Darum gehts
- Die Azoren sind ein Ganzjahresziel mit mildem Klima und reicher Natur
- São Miguel, Terceira und Pico bieten Highlights wie Vulkane und Kraterseen
- Reisekosten: 70–450 CHF/Tag, je nach Standard und Aktivitätsniveau
Anreise: Wie komme ich auf die Azoren?
Der wichtigste und praktischste Anlaufpunkt für eine Erkundung der Azoren ist die Stadt Ponta Delgada auf der Hauptinsel São Miguel. Edelweiss Air fliegt von März bis November direkt von Zürich nach Ponta Delgada. Im Juli und August bietet Edelweiss Air auch Flüge auf die Insel Terceira an.
Eine ganzjährige Alternative sind Flüge mit TAP Air Portugal oder Azores Airlines über Lissabon.
Einreise: Welche Bestimmungen gelten?
Die Azoren gehören zu Portugal und damit zum Schengenraum. Schweizer und EU-Staatsangehörige benötigen daher nur eine ID oder einen Pass.
Unterwegssein: Wie bewege ich mich vor Ort?
Von Insel zu Insel hüpft man mit dem Flugzeug oder der Fähre. Azores Airlines verbindet alle Inseln miteinander.
Tipp: Vor Ort kann man den Azores Air Pass erwerben, der drei Stopps umfasst. Dieser kann günstiger sein als Einzeltickets.
Fahrten mit der Fähre sind besonders in der zentralen Inselgruppe sinnvoll: Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial. Der lokale Anbieter ist Atlânticoline. Die Fahrpläne sind saisonal und wetterabhängig; vor der Planung sollte man immer die aktuellen Abfahrten prüfen.
Das Erkunden der Inseln ist mit dem ÖV möglich, aber die Planung gestaltet sich in der Regel eher schwierig. Die beste Lösung ist ein Mietwagen.
Kosten: Wie teuer sind die Azoren?
Die Azoren sind teurer als viele klassische Südeuropa-Ziele. Insbesondere die Preise für Mietwagen und Unterkünfte steigen zur Hauptsaison stark an. Das sollte man einplanen:
Budget: 70 bis 100 CHF pro Tag mit einfachen Gästehäusern, lokalen Restaurants, ÖV und wenigen Touren.
Mittelklasse: 120 bis 220 CHF pro Tag mit gutem B&B, Mietwagen, Restaurantbesuchen und Eintritten.
Luxus: 250 bis 450 CHF pro Tag mit Boutiquehotels, privaten Touren, besseren Restaurants und Inselhopping per Flug.
Tipp: In der Zeit von Juli bis September sollte man Unterkünfte, Mietwagen und geführte Ausflüge rechtzeitig buchen.
Stay connected: Internet & SIM
Kostenloses WLAN findet man in Hotels, Ferienwohnungen und vielen Cafés.
Für Navigation und Wetter-Apps ist mobiles Internet sinnvoll. Roaming ist teuer – es sei denn, der Handyvertrag des Schweizer Anbieters beinhaltet EU-weites Roaming. Eine Lösung sind Datenpakete der Schweizer Anbieter, allerdings sind eSIMs oder lokale Prepaid-Karten meistens günstiger. Gute Anbieter vor Ort sind MEO, Vodafone und NOS. SIM-Karten gibt es am Flughafen, in Shops der Anbieter oder als eSIM schon vor der Reise. Prepaid-Pakete für bis zu 30 Tage liegen zwischen 10 und 20 Franken.
Stay safe: Sind die Azoren ein sicheres Reiseland?
Portugal, zu dem die Azoren gehören, gilt als sicheres Reiseland. Auf den Azoren ist Alltagskriminalität selten. Dennoch gelten die üblichen Regeln: Wertsachen nicht offen im Auto liegen lassen, Taschen in touristischen Orten im Blick behalten und den Hotelsafe nutzen.
Achten sollte man vor allem bei Wanderungen auf das Wetter, das schnell umschlagen kann. Entsprechende Ausrüstung einpacken!
Gesundheit: Auf was muss man achten?
Die medizinische Versorgung ist sehr gut. Eine Gefahr durch tropische Krankheiten besteht nicht. Dennoch sollten, wie bei allen Reisen, die Standardimpfungen aktuell sein. Eine erste reisemedizinische Übersicht bietet die Infostelle für Reisemedizin.
Kauderwelsch: Wie verständigt man sich auf den Azoren?
Amtssprache ist Portugiesisch. In Hotels, Tourismusbüros und bei Tourenanbietern kommt man mit Englisch gut zurecht.
Beste Reisezeit für die Azoren
Die Azoren sind ein Ganzjahresziel mit mildem Atlantikklima. Im Winter liegen die durchschnittlichen Tagestemperaturen bei etwa 15 Grad, im Sommer bei 25 Grad – die Unterschiede sind auf den Azoren also geringer als in Kontinentaleuropa. Wegen der Lage mitten im Atlantik kann es das ganze Jahr über zu Niederschlägen kommen. Regenkleidung oder ein Schirm gehören immer in den Tagesrucksack.
Mai bis Oktober gilt als beste Zeit für Wanderungen und Walbeobachtungen. Dann ist es etwas wärmer, und eine ruhigere See bietet bessere Bedingungen zum Tauchen.
Tipp: Im April, Mai, September und Oktober ist es weniger voll und meist günstiger als im Hochsommer.
Die neun Azoren-Inseln: Welche Insel passt zu welcher Reise?
São Miguel – die vielseitige Hauptinsel der Azoren
São Miguel ist die grösste und bekannteste Azoren-Insel. Hier findet man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Archipels: Sete Cidades mit seinen blaugrünen Kraterseen, die wilde Lagoa do Fogo, die heissen Quellen von Furnas und die Hauptstadt Ponta Delgada mit Restaurants, Bars und Hafenpromenade – ideal für Azoren-Neulinge.
Wichtig: Im Sommer besuchen viele Touristen die Insel. Rechtzeitig buchen oder im Frühling oder Herbst reisen.
Santa Maria – die sonnige Badeinsel der Azoren
Santa Maria ist die südlichste und älteste Insel der Azoren – und klimatisch die wärmste und trockenste. Als einzige Insel besitzt sie längere Sandstrände, allen voran Praia Formosa. Santa Maria eignet sich für Badetage, Küstenwanderungen, Schnorcheln und entspannte Ferien ohne grosses Programm.
Terceira – die Kulturinsel der Azoren
Terceira ist die Insel für Geschichte und Stadtleben. Die Altstadt von Angra do Heroísmo gehört zum UNESCO-Welterbe; vom 15. bis ins 19. Jahrhundert war Angra ein wichtiger Atlantikhafen für Schiffe zwischen Europa, Afrika und Amerika. Dazu kommen eindrückliche Landschaften: Vulkanhöhlen, grüne Felder und Lavapools.
Graciosa – die stille Insel der Azoren
Die Insel Graciosa trägt ihren Namen zu Recht: die Zierliche. Gerade einmal 12 Kilometer lang und 7 Kilometer breit ist das Eiland, das sich durch sanfte Erhebungen statt steiler Klippen auszeichnet. Nur wenige Besucher verschlägt es hierher. Zu erleben gibt es Thermalquellen, Küstenbäder, Weingärten und kleine Dörfer.
São Jorge – die Wanderinsel der Azoren
São Jorge ist lang, schmal und steil. Dazwischen breiten sich die Fajãs aus, flache Küstenebenen. Diese Dramatik macht São Jorge zur perfekten Insel für Wanderfreunde.
Pico – die Berg- und Weininsel der Azoren
Auf der Insel erhebt sich der 2351 Meter hohe Montanha do Pico, der höchste Berg Portugals. Mindestens so besonders ist die Weinlandschaft von Pico. Zwischen schwarzen Basaltmauern wachsen Reben in winzigen Parzellen, seit 2004 UNESCO-Welterbe. Pico eignet sich besonders für Wander- und Outdoorfreunde.
Faial – die Seglerinsel der Azoren
Die Insel Faial war ein wichtiger Ort für die Verbindung Europas mit Amerika: Zum einen verliefen Seekabel über die Insel, zum anderen war der Flughafen ein wichtiger Zwischenstopp von Transatlantikflügen. Und auch heute noch ist der Hafen eine beliebte Anlaufstelle für Segler, die den Atlantik überqueren. Neben dem internationalen Seglerflair eignet sich Faial zum Wandern und als Basis für Walbeobachtungen.
Flores – die Wasserfallinsel der Azoren
Flores ist die dramatischste Insel der Azoren: grün, wild und wunderbar. Wasserfälle stürzen über moosige Felswände, Kraterseen liegen in Hochlandmulden, und an der Westküste fällt die Insel steil in den Atlantik – was will man mehr? Eine Insel für Naturliebhaber.
Corvo – die abgelegenste Insel der Azoren
Corvo ist die kleinste und abgelegenste Azoren-Insel. In der einzigen Ortschaft, Vila do Corvo, leben gerade einmal 500 Menschen. Hier am Rande Europas – von hier sind es nur noch 2000 Kilometer bis Amerika – kann man herrlich entschleunigen, wandern und sich erholen.
Wichtig: Flüge und Boote können wegen schlechten Wetters verschoben werden; ein zu enger Reiseplan passt nicht zu dieser Insel.
Sightseeing: Was sollte man erlebt haben?
Sete Cidades, São Miguel
Der Blick vom Aussichtspunkt Vista do Rei auf die Lagoa Azul und die Lagoa Verde ist das klassische Postkartenmotiv der Azoren – und einer der beliebtesten Instagram-Spots. Die beiden Seen liegen in einer gewaltigen Vulkancaldera im Westen der Insel São Miguel und schimmern je nach Licht tatsächlich unterschiedlich blau und grün, wie ihre Namen andeuten.
Tipp: Ebenfalls sehenswert ist der See Lagoa do Fogo, der in einem Naturschutzgebiet liegt.
Furnas, São Miguel
Dass die Azoren aus Vulkanen entstanden sind, erlebt man besonders im Furnas-Tal: Überall dampft, zischt und blubbert es aus heissen Quellen und Fumarolen. Die eisenhaltigen Thermalbecken, beispielsweise in Terra Nostra oder Poça da Dona Beija, entspannen nicht nur nach einer Wanderung, sondern gelten auch als wohltuend bei Hautproblemen.
Tipp: Berühmt ist der Cozido das Furnas, ein deftiger Eintopf, der mehrere Stunden in der heissen Vulkanerde gegart wird.
Montanha do Pico, Pico
Der Vulkan Pico auf der gleichnamigen Insel ist mit 2351 Metern der höchste Berg Portugals. Der Aufstieg ist zwar anstrengend – Gesamtdauer etwa acht Stunden –, aber die Aussicht auf die Inselwelt ist bei gutem Wetter atemberaubend.
Wichtig: Für die Wanderung ist eine Registrierung nötig, die Zahl der Personen am Berg ist begrenzt.
Weinlandschaft von Pico, Pico
Kaum zu glauben, aber auf den Azoren wächst auch Wein. Berühmt ist der Weinbau auf der Insel Pico, der 2004 zum UNESCO-Welterbe erhoben wurde. Die Besonderheit: Mauern schützen die Pflanzen in kleinen Parzellen vor Wind und Salz und speichern Wärme. Besonders schön ist die Weinlandschaft rund um die Orte Criação Velha und Madalena.
Capelinhos, Faial
Der Vulkanismus auf den Azoren ist noch lebendig. Ein Beispiel ist der Vulkanausbruch von Capelinhos in den Jahren 1957/58, der an der Westseite der Insel Faial eine neue Halbinsel schuf. Das unterirdisch angelegte Besucherzentrum erklärt die Geologie der Azoren.
Angra do Heroísmo, Terceira
Angra do Heroísmo ist die schönste historische Stadt der Azoren und konsequenterweise seit 1983 UNESCO-Welterbe. Die Altstadt mit ihrem Kopfsteinpflaster, farbigen Fassaden, Kirchen und alten Handelshäusern erinnert daran, wie wichtig Terceira einst als Zwischenstopp auf den Atlantikrouten zwischen Europa und Amerika war.
Fajãs, São Jorge
Die Insel São Jorge scheint wie ein grüner Felsrücken im Atlantik. Berühmt sind die Fajãs, flache Küstenebenen unter hohen Klippen, entstanden durch Lavaflüsse oder Erdrutsche.