Ein Kaffee hier, eine vergessene Mitgliedschaft dort und noch schnell das Essen nach Hause bestellen: Einzelne Ausgaben wirken oft harmlos. Doch wenn sie sich regelmässig wiederholen, können sie das Haushaltsbudget spürbar belasten.
Besonders tückisch sind Kosten, die automatisch abgebucht werden oder die im Alltag kaum auffallen. Wer seine Ausgaben reduzieren möchte, sollte deshalb nicht nur bei den grossen Rechnungen ansetzen.
Vergessene Abos
Streamingdienste, Cloud-Speicher, Apps, Fitnessangebote oder andere Mitgliedschaften: Viele Abos laufen weiter, obwohl wir sie längst kaum noch nutzen. Deshalb lohnt sich ein regelmässiger Check der Konto- und Kreditkartenabrechnung. Welche Beträge werden jeden Monat automatisch abgebucht? Und welche davon brauchst du tatsächlich noch?
Schon ein einziges gekündigtes Abo kann übers Jahr gerechnet einiges ausmachen.
Zu viele Streamingdienste
Netflix, Disney+, Amazon Prime, Spotify und Co.: Wer mehrere Dienste gleichzeitig abonniert, zahlt schnell einen beachtlichen Betrag. Die einfache Sparregel: Nicht alles gleichzeitig abonnieren. Überlege dir, welche Angebote du aktuell wirklich nutzt. Bei manchen Diensten lohnt es sich, sie nur für einen Monat zu abonnieren und danach wieder zu kündigen.
Tropfende Wasserhähne
Ein tropfender Wasserhahn scheint zunächst kein grosses Problem zu sein. Doch wenn Wasser Tag und Nacht verloren geht, summiert sich der Verbrauch. Auch ein undichter Spülkasten kann zum versteckten Geldfresser werden. Kleine Reparaturen solltest du deshalb nicht unnötig aufschieben.
Bankgebühren
Kontoführungsgebühren, Gebühren für bestimmte Karten oder Kosten beim Geldabheben: Kleine Bankgebühren können sich über das Jahr summieren. Prüfe deshalb einmal, welche Gebühren deine Bank tatsächlich verrechnet. Vielleicht gibt es ein günstigeres Kontomodell oder Leistungen, die du gar nicht brauchst.
Gebühren beim Investieren
Auch beim Sparen und Investieren können Kosten entstehen. Bei Fonds oder anderen Anlageprodukten können beispielsweise Verwaltungs- oder Depotgebühren anfallen. Das Problem: Diese Kosten werden häufig nicht als grosse Rechnung präsentiert, sondern direkt dem Anlagevermögen belastet.
Wer langfristig investiert, sollte deshalb nicht nur auf die erwartete Rendite achten, sondern auch die Gebühren vergleichen.
Essen nach Hause bestellen
Lieferdienste sind praktisch – aber bequem bedeutet nicht automatisch günstig. Zum Preis des Essens kommen je nach Anbieter Liefergebühren, Servicegebühren oder Mindestbestellwerte hinzu. Teilweise unterscheiden sich auch die Preise der Gerichte von jenen im Restaurant.
Wer sparen will, kann prüfen, ob das Restaurant selbst liefert oder ob Abholen günstiger ist.
Heizung und Klimaanlage laufen lassen
Im Winter die Wohnung auf angenehme Temperaturen heizen, im Sommer kühlen: Dagegen ist nichts einzuwenden. Teuer wird es allerdings, wenn Heizung oder Klimaanlage stundenlang laufen, obwohl niemand zu Hause ist.
Wer die Temperatur während der Abwesenheit etwas anpasst oder eine automatische Steuerung verwendet, kann Energie sparen. Gerade über eine ganze Heiz- oder Kühlsaison kann sich das bemerkbar machen.
Die «Energievampire»
Fernseher, Computer, Kaffeemaschinen, Drucker und andere Geräte verbrauchen teilweise auch dann Strom, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind und sich nur im Standby-Modus befinden. Das einzelne Gerät macht dabei meist keinen grossen Unterschied. Viele Geräte zusammen können jedoch unnötig Energie verbrauchen.
Eine einfache Lösung: Mehrere Geräte an eine schaltbare Steckdosenleiste anschliessen und diese ausschalten, wenn die Geräte nicht benötigt werden. Den Kühlschrank solltest du natürlich nicht vom Strom trennen.
Bücher, die ungelesen im Regal stehen
Wer gerne liest, kennt das Problem: Ein neues Buch ist schnell gekauft – und landet dann ungelesen auf dem Stapel. Bevor du den nächsten Titel bestellst, lohnt sich ein Blick ins eigene Regal. Bibliotheken, gebrauchte Bücher oder Tauschbörsen können ebenfalls eine günstige Alternative sein.
Verlängerte Garantien
Beim Kauf von Elektronik, Haushaltsgeräten oder anderen teuren Produkten wird häufig eine zusätzliche Garantie oder Versicherung angeboten. Ob sich das lohnt, hängt vom konkreten Produkt und den Bedingungen ab. Vor dem Abschluss solltest du deshalb genau prüfen, welche Schäden tatsächlich gedeckt sind, wie hoch die Selbstbeteiligung ist und wie viel die Verlängerung kostet.
Nicht jede zusätzliche Absicherung ist automatisch ein gutes Geschäft.
Zu viele Lebensmittel einkaufen
Ein besonders grosser Geldfresser kann sich im Kühlschrank verstecken: Wir kaufen mehr ein, als wir brauchen, vergessen Lebensmittel hinten im Kühlschrank und müssen sie schliesslich wegwerfen. Jedes weggeworfene Lebensmittel ist letztlich auch weggeworfenes Geld.
Ein Einkaufszettel, ein kurzer Blick in Kühlschrank und Vorratsschrank vor dem Einkauf sowie eine bessere Wochenplanung können helfen.
So findest du deine persönlichen Geldfresser
Du musst nicht bei jeder Ausgabe den Rotstift ansetzen. Viel effektiver ist es, die regelmässigen kleinen Kosten aufzuspüren: Schau dir dafür einmal deine Konto- und Kreditkartenabrechnungen der vergangenen zwei bis drei Monate an. Markiere alle Ausgaben, die automatisch wiederkehren oder bei denen du dich fragst: «Brauche ich das eigentlich noch?»
Oft sind es nicht die grossen einmaligen Anschaffungen, sondern die kleinen Beträge, die jeden Monat wiederkommen, die sich am Ende des Jahres überraschend stark summieren.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.