Wer nach einer langen Reise endlich im Hotelzimmer ankommt, möchte meist nur noch die Koffer abstellen und sich ausruhen. Doch bevor sie ihr Gepäck auspackt, nimmt sich eine erfahrene Stewardess einen kurzen Moment Zeit für einen Sicherheitscheck. Dafür reichen rund 90 Sekunden.
Wie die «New York Post» berichtet, hat sich unter Flugbegleiterinnen eine einfache Routine etabliert. Sie basiert auf den Erfahrungen von Menschen, die beruflich regelmässig in unterschiedlichen Hotels rund um den Globus übernachten.
1. Zuerst das Zimmer genau anschauen
Der erste Schritt: Noch bevor sie sich einrichtet, verschafft sich die Flugbegleiterin einen Überblick über das Zimmer. Dabei achtet sie darauf, ob sich jemand darin befindet und ob alles normal aussieht. Während der ersten Kontrolle bleibt die Tür offen. Aura Martinez, eine Stewardess mit 19 Jahren Berufserfahrung, empfiehlt, den Raum bewusst wahrzunehmen und auf Ungewöhnliches zu achten.
2. Verstecke kontrollieren
Anschliessend prüft sie mögliche Verstecke. Dazu gehören das Badezimmer und die Dusche, die Badewanne, Schränke sowie der Bereich hinter den Vorhängen. Es geht darum, sich zu vergewissern, dass sich niemand unbemerkt im Zimmer aufhält. Auch wenn eine solche Situation selten ist, kann ein kurzer Kontrollgang helfen, sich mit dem Raum vertraut zu machen.
3. Den nächsten Notausgang finden
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Fluchtweg. Wo befindet sich der nächste Notausgang? Und wie kommt man im Ernstfall möglichst schnell dorthin? Der Reiseberater Brian Rooney betont, dass eine Gefahrensituation nicht der richtige Moment ist, um sich erstmals mit dem Aufbau eines Hotels vertraut zu machen. Wer den Fluchtweg bereits kennt, kann sich im Notfall besser orientieren.
4. Türschlösser überprüfen
Danach sind die Zimmertür und ihre Verriegelungen an der Reihe. Funktionieren das Schloss und der zusätzliche Riegel? Lässt sich die Tür von innen sicher verschliessen? Die Kontrolle dauert nur wenige Sekunden. Sie gibt zudem Gelegenheit, sich mit den vorhandenen Sicherheitsvorrichtungen vertraut zu machen.
5. Das Telefon testen
Auch das Telefon im Zimmer sollte funktionieren. Schliesslich möchte man im Notfall rasch die Rezeption erreichen oder Hilfe anfordern können. Wer nicht sicher ist, wie die Rezeption angerufen wird, kann das gleich zu Beginn des Aufenthalts klären.
6. Für zusätzliche Sicherheit sorgen
Als letzten Schritt empfiehlt sich eine zusätzliche Sicherung der Tür. Dafür kommen beispielsweise ein tragbarer Türalarm oder andere geeignete Warngeräte infrage, die auf einen unbefugten Zutrittsversuch aufmerksam machen können. Martinez rät ausserdem, eine Taschenlampe griffbereit zu haben. Sie kann nützlich sein, falls das Licht ausfällt oder man sich bei Dunkelheit orientieren muss.
Besonders praktisch für Alleinreisende
Die kurze Routine kann vor allem für Menschen hilfreich sein, die allein unterwegs sind. Spezielle Ausrüstung ist für die grundlegende Kontrolle nicht nötig. Entscheidend ist, sich vor dem Auspacken kurz mit dem Zimmer, den Schlössern und möglichen Fluchtwegen vertraut zu machen.
Dabei gehe es nicht darum, Angst zu schüren, sondern vorbereitet zu sein. Wer sich nach der Ankunft eineinhalb Minuten Zeit nimmt, kann mögliche Probleme frühzeitig bemerken und sich anschliessend hoffentlich umso entspannter auf die Übernachtung freuen.
Dieser Artikel stammt vom polnischen Nachrichtenportal Fakt.pl, das zu Ringier Medien gehört.