Darum gehts
- 1,8 Millionen Menschen leben hierzulande mit Beeinträchtigung
- Trotzdem müssen sie dank inklusivem Wintersport nicht auf den Schneespass verzichten
- Jolanda Stettler unterrichtet Skifahren für Menschen mit Beeinträchtigungen in Saas-Fee
Helm auf, Ski an und ab auf die Piste – so sieht ein Skitag für die meisten Wintersportfans aus. Nicht jedoch für die rund 1,8 Millionen Menschen in der Schweiz, die laut Bundesamt für Statistik (BFS) mit einer Beeinträchtigung leben. Dennoch bemühen sich Skigebiete, Barrieren abzubauen und möglichst alle auf der Piste begrüssen zu können.
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Damit dies gelingt, müssen weitere Akteure mitwirken. Eine von ihnen ist Jolanda Stettler (53). Die ausgebildete Schneesportlehrerin unterrichtet unter anderem Menschen mit Beeinträchtigungen in Saas-Fee VS.
Skiunterricht abseits des Lehrbuchs
Für die Skilehrerin ist Hochsaison. Letzte Woche besuchten gleich zwei Gäste mit Beeinträchtigung die Skischule bei ihr. Sie füllte somit gleich zwei Rapporte schriftlich aus. So weiss sie einerseits, wo sie beim nächsten Unterricht fortfahren kann. Andererseits können auch die Angehörigen mitverfolgen, was ihre Liebsten im Unterricht gemacht haben.
Nicht jede Skilehrperson verfügt über die nötige Erfahrung, um solche Lektionen anzubieten. Laut Stettler lässt sich hier nicht stur nach Lehrbuch vorgehen. Die Lektionen finden im Einzelunterricht statt und erfordern viel Geduld: «Hilfsmittel sind wichtig, doch man muss individuell ausprobieren, ob sie auch wirklich die gewünschte Erleichterung bringen», führt sie aus. «Es gibt spezialisierte Ausbildungen. Das Angebot richtet sich an Skilehrpersonen und qualifiziert sie für den Unterricht von Menschen mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung, Sehbehinderungen sowie von Mono- und Dualbob-Fahrenden», erklärt die Skilehrerin.
Trotz Bemühungen bleiben Hindernisse
Dennoch gibt es Hürden im Unterricht. So ist es laut Stettler problematisch, wenn ein Rollstuhl nicht am vereinbarten Ort bereitstehe und der Gast auf die Toilette muss. «Entscheidend ist nicht nur das Zusammenspiel von Skilehrer und Gast, sondern auch die Zusammenarbeit und das Verständnis aller Akteure im Wintersportort», betont die Wintersportlehrerin.
Wo diese Zusammenarbeit funktioniert und Angebot und Infrastruktur ineinandergreifen, entsteht echter inklusiver Wintersport. Neben Saas-Fee gelten die Skigebiete Engelberg Titlis LU und Arosa Lenzerheide GR als Vorreiter. So wird bereits bei der Planung an barrierefreie Sessellifte oder ebenerdige Gondeln gedacht. Dennoch ist die Entwicklung längst nicht abgeschlossen.
Wenn der Erfolg nicht nur Teilnehmende begeistert
Neben qualifiziertem Personal ist das richtige Equipment entscheidend. Dazu zählen insbesondere der Mono-Ski, ein Carving-Ski mit gefedertem Sitzrahmen, sowie der Bi-Ski, bei dem die Sitzschale auf zwei Skiern montiert ist und von einer weiteren Person gesteuert wird.
Diese Fortschritte bereichern nicht nur die Teilnehmenden. Auch Jolanda Stettler blickt auf bewegende Momente zurück: «Ich durfte in all den Jahren, in denen ich mit Personen mit einer Beeinträchtigung Ski fahre, sehr viele schöne Momente erleben. Für mich sind die individuellen Fortschritte und die Freude der Gäste am Fahren das Wichtigste.»