folgendem Budget sollte man rechnen:

  • Budget: 35–60 CHF pro Tag für einfache Gästehäuser, lokale Restaurants, Busse und wenige Eintritte.
  • Mittelklasse: 80–140 CHF pro Tag für gute Boutiquehotels, Mietwagen, schöne Restaurants und kostenpflichtige Ausflüge.
  • Luxus: 180+ CHF pro Tag für Strandhotels, private Transfers, gehobene Restaurants und komfortable Touren.

Die Währung ist der albanische Lek (ALL). 1 CHF entspricht derzeit etwa 104 ALL. Als Faustregel für den Alltag gilt: 1000 ALL sind etwa 10 Franken.

Wichtig: Barzahlung ist noch sehr verbreitet. Karten funktionieren in besseren Hotels und Restaurants, aber nicht überall in Gästehäusern, Märkten oder Bergdörfern.

Stay connected: Telefonieren und Internet

WLAN gibt es in allen Hotels, Cafés und Restaurants. Für Navigation, Übersetzungen und Taxi-Apps empfiehlt sich trotzdem mobiles Internet.

Allerdings ist Roaming teuer – die meisten Handyverträge von Schweizer Anbietern mit EU-weitem Roaming gelten nicht in Albanien. Unbedingt vorher abklären! Eine Lösung sind zusätzliche Datenpakete der Schweizer Anbieter; eSIMs oder lokale Prepaid-Karten sind allerdings meist deutlich günstiger.

Die wichtigsten Anbieter sind Vodafone Albania und One Albania. Prepaid-Pakete mit reichlich Daten kosten etwa 10 bis 20 Franken, je nach Laufzeit und Datenvolumen. Wer sehr viele Daten benötigt, bekommt bei Vodafone einen Terabyte für etwa 33 Franken, 3 Wochen gültig. SIM-Karten gibt es am Flughafen Tirana, wo man auch bei der Aktivierung hilft.

Ist Albanien ein sicheres Reiseland?

Albanien ist für Reisende generell ein sicheres Reiseland. Berichte über Kriminalität gegen ausländische Gäste sind selten – auch das Niveau von Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl ist gering. Dennoch gelten die üblichen Regeln: Wertsachen nicht offen im Auto liegenlassen, Taschen in touristischen Orten im Blick behalten und den Hotelsafe nutzen.

Das grössere Risiko liegt weniger bei Langfingern, Strolchen und Co., sondern im Strassenverkehr, wo riskante Fahrmanöver nicht selten sind. Das bedeutet: defensiv und umsichtig fahren, auf Nachtfahrten besser verzichten.

Gesundheit: Was gibt es zu beachten?

Das Gesundheitssystem in den grossen Städten ist gut, wobei private Krankenhäuser meist besser sind als staatliche. Für allgemeine Reise-Wehwehchen ist die Versorgung völlig ausreichend. Für ernsthafte Vorfälle sollte man allerdings zurück in die Schweiz reisen. Auf dem Land und in abgelegeneren Bergregionen sollte man sich auf fehlende oder einfache medizinische Versorgung einstellen.

Wie bei allen Reisen sollten auch in Albanien die Standardimpfungen aktuell sein. Zudem empfiehlt sich eine Hepatitis-A-Impfung.

Auch wenn das Leitungswasser vielerorts offiziell als trinkbar gilt, sollte man nur abgepacktes Wasser trinken.

Kauderwelsch: Wie verständigt man sich in Albanien?

Albanisch ist die Landessprache. In Tirana, Hotels und an der Küste kommt man mit Englisch gut zurecht.

Was ist die beste Reisezeit für Albanien?

Die beste Reisezeit umfasst die Monate bis Oktober, wenn es sonnig, trocken und warm ist. Im Juli und August herrscht das beste Badewetter, wie überall am Mittelmeer. Allerdings kann es dann an den Stränden voll werden.

Die beste Reisezeit für die Albanischen Alpen sind die Sommermonate. Für eine Kulturreise empfehlen sich Frühling und Herbst.

Sightseeing: Was sollte man gesehen haben?

Tirana 

Die Hauptstadt ist wahrlich keine klassische Schönheit. Ein paar Tage lohnen sich hier dennoch – insbesondere, wenn man sich für kommunistische Protzarchitektur interessiert. Zudem sorgen Tausende von Studenten für reichlich Party und Vibes.

Berat 

Wegen der typischen Bauten mit ihren vielen Fenstern trägt Berat den Beinamen «Stadt der tausend Fenster». Die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, Moscheen und Kirchen ist UNESCO-Welterbe.

Gjirokastra 

Steindächer, steile Gassen und eine mächtige Festung machen Gjirokastra zu einer der charaktervollsten Städte des Balkans. Die Häuser in dem Bergstädtchen wurden aus lokalem grauem Stein gebaut, mit dem sogar die Dächer gedeckt sind. In der Altstadt befinden sich etwa 600 Bauten aus der Zeit der Osmanen, 15. bis 19. Jahrhundert.

Butrint 

Albanien blickt mit seiner Lage zwischen Griechenland und Italien auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück. Die meisten der grossen Mittelmeermächte haben in dem Land an der Adria ihre Spuren hinterlassen. Die wichtigste Ausgrabung des Landes ist die Halbinsel Butrint im Süden mit Überbleibseln von Griechen, Römern, Byzantinern und Venezianern.

Albanische Riviera 

Albanien mausert sich in den letzten Jahren zur Bade-Alternative am Mittelmeer. Einer der Gründe: Hier sind die Preise niedriger als sonst an der Adria. Die Badeorte im Süden bezeichnet man in Anspielung an Italien oder Frankreich als Albanische Riviera – auch wenn die Strände nicht ganz an die bekannten Destinationen heranreichen. Tipp: Der schönste Strandabschnitt befindet sich um den Ort Ksamil.

Albanische Alpen 

Albanien ist hauptsächlich als Kultur- und Beachdestination bekannt. Weniger bekannt sind die Albanischen Alpen im Norden, die deutlich weniger erschlossen sind als die Berge vor unserer Haustür: Hier streifen nicht nur Bären und Wölfe durch die Wälder, hier fühlt sich Wandern noch ursprünglicher an. Eine der schönsten Wanderungen führt vom Dorf Theth nach Valbona.

Ohridsee 

Der Ohridsee, den sich Albanien mit Nordmazedonien teilt, ist wegen seiner kulturellen und naturgeografischen Bedeutung zum UNESCO-Welterbe erhoben worden. Hier kann man sich auf geschichtliche Spuren begeben und ein paar Tage am See entspannen.

Für Schleckmäuler: Was sollte man probieren?

Byrek 

Byrek, aus der Türkei als Börek bekannt, ist das Nationalgericht Albaniens: Blätterteig mit Käse, Spinat oder Fleisch. Knusprig, fettig, günstig – lecker.

Tavë Kosi 

Ein Auflauf mit Lamm, Dickmilch und Ei.

Fërgesë 

Der vegetarische Auflauf besteht aus Paprika, Tomaten, Zwiebeln und Käse. Besonders gut mit frischem Brot.

Qofte 

Die Hackfleischbällchen, die man aus weiten Teilen des Balkans und der Türkei kennt, schmecken auch in Albanien besonders gut.

Speca të mbushura 

Albanische Hausmannskost und Soulfood: gefüllte Peperoni mit Reis, Kräutern und Fleisch.

Trilece 

Für Schleckmäuler: saftiger Milchkuchen mit Karamellschicht. Ideal zu einem starken albanischen Kaffee.

Raki 

Der Obstbrand gehört oft zur Begrüssungszeremonie. In Albanien wird der Raki in der Regel ohne Anis destilliert.

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