Im australischen Zoo von Adelaide könnte bald ein seltenes Naturschauspiel zu beobachten sein. Martina, ein zehnjähriges Helmkasuar-Weibchen, hat zwei Eier gelegt. Es ist der erste Ei-Fund dieser urtümlichen Riesenvögel im Zoo seit 34 Jahren. Zuletzt waren dort 1992 Kasuar-Küken geschlüpft.
Der Zoo hatte lange auf den richtigen Partner für Martina gewartet. Im Rahmen eines koordinierten Zuchtprogramms wurde sie mit Jeffrey zusammengebracht, einem 13 Jahre alten Männchen. Die beiden wurden zunächst vorsichtig aneinander gewöhnt. Mit Erfolg: Bereits am ersten gemeinsamen Tag kam es zur Paarung. Seither wurden weitere Paarungen beobachtet.
Knallgrüne Eier machen Hoffnung
Die Eier fallen sofort auf: Sie sind leuchtend grün. Die auffällige Farbe entsteht durch Pigmente in der Schale und hilft dabei, die Eier am Boden des Regenwalds zwischen Blättern und Pflanzenresten zu tarnen.
Ob die Eier tatsächlich befruchtet sind, ist noch nicht bestätigt. Auch der Zoo weiss deshalb nicht, ob daraus Küken schlüpfen werden. Die Freude über das Gelege ist trotzdem gross.
Normalerweise umfasst ein Gelege drei bis fünf Eier. Es ist deshalb möglich, dass Martina noch weitere legt. Das Zooteam beobachtet die beiden Tiere aufmerksam, möchte sie aber möglichst wenig stören.
Bei Kasuaren brütet der Vater
Bei den Helmkasuaren ist die Rollenverteilung ungewöhnlich: Nicht das Weibchen, sondern das Männchen übernimmt das Brutgeschäft. Sobald Martina mit dem Eierlegen fertig ist, soll Jeffrey voraussichtlich von ihr getrennt werden, damit er das Gelege ungestört bebrüten kann.
Rund 50 Tage dauert die Brutzeit. Schlüpfen tatsächlich Küken, bleibt Jeffrey weiter gefragt: Er kümmert sich allein um den Nachwuchs und führt die Jungvögel in ihren ersten Lebensmonaten.
Bis zu 70 Kilo schwer und ziemlich wehrhaft
Helmkasuare sehen aus, als wären sie direkt aus der Dinosaurierzeit übrig geblieben. Die flugunfähigen Vögel können bis zu 1,70 Meter gross und 70 Kilogramm schwer werden. Ihr schwarzes, haarähnliches Gefieder kontrastiert mit dem leuchtend blauen Hals, roten Hautlappen und dem auffälligen knöchernen Helm auf dem Kopf.
Wozu dieser Helm genau dient, ist wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt. Er könnte unter anderem beim Durchqueren dichter Vegetation helfen. Seine genaue Funktion ist jedoch weiterhin Gegenstand der Forschung.
Gefährliche Vögel mit scharfen Krallen
So faszinierend die Tiere sind, mit Helmkasuaren ist nicht zu spassen. Sie können gefährlich werden, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihr Nest verteidigen. Mit ihren kräftigen Beinen und einer langen, scharfen Kralle an der inneren Zehe können sie heftig zutreten und schwere Verletzungen verursachen.
Die Vögel leben vor allem in den Regenwäldern Neuguineas und Nordaustraliens. Sie sind Einzelgänger und können auch gegenüber Artgenossen aggressiv reagieren. Deshalb ist es anspruchsvoll, ein passendes Paar zusammenzuführen. Dass Martina und Jeffrey sich auf Anhieb paarten, war für das Zooteam ein erfreulicher Start.
Warum Kasuare für den Regenwald so wichtig sind
Trotz ihrer wehrhaften Erscheinung erfüllen Helmkasuare eine wichtige Aufgabe in ihrem Lebensraum. Sie ernähren sich von Früchten und verbreiten deren Samen über weite Strecken. Manche Samen sind so gross, dass sie von vielen anderen Tieren kaum aufgenommen werden können.
Damit helfen die Vögel, den Regenwald zu erneuern und seine Pflanzenvielfalt zu erhalten. Kasuare werden deshalb auch als «Gärtner des Regenwalds» bezeichnet.
Die Art steht jedoch vor Herausforderungen. Der Verlust und die Zerstückelung ihres Lebensraums sowie Gefahren durch Strassenverkehr und freilaufende Hunde setzen den Tieren zu. Koordinierte Zuchtprogramme in Zoos sollen dazu beitragen, die Population in menschlicher Obhut zu erhalten und ihre genetische Vielfalt zu sichern.
Ob aus den beiden grünen Eiern tatsächlich Küken schlüpfen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Für den Zoo wäre es ein besonderer Erfolg. Nach 34 Jahren könnte in Adelaide erstmals wieder Kasuar-Nachwuchs zur Welt kommen.
Die Tiere leben vor allem in den Regenwäldern Neuguineas und Nordaustraliens. Sie sind Einzelgänger und können auch gegenüber Artgenossen ausgesprochen aggressiv sein. Auch deshalb ist die erfolgreiche Zusammenführung von Martina und Jeffrey ein wichtiger Schritt für die Zucht.
Ob aus den beiden grünen Eiern tatsächlich Küken schlüpfen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Für den Zoo wäre es ein besonderer Erfolg.