Fast-Fashion-Frage
Ab welchem Preis ist eine Jeans eigentlich noch okay?

Eingestürzte Fabriken, unterbezahlte Näherinnen, Kinderarbeit – die Folgen von Fast Fashion sind bekannt, und trotzdem hängen Jeans für weniger als den Preis eines Mittagessens in unzähligen Kleiderschränken.
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Vier zeitlose Waschungen, die zeigen, dass fairer Denim die Zukunft des Kleiderschranks ist.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Eine Jeans kostet in Bangladesch 18–20 Dollar, Lohnanteil unter 0.90 Dollar
  • Höhere Preise garantieren keine fairen Bedingungen, Umweltschäden enorm
  • Tipps: Secondhand kaufen, weniger waschen, Öko-Labels, recycelte Modelle

Dass ein solch niedriger Preis nichts mit vertretbaren Arbeitsbedingungen zu tun hat, ist kaum eine Überraschung. Aber ab wann ist es eigentlich wirklich okay, eine Jeans zu kaufen?

Was die Zahlen sagen

Eine in Bangladesch gefertigte Jeans kostet in der Produktion rund 18 bis 20 US-Dollar – Stoff, Zubehör, Transport, Fabrikgewinn und Einzelhandelskosten inklusive. Der Lohnanteil der Näherin dabei: weniger als 0.90 US-Dollar pro Hose. Zum Überleben bräuchten die Angestellten in Bangladesch umgerechnet rund 100 Franken im Monat. In der Realität verdienen sie in der Bekleidungsindustrie typischerweise zwischen 40 und 80 Franken und arbeiten dafür oft mehr als zwölf Stunden täglich.

Teuer bedeutet nicht automatisch fair

Und hier wird es unbequem: Auch eine Jeans für 250 Franken garantiert keine menschenwürdige Produktion. Ein höherer Verkaufspreis fliesst nicht automatisch in höhere Löhne – er landet oft schlicht in den Margen der Marke. Dazu kommen Faktoren, die sich im Preis kaum abbilden lassen: giftige Chemikalien wie Indigo, Formaldehyde oder Natronlaugen, die Arbeiter krank machen; einsturzgefährdete Fabriken; Kinderarbeit. Für die Umwelt sieht es nicht besser aus – für eine einzige Jeans werden bis zu 8000 Liter Wasser verbraucht und Pestizide eingesetzt, die ins Grundwasser gelangen.

Was wirklich hilft

Secondhand kaufen: Jeans sind langlebig – vintage erstehen ist die einfachste und konsequenteste Lösung. Weniger waschen: Die Lebensdauer einer Jeans verlängert sich massiv, wenn man sie nicht nach jedem zweiten Tragen in die Maschine wirft. Auf Öko-Labels achten: Zertifizierungen wie GOTS oder Fair Wear Foundation geben zumindest eine Orientierung – ohne 100-prozentige Garantie, aber immerhin ein Anfang. Recycelte Modelle wählen: Immer mehr Marken arbeiten mit recyceltem Denim – nicht perfekt, aber deutlich besser als neu produzierte Massenware.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Die ehrliche Antwort auf die Ausgangsfrage lautet: Es gibt keinen magischen Preis, der ein gutes Gewissen kauft. Aber es gibt bewusstere Entscheidungen und die fangen lange vor dem Checkout an.

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