Die Katze ist das beliebteste Haustier der Schweizerinnen und Schweizer. Laut Schätzungen leben hier rund 1,6 Millionen Büsi. Viele Katzenhalter fragen sich immer wieder, was ihr Haustier ihnen mit seinem Verhalten mitteilen möchte. Die Zoologin Arlette Niederer vom Schweizer Tierschutz STS erklärt, worauf du achten solltest, um deine Katze besser zu verstehen.
So erkennst du eine glückliche Katze
Eine glückliche Katze hat leicht geschlossene Augen und keine geweiteten Pupillen. Ihr Körper ist entspannt, der Schwanz bewegt sich kaum. Oft liegt sie ausgestreckt auf der Seite oder sogar auf dem Rücken. Das zeigt, dass sie sich sicher fühlt und ihre empfindlichen Stellen nicht schützen muss.
Unruhig oder angespannt
Ist deine Katze unruhig, sind ihre Pupillen vergrössert und die Augen weit geöffnet. Sie peitscht mit dem Schwanz, der Kopf ist aufrecht, die Ohren sind aufgestellt.
Ängstlich
Eine ängstliche Katze weitet ihre Pupillen stark und nimmt eine geduckte Körperhaltung ein. Sie macht sich möglichst klein und schützt ihre empfindlichen Stellen. Die Ohren liegen seitlich oder leicht nach hinten am Kopf an, der Schwanz ist eng am Körper. Manchmal kannst du beobachten, dass sie leer schluckt oder kurz mit der Zunge über ihr Maul fährt.
Verärgert
Ist deine Katze verärgert, sind die Pupillen schmal und die Ohren angelegt. Das Fell stellt sich auf, sie faucht und versucht möglichst gross zu wirken. Ihre Beine sind steif, oft steht sie leicht seitlich.
Darum kratzt deine Katze an Möbeln
Katzen kratzen an Möbeln, um ihre Krallen zu schärfen und ihr Revier zu markieren. Es dient aber auch der Interaktion mit dir. Katzen lernen schnell, dass du reagierst, wenn sie am Sofa kratzen. So verschaffen sie sich Aufmerksamkeit.
Achte darauf, dass deine Katze genügend ausgelastet ist und ausreichend Spielmöglichkeiten hat. Wenn du ihr das Kratzen an Möbeln abgewöhnen möchtest, brauchst du klare Regeln und Konsequenz. Trag sie zum Kratzbaum und belohne sie mit einem Leckerli, wenn sie dort kratzt statt am Sofa.
So wird deine Katze zutraulicher
Katzen haben – wie wir Menschen – unterschiedliche Charaktere. Eine scheue Katze an Menschen zu gewöhnen, ist nicht immer möglich. Bleib ruhig und gib ihr Zeit.
Wichtig ist: Deine Katze sollte selbst entscheiden, wann sie zu dir kommen möchte. Wenn sie jedoch den Kontakt sucht, darfst du natürlich darauf eingehen. Achte dabei immer auf ihre Körpersprache. Wenn du verstehst, was ihre Signale bedeuten, erleichtert das euer Zusammenleben enorm und sie fasst schneller Vertrauen.
Ob eine Katze viel oder wenig miaut, ist meist eine Charaktereigenschaft. Dennoch spielt es eine Rolle, wie stark du auf ihr Miauen reagierst.
Darum reibt sich deine Katze an deinen Beinen
Zur Begrüssung reibt sich deine Katze oft an dir. Im Gesicht befinden sich Drüsen, mit denen sie dich markiert. Häufig steht dabei auch der Schwanz aufrecht – ein klares Zeichen der Zuneigung. Es ist ein soziales Signal, ähnlich wie das Ablecken.
Warum schnattert deine Katze beim Anblick eines Vogels?
Dieses Verhalten geht auf ihren Jagdinstinkt zurück. Die zuckenden Mundbewegungen dienten ursprünglich der Vorbereitung auf den Nackenbiss bei der Jagd.
Können Katzen depressiv sein?
Ja, Katzen können an Lebensfreude verlieren. Das kann passieren, wenn eines ihrer Grundbedürfnisse nicht erfüllt ist. Dazu gehören Nahrung, Auslauf, soziale Kontakte und eine freundliche Umgebung.
Auch Katzen, die selten zuhause sind oder wenig Nähe suchen, brauchen ein gewisses Mass an sozialem Kontakt. Bei reinen Wohnungskatzen, die keinen Freigang haben, ist es deshalb sinnvoll, mindestens zwei Katzen zu halten.