Darum gehts
- Der Herbst ist die ideale Saison zum Wandern
- Die Schweiz verfügt über ein Wanderwegnetz von 65'000 Kilometern
- Die Wanderung von Merligen nach Interlaken West ist besonders abwechslungsreich
Oft kann man auf einer Wanderung nicht alle Fliegen mit einer Klatsche schlagen. Doch auf der Wanderung Merligen–Beatenbucht–Beatushöhlen–Interlaken-West gelingt das scheinbar Unmögliche. Zwischen schillerndem Thunersee, der urchigen Beatenbucht und den sagenumwobenen St.-Beatus-Höhlen wechselt die Kulisse immer wieder – und macht die Route abwechslungsreich. Auf gehts ins Berner Oberland.
Losgepilgert Richtung St.-Beatus-Höhlen
Die Wanderung beginnt in Merligen. Wer den Fleck auf der Schweizer Karte nicht kennt: Merligen verspricht im Sommer ein mediterranes Gefühl. Mit dem türkisblauen Thunersee hat man an wärmeren Tagen eine ideale Stelle zum Abkühlen. Aber dies ist der Beginn der Wanderung, weshalb es auf dem Pilgerweg in Richtung Beatushöhlen (Pilgerweg/Jakobsweg) geht.
- Schwierigkeitsstufe T1 (leicht)
- Dauer: 3:40 h
- Länge: 13,3 km
- Aufstieg: 392 m
- Abstieg: 392 m
- Saison: April bis Oktober
- Schwierigkeitsstufe T1 (leicht)
- Dauer: 3:40 h
- Länge: 13,3 km
- Aufstieg: 392 m
- Abstieg: 392 m
- Saison: April bis Oktober
Nach einem leichten Aufstieg durchs Dorf mit seinen für das Berner Oberland typischen Holzhäuschen und dem Thunersee im Rücken gelangt man bereits zum Waldstück. Doch nicht irritieren lassen: Ab und an blitzt eine Palme auf, die den Ort bildlich festhält und den Kontrast perfekt beschreibt. Merligen weiss, wie man Alpen-Flair mit Dolce far niente verbindet.
Die wohl beste Aussicht auf den Thunersee
Während die Kiessteine unter den Füssen knirschen und im Herbst bunte Blätter vom Himmel regnen, geht es Schritt für Schritt an der Standseilbahn vorbei, die hinauf nach Beatenberg führt. Diese lässt man auf der Wanderung zwar hinter sich, doch irgendwann sollte man sich eine Fahrt damit gönnen – und deshalb folgt hier Tipp 1:
Die Fahrt mit der Standseilbahn ab Beatenbucht lohnt sich besonders an Tagen, an denen man keine grosse Wanderung plant. Eine solche Aussicht auf den Thunersee ganz ohne Schweissperlen zu geniessen, ist einfach traumhaft.
Zurück zur Wanderung. Noch ein paar weitere Ausschnaufer werden hier verlangt, bis man oben angekommen ist und auf dem Bänkli den wohl schönsten Ausblick auf Thuns Prachtsee geniessen kann.
Von Steinbruch bis zum Traumland
Über eine gedeckte Holzbrücke passiert man den Budelbach, bis man zum Steinbruch gelangt. Hier wird der Kieselkalk schon seit rund 140 Jahren abgebaut. Was hier abgebaut wird, wird im Wasserbau für Stützmauern oder andere Hochbauten wie beispielsweise die Kirche Merligen verwendet.
Es dauert nicht mehr lange, bis das weitere Highlight, die St.-Beatus-Höhlen, erreicht wird. Wer bei der Feuerstelle vorbeiläuft, erreicht den makellos gepflegten Park unterhalb der Höhlen mit dem Wasserfall. Ab gehts ins Märchenland.
Ein fabelhafter Besuch bei den St.-Beatus-Höhlen
Wer kein Fan von Märchen und Fabelwesen ist, könnte es spätestens bei diesem Anblick werden. Ein geteerter Weg schlängelt sich hinauf zu den St.-Beatus-Höhlen, während im Rücken der kristallblaue Thunersee funkelt. Hoch oben klebt die Anlage beinahe märchenhaft am Fels.
Hier folgt bereits der zweite, nicht so geheime Tipp: Der Eintritt und die rund einstündige Extrarunde durch die Höhle lohnen sich. Ab und an tropft es von der Decke, manchmal tost ein Bach durch die Gänge, und an anderen Stellen ist es mucksmäuschenstill. Die Höhle zählt zu den zehn grössten Höhlensystemen der Schweiz.
Nach der Höhle folgt die volle Naturidylle
Das Ziel der Wanderung ist noch nicht ganz erreicht. Weiter geht es auf dem Pilgerweg in Richtung Interlaken. Wer eine Stunde wandert, erreicht das Dorf Sundlauenen nördlich des Thunersees.
Auch wenn das niedliche Dorf zum Verweilen einlädt, sollte man das Ziel vor Augen nicht verlieren. Deshalb geht es weiter zur Schiffsstation, dem See entlang und durch das Dorf hin zum Naturschutzgebiet Weissenau.
Wo der Thunersee nochmals wild wird
Im Naturschutzgebiet Weissenau verschwinden die gepflegten Uferwege, und die Natur übernimmt das Kommando. Schilfgürtel säumen das Wasser, kleine Buchten verstecken sich zwischen Bäumen und Sträuchern, und über den Köpfen ziehen immer wieder Vögel ihre Kreise. Diese nutzen den Ort nämlich auch gerne als Überwinterungsplatz.
Nachdem die Natur noch einmal ihr ganzes Können gezeigt hat, neigt sich auch die Wanderung langsam dem Ende zu. Die Ruine Weissenau läutet die letzten Kilometer ein. Von hier führt der Weg weiter nach Interlaken, wo die Wanderung zwar endet – die Eindrücke dieser abwechslungsreichen Tour aber noch lange bleiben.