Haarpracht im Alter
Warum Männer eine Glatze bekommen – und Frauen meist verschont bleiben

Bei Männern beginnt der Haarausfall oft schon in jungen Jahren. Frauen bleiben dagegen meist länger verschont. Dahinter steckt nicht nur die Genetik: Ein Hormon spielt eine entscheidende Rolle.
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Wie siehts hier wohl in 30 Jahren aus? Für viele Männer gehört Haarausfall irgendwann zum Leben. Bei Frauen sieht das meist anders aus.
Foto: Getty Images/PhotoAlto
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Haare auf dem Kopf, Geheimratsecken oder irgendwann eine kahle Stelle am Hinterkopf: Für viele Männer gehört Haarausfall irgendwann zum Leben. Bei Frauen sieht das meist anders aus. Sie verlieren zwar ebenfalls Haare, doch das typische Muster unterscheidet sich deutlich.

Der Grund liegt unter anderem in unseren Hormonen. Testosteron und das daraus entstehende Dihydrotestosteron, kurz DHT, können die Haarfollikel bei genetischer Veranlagung nach und nach schwächen. Frauen sind davor bis zu einem gewissen Alter besser geschützt.

Warum Männer häufiger ihre Haare verlieren

Bei der sogenannten androgenetischen Alopezie, also dem erblich bedingten Haarausfall, kommen mehrere Faktoren zusammen. Entscheidend ist vor allem die genetisch bedingte Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT. Das Hormon entsteht aus Testosteron und kann dazu führen, dass die betroffenen Haarfollikel mit der Zeit immer kleinere und dünnere Haare produzieren. Dabei muss ein Mann nicht zwangsläufig besonders viel Testosteron haben. Entscheidend ist vielmehr, wie empfindlich seine Haarwurzeln auf DHT reagieren. Auch das Alter spielt eine Rolle: Mit den Jahren können die Follikel zunehmend empfindlicher werden.

Stress kann den Haarausfall zusätzlich verstärken. Er ist allerdings meist nicht die eigentliche Ursache einer erblich bedingten Glatze. Auch häufiges Haarewaschen oder das Tragen einer Mütze machen Männer nicht kahl.

Bei Männern Geheimratsecken, bei Frauen ein breiterer Scheitel

Nicht nur die Häufigkeit, auch die Art des Haarausfalls unterscheidet sich: Bei Männern beginnt er häufig an den Schläfen und der Stirn. Die Haarlinie zieht sich langsam zurück, später kann das Haar am Oberkopf immer dünner werden. Typisch sind Geheimratsecken und eine kahle Stelle am Hinterkopf. Bei Frauen zeigt sich der Haarausfall dagegen meist diffuser. Das Haar wird insgesamt dünner, häufig fällt vor allem ein breiter werdender Scheitel auf. Die Haarlinie an der Stirn bleibt dabei meistens erhalten.

Ein Grund dafür ist der unterschiedliche Hormonhaushalt. Östrogen kann die Haarfollikel bis zur Menopause vor den Auswirkungen von Testosteron und DHT schützen. Wenn der Östrogenspiegel während der Wechseljahre sinkt, kann sich auch bei Frauen der Haarausfall verstärken.

Die Glatze kann schon mit 20 beginnen

Haarausfall ist keineswegs nur ein Problem älterer Männer. Erste Anzeichen können bereits gegen Ende der Teenagerjahre oder Anfang 20 auftreten. Bei vielen Männern wird die Veränderung allerdings erst im Laufe der 30er deutlich. Laut Dermatologin Cheyana Ranasinghe bemerken etwa zwei Drittel der Männer bis zum Alter von 35 Jahren einen gewissen Grad an Haarausfall. Bis zum 50. Lebensjahr ist ungefähr die Hälfte der Männer von einem deutlichen Ausdünnen der Haare betroffen. Im Lauf des Lebens erleben sogar rund 85 Prozent der Männer irgendeine Form der androgenetischen Alopezie.

Was gegen Haarausfall helfen kann

Ist der Haarausfall erblich bedingt, gibt es heute verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Eine häufig eingesetzte Therapie ist Minoxidil, das direkt auf die Kopfhaut aufgetragen wird und die Wachstumsphase der Haare verlängern kann. Daneben kommen unter ärztlicher Betreuung unter anderem orales Minoxidil, Finasterid, eine Behandlung mit rotem Licht oder PRP, also plättchenreiches Plasma aus dem eigenen Blut, infrage. Wichtig ist dabei vor allem eines: Die Behandlung muss konsequent erfolgen. Wird sie abgesetzt, kann der Haarausfall wieder fortschreiten.

Auch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiss, Eisen und Zink sowie eine gute Pflege der Kopfhaut können die Gesundheit der Haare unterstützen. Sie können eine genetische Veranlagung allerdings nicht einfach ausschalten.

Wer plötzlich ungewöhnlich viele Haare verliert, kahle Stellen entdeckt oder eine rasche Veränderung feststellt, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen. Denn nicht jeder Haarausfall ist erblich bedingt.

Und für Männer, die erste Geheimratsecken entdecken, gilt: Nicht unbedingt abwarten. Je früher ein erblich bedingter Haarausfall erkannt wird, desto besser lassen sich vorhandene Haare häufig erhalten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.

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