Darum gehts
- Kork boomt: Möbel- und Modebranche setzen auf das ästhetische Naturmaterial
- Korkeichenrinde wird geschält, ohne Bäume zu fällen, bis zu 15-mal
- 100 Prozent verwertbar, speichert CO2 und benötigt wenig Wasser
Kork kennen wir alle: als Verschluss der Weinflasche, als Pinnwand fürs Kinderzimmer, als Untersetzer unter der heissen Pfanne. Praktisch, unauffällig, ein bisschen unterschätzt. Dabei steckt in dem Naturmaterial viel mehr – nachhaltig, schalldämmend, pflegeleicht und, wie sich zeigt, überraschend ästhetisch. Das findet inzwischen auch die Möbel- und Modebranche: Birkenstock-Sandalen mit Korksohle gehören seit Jahren zu den festen Grössen im Schuhschrank stilbewusster Menschen, von Streetstyle-Blogs bis zum Laufsteg. Und jetzt zieht das Material auch ins Wohnzimmer ein.
Kork aus Portugal
Ein gutes Beispiel liefert Gencork, ein portugiesischer Hersteller, der aus Korkrinde moderne Möbelstücke fertigt – Sessel, Tische, Leuchten in Formen, die mit dem biederen Image der klassischen Pinnwand nichts mehr gemein haben. Kork zeigt hier, dass er weit mehr kann, als Löcher in der Wand zu kaschieren.
Was Kork so nachhaltig macht
Für Korkmöbel muss kein Baum sterben. Kein Fällen, kein Sägen – verwendet wird ausschliesslich die Rinde der Korkeiche. Sie wird zwischen Mai und August von geschulten Fachkräften mit einer traditionellen Technik vom Stamm geschält, ohne dass der Baum dabei Schaden nimmt. Danach braucht der Baum rund neun Jahre Ruhe, bis eine neue, ausreichend dicke Rindenschicht nachgewachsen ist. Diesen Zyklus übersteht eine Korkeiche im Lauf ihres Lebens bis zu fünfzehnmal.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!
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Genügsam und voll verwertbar
Auch sonst punktet der Rohstoff in Sachen Nachhaltigkeit: Er lässt sich zu praktisch hundert Prozent verwerten, Restabfall fällt kaum an, und bereits verarbeiteter Kork lässt sich problemlos recyceln. Die Korkeiche selbst kommt zudem gut mit Trockenheit zurecht und benötigt deutlich weniger Wasser als viele andere Baumarten. Als CO2-Speicher gilt sie ausserdem als besonders effizient – ein Pluspunkt, der sie zusätzlich zu einem ökologisch interessanten Rohstoff macht.
Wer nach dem Lesen Lust auf mehr Kork im eigenen Zuhause bekommen hat: Die Auswahl an Möbeln und Wohnaccessoires aus dem Material wächst – ein Blick lohnt sich.