Zukunft der Arbeit
KI verändert die Arbeitswelt: Diese Berufe stehen unter Druck

Ob Administration, Übersetzungen oder Programmierung: Künstliche Intelligenz übernimmt immer mehr Routineaufgaben. Fachleute warnen, dass sich dadurch ganze Berufsbilder verändern. Für Jugendliche stellt sich deshalb die Frage, welche Fähigkeiten künftig gefragt sind.
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KI wird den Menschen nicht in jedem Beruf ersetzen. Sie verändert aber, welche Fähigkeiten im Arbeitsalltag gefragt sind.
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Lange galt ein Hochschulabschluss als guter Schutz vor beruflicher Unsicherheit. Doch künstliche Intelligenz (KI) verändert den Arbeitsmarkt rasant. Programme können heute Texte verfassen, Daten erfassen, Dokumente prüfen und Kundenanfragen beantworten. Besonders betroffen sind Tätigkeiten, die sich gut standardisieren und automatisieren lassen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ganze Berufe von heute auf morgen verschwinden. Vielmehr dürfte sich in zahlreichen Branchen verändern, welche Aufgaben Menschen übernehmen und wie viele Mitarbeitende dafür gebraucht werden.

Diese Berufe sind besonders betroffen

1. Administration und Datenerfassung

Formulare bearbeiten, Daten übertragen und Dokumente sortieren: Viele dieser Aufgaben lassen sich bereits automatisieren. Dadurch könnte der Bedarf an Mitarbeitenden für rein administrative Routinetätigkeiten sinken.

2. Kundenservice und Callcenter

KI-Chatbots beantworten häufig gestellte Fragen rund um die Uhr. Menschen werden dadurch nicht überflüssig, ihre Arbeit könnte sich aber stärker auf komplizierte Fälle, Beschwerden und persönliche Beratung konzentrieren.

3. Junior-Programmiererinnen und -Programmierer

KI-Tools können Code schreiben, Fehler finden und einfache Anwendungen erstellen. Das steigert die Produktivität. Gleichzeitig könnte es für Berufseinsteiger schwieriger werden, wenn Unternehmen weniger Personal für einfache Programmieraufgaben benötigen.

4. Übersetzerinnen und Übersetzer

Automatische Übersetzungen werden immer leistungsfähiger. Bei einfachen, standardisierten Texten können sie einen grossen Teil der Arbeit übernehmen. Für anspruchsvolle Fachtexte, kulturelle Feinheiten und die Qualitätskontrolle bleibt menschliches Wissen wichtig.

5. Buchhaltung und Rechnungswesen

Rechnungen erfassen, Belege zuordnen und standardisierte Abrechnungen erstellen: Solche Aufgaben können Softwarelösungen zunehmend selbstständig erledigen. Gefragt bleiben dürften Fähigkeiten in der Analyse, Beratung und Beurteilung komplexer Finanzfragen.

6. Juristische Routinetätigkeiten

KI kann grosse Mengen an Verträgen durchsuchen, Dokumente zusammenfassen und mögliche Risiken markieren. Die rechtliche Beurteilung, die Verantwortung und die Beratung von Klientinnen und Klienten bleiben jedoch anspruchsvolle Aufgaben, bei denen Fachwissen entscheidend ist.

7. Marketing und Content-Produktion

KI erstellt Texte, Bilder und erste Kampagnenentwürfe. Besonders einfache, wiederkehrende Inhalte lassen sich dadurch schneller produzieren. Strategisches Denken, Markenführung, kreative Ideen und das Verständnis für Zielgruppen gewinnen dagegen an Bedeutung.

8. Journalismus und Medien

KI kann Texte zusammenfassen, Daten auswerten und standardisierte Meldungen formulieren. Das verändert die Arbeit in Redaktionen. Recherche, Quellenprüfung, Einordnung und Gespräche mit Menschen bleiben wichtige Aufgaben. Wie stark einzelne Stellen betroffen sind, hängt vom Medium und vom jeweiligen Tätigkeitsprofil ab.

9. Produktion und Fabrikarbeit

Roboter und automatisierte Anlagen übernehmen bereits viele wiederkehrende Arbeitsschritte. Technische Überwachung, Wartung und die Behebung von Störungen werden dadurch wichtiger. Nicht jede Tätigkeit lässt sich gleich gut automatisieren, besonders wenn Flexibilität und Handarbeit gefragt sind.

Die Nachfrage nach KI-Fachleuten wächst

Während manche Tätigkeiten unter Druck geraten, entstehen gleichzeitig neue Aufgaben. Unternehmen brauchen Fachleute, die KI-Systeme entwickeln, einsetzen, überwachen und ihre Ergebnisse beurteilen können.

Laut Angaben der serbischen Jobplattform HelloWorld.rs, die im Ausgangsbericht zitiert werden, stieg die Nachfrage nach KI-Fachleuten in Serbien 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund 80 Prozent. Absolut blieb die Zahl der ausgeschriebenen Stellen mit ungefähr 350 allerdings überschaubar. Die Zahlen lassen sich nicht direkt auf den Schweizer Arbeitsmarkt übertragen.

Auch in der Medizin, im Personalwesen und in der Industrie kommt KI zunehmend zum Einsatz. Sie kann beispielsweise medizinische Bilder analysieren, Bewerbungen vorsortieren oder Maschinen dabei helfen, mögliche Ausfälle frühzeitig zu erkennen. Dabei bleibt menschliche Kontrolle wichtig.

Welche Fähigkeiten haben Zukunft?

Eine Ausbildung, die ein ganzes Berufsleben lang unverändert trägt, wird schwieriger. Fachleute empfehlen deshalb, nicht nur auf einen bestimmten Abschluss zu setzen, sondern Fähigkeiten aufzubauen, die sich in verschiedenen Berufen einsetzen lassen.

Dazu gehören:

  • Digitale und KI-Kompetenz: verstehen, wie KI-Werkzeuge funktionieren und wo ihre Grenzen liegen.
  • Analytisches Denken: Informationen prüfen, Zusammenhänge erkennen und Probleme lösen.
  • Kreativität: neue Ideen entwickeln und Lösungen finden, die über standardisierte Antworten hinausgehen.
  • Kommunikation und Empathie: zuhören, beraten, verhandeln und mit Menschen zusammenarbeiten.
  • Lernbereitschaft: sich weiterbilden und neue Werkzeuge in den Berufsalltag integrieren.

Auch technische Berufe, Ingenieurwesen, Medizin und viele Tätigkeiten, die praktisches Geschick vor Ort erfordern, bleiben wichtig. Allerdings ist auch in diesen Bereichen mit Veränderungen durch neue Technologien zu rechnen.

Nicht der Beruf allein entscheidet

Ob eine Stelle durch KI ersetzt wird, hängt nicht nur von der Berufsbezeichnung ab. Entscheidend ist, welche Aufgaben jemand tatsächlich erledigt und wie gut diese automatisiert werden können.

Die zentrale Botschaft für Eltern und Jugendliche lautet deshalb: Es geht weniger darum, einen vermeintlich sicheren Beruf für die nächsten 40 Jahre zu finden. Wichtiger ist eine solide Ausbildung, kombiniert mit der Bereitschaft, Neues zu lernen und sich auf Veränderungen einzustellen.

KI wird den Menschen nicht in jedem Beruf ersetzen. Sie verändert aber zunehmend, welche Fähigkeiten im Arbeitsalltag gefragt sind.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.

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