Wir beginnen unsere Mallorca-Reise in Palma de Mallorca. Doch anders, als das Party-Image vermuten lässt, ist die Inselhauptstadt eine reizende Stadt, die genug für einen kurzen City-Trip zu bieten hat. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt verwinkelte Gassen und historische Strassenzüge, mit Blumen verzierte Innenhöfen sowie prächtige Avenidas und Plazas, auf denen Skulpturen grosser Künstler stehen. Der weltbekannte spanische Architekt Antoni Gaudí war zudem massgebend an der Innendekoration der Catedral de Mallorca La Seu beteiligt, dem Wahrzeichen der Stadt. Neben Vergangenheit gibt es auch moderne Neubauten, futuristische Museen und für Shoppaholics viele Möglichkeiten für einen Einkaufsbummel.
Ein gutes Beispiel für einen Mix aus Alt und Neu ist das Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst Es Baluard in Palma. Untergebracht in einer ehemaligen Festung und mit zeitgenössischer Architektur erweitert, zeigt das Museum über 500 Kunstobjekte regionaler und internationaler Künstler. Die Dauerausstellung wird mit wechselnden Schauen ergänzt.
Das «Big Blue»-Becken gehört zu den grössten Europas und beherbergt Haie sowie viele weitere Arten. Zudem werden gelegentlich besondere Events oder Übernachtungen angeboten – aktuelle Termine sollten vorab geprüft werden, da Sonderprogramme variieren können. In insgesamt 55 Schaubecken tummeln sich über 700 verschiedene Wassertierarten aus allen Ozeanen der Welt.
Spanien ist bekannt als Schlaraffenland für Foodies – und Mallorca macht da keine Ausnahme. Der «Mercado Gastronómico San Juan» in Palma, ein Gastronomiemarkt in einem ehemaligen Schlachthaus, lohnt einen Besuch. In den zahlreichen Mini-Restaurants gibt es Tapas, Tortillas, Serrano-Schinken, Austern und viele weitere kulinarische Highlights..
Das landschaftliche Highlight Mallorcas ist das bis zu 1.500 Meter hohe Tramuntana-Gebirge im Nordwesten der Insel. Die Bergkette war seit jeher Rückzugsort gekrönter Häupter sowie wohlhabender Persönlichkeiten, und einige ihrer historischen Anwesen haben die Zeiten überdauert. Die Serra de Tramuntana, UNESCO-Weltkulturerbe, ist heute ein ideales Ziel für Wanderungen, Panoramablicke und erholsame Naturerlebnisse.
Ein besonders reizvoller Ort ist das Herrschaftshaus von Alfabia nahe Sóller mit seinen weitläufigen Gärten. Hier lässt es sich beim Plätschern der Wasserspiele, im Schatten schattiger Alleen oder bei einem frisch gepressten Orangensaft wunderbar vom Ferienstress erholen. Ebenfalls sehenswert sind die Landgüter Son Marroig und Miramar, einst Anwesen des Erzherzogs Ludwig Salvator.
Die Region um Sóller war von jeher berühmt für ihre Orangen und Zitronen. Ein Überbleibsel des früheren Orangen-Booms ist der Ferrocarril de Sóller, eine Schmalspurbahn aus dem Jahr 1912. Auf dem Weg von der mallorquinischen Hauptstadt bis nach Sóller durchquert der Zug einige der schönsten Landschaften der Insel. In Sóller angekommen, dem Zentrum des Tramuntana-Gebirges, kann man im Jugendstil-Bahnhof Werke des Malers Jean Miró bewundern. Übrigens: Von der quirligen Stadt geht es ebenfalls mit einem historischen Tram zum Strand!
Wichtig: Fahrpläne und Tickets ändern sich saisonal.
Ausserhalb der Massentourismus-Orte mit ihren Hotelbunkern haben sich reizvolle Dörfchen mit typisch südländischem Charme erhalten. Ein solches Schmuckstück ist Valldemossa im Nordwesten: Enge Gassen, mit Blumentöpfen übersäte Häuser und lauschige Plätze machen den Charme des Bergdorfes aus. Kein Wunder, verbrachte der berühmte Komponist Frédéric Chopin einst einen Winter im ehemaligen Kartäuserkloster (sehenswert!). Ebenfalls besuchenswert ist das Dorf Fornalutx, das von alten Zitrusplantagen umgeben ist.
So schön Mallorca auch an der Oberfläche sein mag, mindestens ebenso spannend ist seine Unterwelt: Die Drachenhöhle bei Port Cristo im Osten gilt als die schönste Höhle der Insel. Inmitten des unterirdischen Labyrinths, umgeben von Stalagmiten und Stalaktiten, befindet sich einer der grössten unterirdischen Seen der Welt. Das Highlight am Ende einer Führung ist nicht nur eine Bootsfahrt auf dem See, sondern auch ein kurzes, klassisches Konzert in der Underground- Konzerthalle.
Seit dem Mittelalter ist die Stadt Inca in der Inselmitte ein Zentrum der Lederindustrie. Unterschiedliche Handwerker und Betriebe haben sich in der 30'000-Seelen-Stadt dem Lederhandwerk verschrieben, darunter auch der mallorquinische Schuhersteller Camper. Ein Besuch im Fabrikoutlet Recamper lohnt sich. Ebenso wie der Besuch des Schuh- und Ledermuseums der Stadt.
Die Märkte zeigen die Seele eines Landes. Der berühmteste «Mercato» Mallorcas ist der Mittwochsmarkt im Städtchen Sineu im Inselinnern. Schon seit dem Mittelalter werden hier Käse, Salami, Schinken, Gemüse, Töpferwaren, Leder feilgeboten – hier findet garantiert jeder ein Mitbringsel für die Zuhausegebliebenen.